Pirmasens Streit beim MTV eskaliert

Die Auseinandersetzung zwischen Gerhard Gerst und den MTV-Vorstandsmitgliedern Heinz Huck, Volker Hehn und Andreas Hemmer dominierte die außerordentliche Generalversammlung der Männerturner am Donnerstagabend.
Gerhard Gerst, seit zweieinhalb Jahren als durchaus erfolgreicher Spielleiter der Fußballabteilung innerhalb des MTV tätig, kritisierte insbesondere den MTV-Vorsitzenden Huck wegen seiner in einem Artikel der RHEINPFALZ vom 2. August gemachten Äußerungen. Darin hatte Huck gesagt, dass sich Gerst „mit seiner Art selbst aus dem Verein hinausmanövriert“ habe und gab Gerst die Schuld am Scheitern der Verhandlungen über den Bau eines Kunstrasenspielfeldes mit dem FK Pirmasens. Gerst hingegen sagte, dass er und der FKP über den Bau eines Kunstrasenspielfeldes „einig“ gewesen seien. Differenzen habe es nur wegen des Wechsels des Spielers Benjamin Peters gegeben. Gerst in der Versammlung: „Der FKP baut den Kunstrasenplatz selbst und ein Vereinsheim dazu.“ Gerst monierte auch die Verhaltensweise des Vorsitzenden Hehn, der in der letzten Hauptversammlung gesagt habe, dass er sein Amt niederlege und aus der Versammlung verschwunden sei. Das habe Gerst als Fakt hingenommen. Dass Hehn doch Vorsitzender geblieben sei, sei nicht rechtens, so die Sichtweise von Gerst. Deshalb sagte er am Donnerstag zu Huck und Hehn: „Ihr zwei sitzt illegal da.“ Huck habe „wie schon in der Saison 1969/70, als ich vom MTV nach Contwig gewechselt war, Dreck hinter mir her geschmissen“, führte der von seinem Amt enthobene Gerst aus. Huck entgegnete, dass Gerst ihn als „dreckigen Lügner tituliert“ habe und Hehn kritisierte in einer nun wenig sachlich verlaufenden Diskussion, die nur mit viel Insiderwissen nachvollzogen werden konnte, dass Gerst an ihn „und meine Familie E-Mails geschrieben habe, die unter aller Sau waren“. Er könne dies auch belegen. Gerst hingegen bezichtigte Huck, „hinterhältige und feige Beschlüsse gefasst“ zu haben. Hemmer indes sagte zu Gerst, „du hast viel für den Verein gemacht, aber du rechnest auch ab“. Daraufhin wehrte sich Gerst: „Ich habe monatlich 175 Euro bekommen, aber stets 300 oder 400 für den Verein ausgegeben.“ In der vergifteten Atmosphäre im Sportheim berichtete Gerst noch von einem Schreiben eines Rechtsanwaltes, in dem er aufgefordert worden sei, die Kosten für die Verpflichtung eines Entertainers zur Aufstiegsfeier der MTV-Fußballer zu übernehmen, „weil dieser von meinem Computer aus verpflichtet worden ist“, so Gerst. Dies sei zwar so richtig, doch habe er in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren alle Geschäfte im Namen des MTV von seinem Computer aus getätigt. Dazu sagte Huck: „Du hättest mich vor der Verpflichtung fragen müssen, denn ich bin der Vorsitzende und hafte auch mit meinem Privatvermögen für den Verein.“ Gerst verdeutlichte, dass er die Kosten für den Entertainer nicht zahlen werde, „ich lasse die Sache vor Gericht gehen“. Letztlich packte Gerst seine Unterlagen zusammen und verließ das Sportheim mit den Worten: „Ich trete aus dem Verein aus. Am Dienstag bin ich kein Mitglied mehr.“ Zu Beginn der außerordentlichen Generalversammlung hatten die 41 anwesenden Mitglieder Andreas Hemmer und Karsten Clauer als Vorstandsmitglieder zur besonderen Verwendung gewählt. Außerdem stimmte die Versammlung fast einstimmig einer Beitragserhöhung um einen Euro im Monat zu. Der Jahresbeitrag eines erwachsenen Mitgliedes steigt somit zum 1. Januar des kommenden Jahres von 84 auf 96 Euro. (ig)