Pirmasens Stets mit einem Augenzwinkern

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Marcel Adam, einer der bekannten Chansonniers, Liedermacher, Autoren, Komponisten und Interpreten im südwestdeutschen Raum, ist ein musikalischer Grenzgänger mit annähernd 35 Jahren Bühnenerfahrung. Über seine vielfältigen Einblicke in das Musikgeschäft hat der aus dem lothringischen Grosbliederstroff stammende Künstler nun ein Buch geschrieben. Titel: „Marcel Adam – Kleinkunst ist kein Rock’n’Roll. Aus dem Leben eines musikalischen Grenzgängers“.

„He, Sie do, Ihr steht auf dem reservierten Parkplatz des Bürgermeisters, weg da, da habt ihr nichts zu suchen!“ So pflaumte den Liedermacher ein Hausmeister an, als er in einem kleinen Dorf engagiert war und seinen Wagen rechtzeitig vor dem Konzert vorm Bürgerhaus parken wollte. Es war am Anfang von Adams Kleinkunst-Karriere. Er war noch recht unerfahren in dem Metier, und er wusste nicht, „wie Deutschland funktioniert und der ,Deutsche Michel’ tickt“. Da lernte Adam erstmals, dass der deutsche Hausmeister zur damaligen Zeit deutlich vor dem „Gitarren-Klimperer“ in der Hierarchie stand. „Monsieur le Hausmeister in seiner grauen Uniform mit strengem Ton und drohender Gebärde besaß eine Machtbefugnis, die sich heute unsere Gendarmen in Sarreguemines wünschen würden“, schreibt er. Besonders schlechte Erfahrung macht auch Adam mit Journalisten und Fußballern. „Wir wurden für die musikalische Umrahmung einer Weihnachtsfeier eingeladen. Die Gage war ordentlich. Nur ein kleines Manko an diesem Abend: Keine Sau hörte uns zu!“ So berichtet er von einer Feier eines Energieversorgungsunternehmens, zu der auch „die noblen Herren von den Medien“ eingeladen waren. Noch schlimmer erging es ihm bei der Aufstiegsfeier eines Fußballvereins. „Die Jungs vom Dorf hatten ihren Pokal gestreichelt, gegessen, gesoffen, gesungen, ihre Mädels auf dem Schoß geknutscht. Aber sie wollten mich auf der Bühne, ganz elähn mit meiner Gitarre einfach nicht wahrnehmen.“ Nicht selten würden er und seine musikalischen Begleiter gefragt, ob sie nicht mal aufhören könnten mit dem „englischen Zeug“ und stattdessen deutsche Schlager spielen. „Junge, spiel mol ordentlich Musigg!“, habe ihn sogar mal ein Riese mit einem Brustkorb wie Arnold Schwarzenegger bedroht. Das sind Geschichten, die das Leben schreibt. Sie prägen sowohl seine Texte wie auch seine meist in Lothringer Mundart vorgetragenen Lieder. Mit Humor und Gefühl lassen sie weder die Leser, noch die Zuhörer bei seinen Konzerten ungerührt. In seinem Buch erzählt Adam von den Höhen und Tiefen, die er im Laufe seiner 35 Bühnenjahre erlebt hat. Denn als Kleinkünstler besitzt er keinen Starbonus. So muss er sich in seinem Künstleralltag neben Hausmeistern auch mit Konzertveranstaltern auseinandersetzen, mit Fußballspielern oder Zollbeamten. Und das macht er in diesem Buch auf seine gewohnt charmante und sympathische Weise. Und stets mit einem Augenzwinkern. Buchtipp Marcel Adam: „Kleinkunst ist kein Rock′n′Roll - C′est dur la culture“, mit CD „Aus dem Leben eines musikalischen Grenzgängers“.

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