Pirmasens
Tausende Besucher beim Spielfest am Eisweiher
Ob beim Bootfahren mit den Schiffsmodellbauern, beim Springen auf dem Bungee-Trampolin oder beim Schießen auf die riesige Fußball-Dart-Scheibe: Beim Spielfest am Eisweiher kam jeder auf seine Kosten, egal ob Sportskanone oder Fan der beschaulichen Freizeitgestaltung. Wer sich austoben wollte, konnte dies beim Badminton spielen, Klettern oder Tanzen tun. Rollenrutsche fahren, Bogenschießen oder die Kinderschminke gehörten zu den ruhigeren Angeboten. Um all dies möglich zu machen, waren 44 Vereine und Verbände mit rund 350 ehrenamtlichen Helfern im Einsatz. Die Großspielgeräte sowie ein Stand mit kostenlosem Softeis wurden vom Lions-Club gesponsert.
Thorsten Kuntz, Mitarbeiter im Jugendamt, bei dem die Fäden der Organisation für das Spielfest zusammenliefen, ist zufrieden mit dem Spielfest. „Es sind mehr Besucher, als in den vergangenen Jahren – ich gehe davon aus, dass wir den Besucherrekord knacken“, schätzt Kuntz. Zum einen spiele das Wetter mit, das mit knackigen 25 Grad und strahlendem Sonnenschein genau perfekt sei. Zum anderen denkt Kuntz, dass die Menschen nach zweijähriger pandemiebedingter Pause noch mehr Lust haben, mal wieder das Haus zu verlassen.
Besucher kommen teils von weit her
„Viele Besucher kommen auch von weiter weg, beispielsweise aus Frankreich oder der Vorderpfalz“, erklärt Kuntz. Das sehe er an den Anmeldezetteln des Vielseitigkeitswettbewerbs, bei dem die Kinder und Jugendlichen an 33 Stationen einen Stempel für die Teilnahme an einer spezifischen Aufgabe erhalten. Am Ende der Veranstaltung werden in vier Altersklassen je drei Preise vergeben. Der Gewinn kann beispielsweise ein Gutschein für einen Besuch im Dynamikum sein.
Das Konzept, mit dem breitgefächerten Angebot beim Spielfest auf die Vielfalt der Freizeitmöglichkeiten in Vereinen und Verbänden aufmerksam zu machen und so das ein oder andere Mitglied zu gewinnen, gehe auf. „Es sind viele interessierte Besucher, von denen wir hoffentlich einige für die Jugendarbeit begeistern können“, erklärt stellvertretender Stadtjugendfeuerwehrwart Tim-Leander Zitterbart. Die Jugendfeuerwehr war unter anderem mit ihrem neu bemalten Löschhaus vor Ort, das von der Jugendkulturwerkstatt gestaltet wurde. Ähnliches berichtet das Technische Hilfswerk. „Vorhin war ein Junge da, der es kaum noch abwarten kann, mit zehn Jahren endlich bei uns mitzumachen“, verrät Ortsjugendbeauftragter Martin Göttler.
Zufrieden mit dem Besucherandrang sind die Vereine durchweg. „Bei uns bilden sich öfters mal Schlangen vor dem Stand“, erzählt Dominik Schwarz vom ASB Kreisverband Südpfalz. Der Verein war mit seinen Einsatzfahrzeugen, der Rettungshundestaffel sowie einer Drohne vor Ort. „Unser Angebot wird vor allem von den jüngeren Kindern gut angenommen“, sagt Cheyenne Ebelshäuser vom Reit- und Fahrverein Pirmasens-Winzeln, der mit Hobby Horsing, also dem Reiten auf Steckenpferden, auf dem Spielfest vertreten waren.
Premiere für den Pfälzerwald-Verein Starkenbrunn
Zum ersten Mal in diesem Jahr dabei war der Pfälzerwald-Verein Starkenbrunn. „Nach 25 Jahren haben wir die Jugendarbeit wieder reaktiviert“, erklärt Michael Daub, der sich gemeinsam mit Michaela Libal den Posten des Familien- und Jugendreferenten teilt. Mit Geschicklichkeitsspielen und einem Waldmemory will der Pfälzerwald-Verein Kinder und Jugendliche auf dem Spielfest begeistern.
Schließlich konnte das Spielfest mit attraktiven Vorführungen punkten. Ein Höhepunkt des Tages war die Aufführung von „Inclusion Cheer“, einem Projekt des Turnvereins Pirmasens. Mit 64 Sportlern stand die Gruppe, bestehend aus jungen und älteren Menschen mit und ohne Behinderung, auf dem Festplatz, um ihre Choreographie vorzuführen. Seit vier Monaten fiebere die Gruppe auf das Spielfest hin, berichtet Lina Klug, die die Gruppe gemeinsam mit Christine Schieler trainiert.
Turnmatten für 30.000 Euro
Für das Projekt mussten Matten im Wert von rund 30.000 Euro gekauft werden. „Denn mit den Matten können Anfänger, die noch nie geturnt oder getanzt haben, verletzungsfrei Cheerleading-Elemente erlernen“, verrät Klug. Die Matten seien durch viele verschiedene lokale Spender finanziert worden. Mit dem Auftritt auf dem Spielfest ist das Projekt vorerst zu Ende. „Wir versuchen aber, so viele Teilnehmer wie möglich in unsere andere Gruppe zu überführen“, sagt Klug.