FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel SV Hermersberg macht zu viele Abwehrfehler bei 2:4 gegen TuS Marienborn

„Wir verhalten uns wie Schuljungen“, sagte Hermersbergs Torhüter Luca Layes.
»Wir verhalten uns wie Schuljungen«, sagte Hermersbergs Torhüter Luca Layes.

Der SV Hermersberg hat in der Fußball-Verbandsliga trotz früher Führung sein Heimspiel gegen den TuS Marienborn mit 2:4 (1:1) verloren. Der Aufsteiger leistete sich zu viele Fehler und läuft angesichts von sechs Punkten Rückstand auf den Tabellenvorletzten Gefahr, den Anschluss zu verlieren.

Das Schlusslicht begann gegen den Titelkandidaten taktisch diszipliniert. Die Gäste hatten zwar mehr vom Spiel, aber der SVH verteidigte stark und setzte selbst zeitweise Akzente in der Offensive. Patrick Freyer köpfte in der 9. Minute nach Daniel Jochums Maßflanke das 1:0.

Zu viele Fehlpässe

Der SVH stand weiter sehr tief, Marienborns Druck nahm zu. Bei der gefährlichsten Aktion des TuS in der ersten Halbzeit parierte SVH-Torhüter Luca Layes zwar noch mit einem Reflex einen gefährlichen Kopfball von Philipp Schrimb, war aber dann machtlos, als Alexander Rimoldi den ersten Abstimmungsfehler in der Abwehr zum 1:1 nutzte (33.). Trotz der jüngsten Erfolgserlebnisse im Pokal und in der Liga war Hermersberg nicht stabil genug, diesen Rückstand wegzustecken, und wurde nach dem Gegentreffer immer unsicherer. Der SVH leistete sich zu viele Stockfehler, und die Fehlpässe im Mittelfeld häuften sich deutlich.

„Wie Schuljungen“

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit verpasste Moritz Freisler freistehend vor dem Hermersberger Tor eine scharfe Hereingabe von Rimoldi nur knapp. In Minute 51 dann das 1:2: Bei einem scharf auf den kurzen Pfosten getretenen Freistoß stand die komplette SVH-Abwehr falsch, und zu allem Unglück fälschte dann auch noch Nico Juner den Ball unglücklich ins eigene Tor ab. „Es ist bitter, wenn da die Zuordnung nicht passt und wir uns wie Schuljungen verhalten“, war Torhüter Layes frustriert.

Auch beim 1:3 (62.) war die Zuordnung nicht verbandsligatauglich: Freisler durfte nach einer Ecke vollkommen freistehend einköpfen. „Es haben alle den Anspruch, Verbandsliga zu spielen. Wir kriegen zu viele naive Standard-Gegentore. Ich predige die Zuordnung jede Woche“, war Trainer Jens Mayer bedient.

Keine gute Aktion des Trainers

Kurioserweise brachte ausgerechnet Marienborns Coach Ali Cakici Hermersberg zurück ins Spiel, indem er in der 77. Minute vehement einen Elfmeter forderte und auch den vermeintlich gefoulten Rimoldi animierte, sich an den Protesten zu beteiligen. Statt des geforderten Elfers gab es für Cakici die Gelbe Karte und für Rimoldi Gelb-Rot vom souveränen Schiedsrichter Jannick Ziehmer. Hermersberg nutzte die Überzahl zum Anschlusstreffer. In der 81. Minute scheiterte zunächst noch Freyer mit einem wuchtigen Schuss an TuS-Keeper Jannik Reinländer, doch Jochum verwertete den Abpraller zum 2:3.

Hermersberg versuchte nun, noch auszugleichen, aber die Aktionen waren nicht zwingend genug. Mit der letzten Aktion erzielte Marienborns Freisler seinen zweiten Treffer – damit 2:4. Das Fazit von SVH-Coach Mayer: „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Es wird jetzt gefährlich. Wir müssen aufpassen, dass wir dranbleiben. Das gelingt nur, wenn wir anders als heute in Fußgönheim über 90 Minuten powern.“

SO SPIELTEN SIE

SV Hermersberg: Layes - Juner (79. Berg), Simon, Metzger, Kolb - Masch, Dudek - Jochum (82. Weber), Bißbort (53. Gries), Mendel - Freyer

Tore: 1:0 Freyer (8.), 1:1 Rimoldi (33.), 1:2 Juner (51., Eigentor), 1:3 Freisler (62.), 2:3 Jochum (81.), 2:4 Freisler (90.) - Gelbe Karte: Cakici (Trainer Marienborn) - Gelb-Rot: Rimoldi (Marienborn). Zuschauer: 125 - Schiedsrichter: Ziehmer (Kindsbach).

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