Pirmasens Top-Comeback nach fünf Jahren Fußball-Pause
Fünf Jahre lang schlummerte der Torjägerinstinkt von Moritz Kilian. Es wusste niemand so richtig, was der Bauingenieur fußballerisch drauf hat. Nach dieser Saison in der B-Klasse Pirmasens/Zweibrücken Ost sollten es alle wissen – auch die Vereine in der A-Klasse, in die er mit dem SV Lemberg aufgestiegen ist: Moritz Kilian schießt Tore. 32 waren es in der gerade zu Ende gegangenen Saison für den SVL, mit dem er den Meistertitel holte. „Er ist ein sehr umgänglicher Typ mit einer Wahnsinnsfitness“, sagt Lembergs Trainer Oliver Reich über seinen besten Torschützen. Dabei sei Kilian, der auch noch für den 1. TTC Pirmasens in der Bezirksklasse Tischtennis spielt, lediglich einmal in der Woche zu den Fußball-Trainingseinheiten erschienen. Im Team des Meisters war Kilian meist auf der linken Außenbahn eingesetzt – als Rechtsfuß. „Er ist wie Arjen Robben von Bayern – eben nur von der anderen Seite – vor das Tor des Gegners gezogen und hat so oft getroffen“, beschreibt Reich einen typischen Kilian-Treffer. Der Torschützenkönig hatte bereits in der Jugend für den SV Lemberg gespielt, ehe er zum FC Fehrbach und dann zum TuS Winzeln gewechselt war. Doch mit 19 Jahren stellte er das Kicken ein, bis er vor gut zwei Jahren – nach fünfjähriger Abstinenz – einen Neustart beim SV Lemberg wagte. Kilian entpuppte sich als Shootingstar und versenkte bei seinem Comeback 20 Bälle in des Gegners Kasten. Und in dieser Saison machte er es noch besser: 32-mal gab er dem gegnerischen Keeper das Nachsehen. „Das kam auch für mich überraschend“, verweist Kilian, dessen Bruder Lukas als Mittelstürmer auf acht Saisontreffer kam, auf seine fünfjährige Fußball-Pause. Ganz besonders freute er sich über seine drei Tore beim 4:1-Heimsieg im Spitzenspiel gegen den SV Ruhbank, der zu diesem Zeitpunkt noch Tabellenführer gewesen war. Ansonsten seien die Tore zum 1:0 natürlich immer wieder wichtig gewesen. Auch der per Volleyabnahme erzielte Treffer beim Erfolg gegen den FC Ruppertsweiler bleibe ihm in Erinnerung. Obwohl ihn Trainer Reich als kopfballstark bezeichnet, beförderte er nur zweimal den Ball per Kopf in die gegnerischen Maschen. Es war vor allem Dennis Siewert, der den Topscorer mit Vorlagen fütterte. „Er legte mir immer gut auf“, weiß Kilian, bei wem er sich bedanken muss. Im Training vor dem letzten Saisonspiel verletzte sich Kilian an der Schulter und muss nun länger pausieren. Und wenn mal kein Fußball („mein Lieblingssport“) oder Tischtennis auf dem Programm steht, unternimmt Moritz Kilian am liebsten etwas mit Freunden/in.