Pirmasens Stets auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen

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Ihr Ziel ist die Herausforderung. Ihre Motivation ist es, das Außergewöhnliche einer sportlichen Belastung zu erleben und dem Körper alles abzuverlangen, was er zu leisten in der Lage ist. Triathletin Carina Weidler ist ein Paradebeispiel für eine „Sportverrückte“ im allerbesten Sinne. Die Triathletin aus Waldfischbach-Burgalben lebt den Ausdauersport tagtäglich. Titel spielen für die 25-Jährige eine untergeordnete Rolle, Zeiten, Bestleistungen und Platzierungen geraten zur Nebensache. Auf die Frage, welche Zeit sie denn beim Gewinn der Pfalzmeisterschaft im Crosslauf gelaufen sei, zuckt sie fast schon verlegen mit den Schultern und sagt: „Gute Frage, ich hab keine Ahnung.“ Dass sie gleich zweimal Pfalzmeisterin wurde, und zwar in der Lang- und in der Kurzdistanz, das ist für sie eher nebensächlich. „Ich finde einen Wettkampf dann gut, wenn ich alles aus mir herausgeholt habe. Mir kommt es auf meine Leistung, nicht auf die Platzierung an“, erklärt sie. Ihre Liebe zum Sport kommt nicht von ungefähr. Die ganze Familie ist sehr sportlich: Vater Martin war früher selbst Fußballer bei der SG Waldfischbach, heute ist er als Funktionär tätig. Auch Bruder Mark spielt für die SGW Fußball und für den TC Grün-Weiß Tennis. Zum Ausdauersport kam Carina Weidler eher zufällig: Als Kind spielte sie Volleyball und ambitioniert Handball im Trikot des TV Pirmasens, später bei der SG Waldfischbach. Bei einem Handballspiel im Jahr 2009 zog sich die damals 20-Jährige einen Kreuzbandriss zu. „Anfangs durfte ich nur schwimmen“, erinnert sie sich. Laufen war zunächst strengstens verboten. Später dann durfte sie Rad fahren, und damit war der Schritt zum Triathlon gemacht. Man könnte meinen, zunächst versucht man sich als Neuling bei einem Jedermann- oder Kurztriathlon. Nicht so bei Carina Weidler. Es musste gleich die Teilnahme an einem Ironman sein und zwar in Regensburg im August 2011. Weil bis dahin noch etwas Zeit war, wählte sie den Offenburger Triathlon am 1. August 2010 als ihr Debüt. Mit den Eltern als Unterstützung, aber ohne jegliche Erfahrung im Triathlonsport, schwamm sie die 1,9 Kilometer eher im hinteren Mittelfeld, spulte dann 90 Radkilometer durch den Schwarzwald ab. Beim Laufen startete sie eine fulminante Aufholjagd. „Es war ein tolles Gefühl, einen nach dem anderen zu kassieren“ (gemeint ist einholen). Am Ende durchlief sie nach 5:16,22 Stunden die Ziellinie und stand gleich beim Einstand auf dem Treppchen. Gesamtdritte bei den Frauen und Altersklassensiegerin. „Damit hätte ich nie gerechnet“, sagt sie rückblickend. Dass es im Sport aber auch Rückschläge gibt, erfuhr sie beim Ironman in Regensburg. „Bei diesem Wettkampf ging es mir überhaupt nicht gut, abbrechen wollte ich aber auch nicht. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich ins Ziel gekommen und wieder fit geworden bin“, lautet ihr Resümee. Nach einem Jahr Wettkampfpause traute sie sich im August 2012 zum ersten Mal wieder an einen Triathlon. Inzwischen hat sie gut ein halbes Dutzend Triathlonwettkämpfe hinter sich. Die Jagd nach Rekorden spielt für sie dabei keine Rolle, eher die Suche nach etwas Neuem. Die neue Herausforderung für 2014 fand sie bei einer Internetrecherche. Der „Gigathlon“ in Holland sollte es werden, ein zweitägiger Wettkampf über 476 Kilometer mit den Disziplinen Mountainbike-, Rennrad- und Inlinerfahren sowie Schwimmen und Laufen. Die Hiobsbotschaft erfuhr sie vor einigen Tagen. Der Wettkampf wurde abgesagt. „Damit hat sich leider meine Jahresplanung zerschlagen, jetzt muss ich mir eine neue Herausforderung suchen“, stellt sie fest. Als „hartnäckig und sehr zielstrebig“ beschreibt Mutter Anka Weidler ihre Tochter. „Alle denken immer, ich sei diszipliniert, dabei tue ich einfach nur, was mir Spaß macht. Sport ist für mich wie Süßigkeiten – je mehr, desto besser“, merkt die Sport- und Biologiestudentin grinsend an. Derzeit verfasst sie ihre Masterarbeit und arbeitet nebenher als Trainerin in einem Fitnessstudio in Kaiserslautern. „Für andere Leute schreibe ich gerne Trainingspläne, ich selbst trainiere in erster Linie nach Lust, Laune und Körpergefühl.“ Zu ihren schönen Wettkampf-Erinnerungen gehören auch die Transalp, eine Alpenüberquerung mit dem Rennrad, sowie die Teilnahme am Strongmanrun auf dem Nürburgring und bei „Ab in de Batsch“ im Saarland. Fest eingeplant für 2014 hat sie den Zugspitzlauf und einige weitere Trailläufe. „Und irgendetwas Verrücktes muss natürlich auch noch sein, ich habe auch schon ein paar Ideen, weiß aber noch nicht genau, was es werden wird.“

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