Pirmasens SV Palatia schnappt sich den Cup

Feierten gestern mit gebremstem Schaum: die Akteure des SV Contwig. In den obligatorischen Kreispokalsieger-Shirts freuten sich
Feierten gestern mit gebremstem Schaum: die Akteure des SV Contwig. In den obligatorischen Kreispokalsieger-Shirts freuten sich nach Spielschluss (hintere Reihe von links) Felix Füssgus, Christoph Wolf, Tim Tropper, Jonas Hein, Felix Hötasch, Lukas Bärmann, Philipp Semar, Philipp Koch, Nikolaus Sefrin, Stefan Höh, Peter Rausch und Trainer Maximilian Blum. Vorn von links: Tim Hüther, Niclas Betz, Moritz Betz, Heiko Grünnagel, Mesout Moutous, Marcel Hoffmann, Philipp Götzinger, Yannik Utzinger und Stefan Kehl.

«PIRMASENS.» Der SV Palatia Contwig hat zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte den Kreispokal gewonnen. In einem wenig spektakulären Finale besiegte das Team von Trainer Maximilian Blum gestern die SG Waldfischbach mit 2:0 (1:0).

Als gestern Nachmittag Schiedsrichter Fabian Vollmar nach 92 Minuten zum letzten Mal Luft in seine Pfeife geblasen hatte, gingen die Arme der rot-weiß gedressten Akteure aus Contwig hoch und die Köpfe der Waldfischbacher runter. Während Contwigs Spieler und das Personal aus dem Umfeld sich in den Armen lagen, abklatschen, sachte eine kleine Sektfontäne spritzen ließen und für die Fotografen posierten, suchte Waldfischbachs Spielertrainer Martin Gampfer nach Erklärungen für die insgesamt schwache Leistung seines Teams. „Vielleicht waren wir zu nervös“, meinte Gampfer, der im Spiel stets vorbildlich kämpfte, aber in drei entscheidenden Situationen auch zur Niederlage der SGW beitrug. So ließ sich der Coach in der 62. Minute vom eben eingewechselten Heiko Grünnagel den Ball abluchsen. Grünnagel bediente von links außen den in der Mitte mitgelaufenen Mesout Moutous. Der setzte den Ball völlig freistehend zuerst an den Pfosten, brachte den Abpraller dann aber per Kopf über den am Boden liegenden SGW-Keeper Florian Vivi hinweg doch noch zum 2:0 im Tor unter. Es war dies die einzige Torchance der Contwiger in der zweiten Halbzeit gewesen. In zwei weiteren Szenen hätte Martin Gampfer per Kopf für sein Team treffen können. Aber es war nicht Gampfers Tag und schon gar nicht sein Match, das er bereits in der 79. Minute unfreiwillig beenden musste. Nach einem Foul im Mittelfeld sah Gampfer seine zweite Gelbe Karte – und folglich Rot hinterher. „Das war unnötig“, kommentierte er Gelb-Rot. Unterm Strich habe seine Mannschaft „nicht gezeigt, was wir können“. Einige Male war Waldfischbach dicht dran am Ausgleich oder Anschlusstreffer. Die beste Möglichkeit vergab SGW-Angreifer Johannes König, als er – perfekt von Moritz Neupert bedient – völlig freistehend den Ball aus etwa acht Metern ungefähr genauso hoch über den Kasten drosch. Der unebene Platz mag da eine entscheidende Rolle gespielt haben. Auch SGW-Abwehrspieler Denis Jörg hatte eine Riesenchance, als er per Kopf im Fünfmeterraum zum Ball kam, diesen aber über das Tor bugsierte. Das Chancenverhältnis: 5:3 für die SGW. Derweil am Ende Waldfischbach trauerte, analysierte Contwigs Trainer Maximilian Blum ohne eine Spur Euphorie nur Minuten später: „Wir wollten defensiv gut stehen und wenig zulassen. Das ist uns gelungen.“ Auch weil bereits am kommenden Sonntag erneut das Duell Contwig gegen Waldfischbach ansteht und dabei der Tabellenerste (45 Punkte aus 19 Spielen) den Zweiten (42/18) empfängt, sei die Feier nach Schlusspfiff eher verhalten ausgefallen. Blum erläuterte: „Das hatten wir uns so vorgenommen, denn unser Fokus liegt auf der Meisterschaftsrunde“. Der Dosenöffner des Pokalsiegs hat indes einen Namen: Stefan Kehl. Der 32-jährige Außenverteidiger bugsierte mit all seiner Routine einen Freistoß unweit des Strafraumecks, als jeder eine Flanke erwartete, ins kurze Eck des gegnerischen Gehäuses. „Ich sah, dass der Torwart weit rechts steht und dachte, probier’s doch mal“, schilderte Kehl seinen Treffer. Es war nach 17 Minuten der erste Torschuss der Contwiger überhaupt. Was die 22 Akteure sonst so boten, konnte nicht deren tatsächliche Leistungsstärke spiegeln. Spielfluss war nicht zu erkennen, immer wieder kam es auf beiden Seiten zu Fehlabspielen und etlichen (kleinen) Fouls. Das lag vor allem auch an einem sehr holprigen Rasen, der sich als zwölfter und schier übermächtiger Gegenspieler beider Kontrahenten aufplusterte. Das arg ramponierte Grün passt einfach nicht in das wunderschöne städtische Stadion, in dem sich gestern zum Finale lediglich rund 600 Zuschauer eingefunden hatten. „Da macht Fußball keinen Spaß“, brachte es Martin Gampfer auf den Punkt. Und so holte sich denn Contwig nicht unverdient den Kreispokal, obwohl das Team weniger Spielanteile und deutlich weniger Torchancen verzeichnet hatte als die Waldfischbacher. Am Sonntag beginnt das direkte Duell von Neuem. So spielten sie SG Waldfischbach: Vivi – Schneider, Gampfer, Wollenschläger, Jörg (77. Wilhelm) – Hörner (72. Scherrer), Zimmermann – Neupert, König, Mohames (57. Nikolaus) SV Palatia Contwig: Betz – Hein, Semar, Rausch, Kehl – Hoffmann (83. Utzinger), Götzinger, Sefrin (75. Höh), Tropper – Moutous, Koch (59. Grünnagel). Tore: 0:1 Kehl (17.), 0:2 Moutous (62.) – Gelbe Karten: Jörg – Sefrin, Götzinger, Hein – Gelb-Rote Karte: Gampfer (SG, 79. wiederholtes Foulspiel) – Beste Spieler: Neupert, Schneider – Kehl, Hein – Zuschauer: 600 – Schiedsrichter: Vollmar (Großsteinhausen).

Der schönste Treffer blieb gestern Nachmittag unbelohnt: Moritz Neupert von der SG Waldfischbach versenkte einen Fallrückzieher
Der schönste Treffer blieb gestern Nachmittag unbelohnt: Moritz Neupert von der SG Waldfischbach versenkte einen Fallrückzieher im Contwiger Netz. Allerdings war, so entschied das Schiedsrichter-Team, das Tor aus einer Abseitsposition heraus erzielt worden. Contwigs Keeper Moritz Betz (rechts) und seine Mitspieler konnten aufatmen.
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