Pirmasens
Tischtennis: Für die Nachwuchsarbeit werden Macher mit Mut und Ideen gesucht
Nachwuchsarbeit ist mit der wichtigste Teil einer Sportart. Dabei gestaltet sie sich zuweilen ungemein schwer. „Hauptproblem ist, die Vereine finden niemanden, der es macht. Es sind in vielen Vereinen immer dieselben“, sagt Sebastian Kranitz (1. TTC Pirmasens), Bezirkssport- und Jugendwart im Tischtennisbezirk Westpfalz Süd.
Im Tischtennis sind die Zahlen leicht rückläufig, betrachtet man die Werte, die der 2019 aus dem Amt ausgeschiedene langjährige Verbandsschülerwart Ernst Weber – seine Nachfolge trat Luisa Baumann aus Waldfischbach-Burgalben an – veröffentlichte. Angefangen hatte er pfalzweit 1982 mit 119 Schüler- und 33 Schülerinnenteams in der U15-Altersklasse. Die besten Zeiten erlebte der Nachwuchs in der Pfalz 1989, als es 189 Teams bei den Schülern und 41 bei den Schülerinnen gab. Die Werte waren danach rückläufig, Ausnahme war das Jahr 2005, als es nochmals eine steile Kurve nach oben gab und 183 Schüler- sowie 27 Schülerinnenteams zu verzeichnen waren. 2018 gab es nur noch 101 Mannschaften bei den Schülern und nur noch acht bei den Schülerinnen.
„Betreuer zu suchen ist schon eine schwere Aufgabe, geschweige denn jemanden zu finden, der ein Turnier betreut. Wenn eine Mannschaft keinen festen Betreuer hat, wird es noch schwieriger“, begründet Kranitz die stark gesunkenen Zahlen.
Stillstand bei den Schülern
Bei den Schülern ist im Bezirk Westpfalz Süd seit der Saison 2014/ 2015 ein Stillstand zu registrieren, zumindest bei den Schülerteams. Damals gab es 20 Teammeldungen, 2019 waren 18 zu verzeichnen. Ganz anders sieht es bei der männlichen Jugend U18 aus: Die Zahl der Meldungen hat sich um ein Drittel von 24 auf 16 reduziert. Bei den U18-Mädchen schlief der Spielbetrieb 2018/2019 (nur eine Meldung) gänzlich ein, wurde aber nun wieder aufgenommen.
Ununterbrochen läuft der Spielbetrieb bei den Mädchen der U15, bei der mit dem SV Erlenbrunn, TV Ixheim, TTC Riedelberg und dem TTC Mittelbach vier Teams gemeldet sind. Aber auch hier sind die Zahlen für die Region Pirmasens/Zweibrücken leicht rückläufig.
Organisierte Nachwuchsarbeit gibt es in immer weniger Vereinen. Das ist aber kein alleiniges Problem des Tischtennisbezirks Westpfalz Süd. Auch in anderen Vereinen der Pfalz funktioniert es nicht. Da fehlt nicht nur der Trainer, sondern oftmals einer, der nur die Halle aufschließt. „In anderen Sportarten ist das auch nicht anders. Man muss sich da was überlegen“, sagte Kranitz schon vor Monaten. Er beäugt auch die Meldezahlen bei den Bezirksturnieren kritisch: „Die Meldegebühren wurden angehoben“, nennt Kranitz einen weiteren Grund, weshalb die Teilnehmerzahlen bei Turnieren teils drastisch sinken. „Viele Vereine überlegen dann: melde ich alle oder nur die, bei denen es Sinn macht.“
Beim TTC Pirmasens tut sich was
Der 1. TTC Pirmasens ist ein positives Beispiel. Hier haben sich die Oberligaspieler Monika Kiefer und Steffen Fink ein Herz genommen. Mit ihrer herzlichen Art und ihrem Fachverstand bringen sie Kinder wieder an die Platten. Die Halle in der Husterhöh-Schule ist voll, wenn Kiefer und Fink zum Training rufen. Erste Talente spielen sich in der Nachfolge von Anika Links, die nun langsam dem Jugendalter entwächst, in den Vordergrund. Ben Luca Heiser oder auch Leni Heller zeigen Potenzial auf. Auch dahinter gibt es Spieler, die bei den Bezirksturnieren immer bessere Ergebnisse erzielen.
Bei der TTA Vinningen wird schon seit Jahren konstant trainiert. Das Ergebnis ist eine blutjunge Mannschaft, die, angeführt von Jan Breiner und Jonas Greiner, um den Aufstieg in die 2. Herren-Pfalzliga kämpft.
Exemplarisch lässt sich auch der SV Mörsbach nennen, bei dem die frühere Regional- und Oberligaspielerin des TTC Nünschweiler, Jasmin Veith, immer mehr Kinder zum Training motiviert und sämtliche Hallen der Pfalz bereist, um mit ihren Nachwuchsspielern an Turnieren teilzunehmen. Die Beispiele zeigen, dass es geht. Es braucht nur mehr Macher.