Pirmasens Stoll: Drei Tore besser als TSR

THALEISCHWEILER. Nach dem Schlusspfiff gab’s kein Halten mehr. „Derbysieger, he, he; Derbysieger, he, he“, skandierten am Samstagabend die Pfalzliga-Handballer des TV Thaleischweiler mit ihren Fans, um dann in einem Reigen noch mal alle Spannung, alle Emotionen, die sich in den 60 Minuten im Spiel gegen die Turnerschaft Rodalben aufgestaut hatten, loszuwerden. Mit 26:23 (12:10) besiegten die „Skorpione“ die TSR, die sich damit zum dritten Mal in Folge in einem Liga-Derby geschlagen geben musste. Die Rodalber Spieler und Trainer gratulierten zum Sieg und gingen mit versteinerten Gesichtern in die Kabine.
Dabei hatte Rodalben in den Anfangsminuten einige Lücken in der TVT-Abwehr aufgedeckt. Der sehr effektive Linksaußen Kevin Hauck traf zum 0:1 und 1:2. Doch es sollte Rodalbens letzte Führung gewesen sein. Thaleischweilers starker Torhüter Alexander Sema wehrte gegen Moritz Baumgart und Jörn Poß mit tollen Reflexen ab. Auch Norman Denzer im TSR-Tor zeigte sein Können, als er einen Siebenmeter von Andreas Eger abwehrte, doch gegen den Nachwurf von Sven Buchheit war er machtlos – 3:2, die erste Führung der Gastgeber. In der Folgezeit stand die von Trainer Björn Stoll umgestellte TVT-Abwehr sicherer, der TSR-Angriff kam ins Stocken. Und das nicht nur weil die Rückraumstrategen Moritz und Jonas Baumgart nicht mehr die nötigen Freiräume hatten, sondern auch die Anspielstationen durch die Deckungsarbeit des TVT wegbrachen. Wenn Thaleischweiler im Angriff war, verteilte Felix Stuppy aus der Rückraummitte klug den Ball. Dominik Schweizer traf zum 5:3. Auf der anderen Seite bewegte Kevin Hauck beim Siebenmeter den Fuß – abgepfiffen. Dann handelte sich Daniel Hunsicker eine Zwei-Minuten-Strafe ein. Rodalben nutzte dies, um mit zwei Toren von Moritz Baumgart und Florian Bold zum 5:5 auszugleichen. Das Spiel wurde nun ruppiger, die „kleinen“ Fouls häuften sich, aber alles bleibt im Rahmen, und die beiden Schiedsrichter taten gut daran, diese „Kleinigkeiten“ sofort zu unterbinden. Auch machte sich auf beiden Seiten Nervosität bemerkbar, denn anders sind die auffallend viele Vergehen gegen die Schritteregel sowie Abspielfehler, Kreiseintritte und Fehlwürfe nicht zu erklären. Als Kevin Hauck dann per Siebenmeter zum 9:9 in der 29. Minute einwerfen konnte, schien das Spiel kurz vor der Pause einen anderen Verlauf zu nehmen. Doch Andreas Eger mit einem verwandelten Siebenmeter und zwei sehenswerten Toren von Linkaußen markierte den 12:10-Halbzeitstand. Der TVT startete ziemlich leichtfertig in die zweite Hälfte, denn der Angriff brachte es fertig, drei Angriffe ohne Torwurf abzuschließen. Erst Dominik Schweizer und Daniel Hunsicker, die auf 16:13 erhöhten, beruhigten ihren sichtlich gestressten Trainer Björn Stoll. In der Abwehr agierten die Hausherren ruhig und unaufgeregt. Selbst die Rote Karte für Daniel Hunsicker in der 43. Minute wegen der dritten Zeitstrafe brachte sie nicht aus der Ruhe. Als Kevin Hauck in der 52. Minute die TSR bis auf ein Tor heranwarf, spielten die Schweizer-Brüder ihre ganze Erfahrung aus und warfen drei Tore in Folge zum 24:20. Als der Rodalber Max Hubele in der 56. Minute eine Zeitstrafe kassierte und Eger das 26:22 warf, war die Partie endgültig entschieden. Alexander Sema wehrte in den Schlusssekunden noch einen Ball von Jonas Baumgart ab, und dann war beim TVT Party angesagt. „Die Einstellung war da und wir haben mit Sicherheit kein schlechtes Spiel gemacht. Aber die negativen Kleinigkeiten in der Abwehr machten die Niederlage aus“, sagte Rodalbens Co-Trainer Hubert Hubele. Thaleischweilers Coach Stoll zog folgendes Fazit: „Für mich war das kein glücklicher Sieg. Wir haben uns das erkämpft und erspielt. Wir waren eben die drei Tore besser als die TSR.“