Pirmasens Thriller-Liebhaberin mit Physik-Faible

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Zwölfmal am Start, zwölfmal auf dem Treppchen: Diese famose Bilanz konnte Jennifer Vatter vom SC Holzland nach den rheinland-pfälzischen Schwimm-Meisterschaften in Mainz ziehen. An den zwei Tagen in der Mombacher Traglufthalle stellte die Schülerin aus Clausen eindrucksvoll ihre Vielseitigkeit im Wasser unter Beweis. Sie holte im Jahrgang 1998 Gold über 100 Meter Brust, 800 Meter Freistil und 200 Meter Brust, Silber über 50, 100, 200 und 400 Meter Freistil sowie 400 Meter Lagen und Bronze über 200 Meter Rücken, 50 Meter Rücken, 200 Meter Lagen, 100 Meter Schmetterling. Dabei musste sie mit dem Handicap zurechtkommen, dass in ihren Trainingsschwimmhallen in Waldfischbach-Burgalben und Pirmasens die Becken nur 25 Meter lang sind, während in Mainz auf 50-Meter-Bahnen geschwommen wurde. Doch mit jedem Rennen kam sie besser mit der Langbahn zurecht. „Mit so einem Erfolg habe ich nicht gerechnet“, sagte die 18-Jährige, die am Pirmasenser Kant-Gymnasium die zwölfte Klasse mit den Leistungsfächern Englisch, Latein und Physik besucht. Mit sieben Jahren lernte Jennifer Vatter das Schwimmen. Fritz Dechert, der auch noch heute ihr Trainer ist, erkannte ihr Talent und meinte, als sie neun Jahre alt war: „Wettkämpfe wären doch auch nicht schlecht.“ Die Clausenerin wurde immer besser und musste sich dann entscheiden, ob sie zur noch intensiveren Förderung ihres Hobbys an ein Internat in Saarbrücken wechseln wollte. Wollte sie nicht, denn sie sei „zu sehr mit Heimat und Familie verbunden“. Ihre Trainingsintensität ist dennoch bemerkenswert. Fünfmal in der Woche steigt sie für jeweils rund eineinhalb Stunden ins Wasser. Zweimal schwimmt sie viereinhalb Kilometer im Plub, dreimal trainiert sie unter den Fittichen ihres Trainers Fritz Dechert und dessen Ehefrau Monika im Burgalber Hallenbad oder im Heltersberger Freibad. Auch ihr Vater Jürgen, Wettkampfrichter beim Schwimmen, ist – meist mit der Stoppuhr in der Hand – möglichst oft beim Training dabei. Das Training verschafft ihr auch die nötige Wettkampfhärte. Die zahlte sich auch bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im Rennen über 800 Meter Freistil aus. Lag ihre Konkurrentin aus Mainz nach 600 Metern noch rund sieben Sekunden vorne, so musste diese sich im Endspurt der Clauserin letztlich um zwei Sekunden geschlagen geben. Sie gehe auch im Training an ihre Leistungsgrenze, erzählt Jürgen Vatter. Die Lieblingsdisziplin seiner Tochter ist indes nicht etwa das Freistil- oder Brustschwimmen, jene Disziplinen, in denen sie in Mainz Gold holte, sondern Schmetterling. Wenn Jennifer Vatter mal nicht im Wasser ist oder für die Schule lernt, verbringt sie ihre Freizeit am liebsten auf dem Pferd oder vertieft sich in die Thriller von James Patterson. Später will sie Physik studieren und dem Schwimmen treubleiben. Wenn nicht als Wettkämpferin, dann bestimmt als Trainerin. „Ich will Kindertrainerin werden, mache den Rettungsschwimmer und dann die entsprechende Ausbildung in Landau“, erzählt die 18-Jährige.

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