Triathlon
Starker Auftritt des Waldfischbachers Mark Weidler in Alpe d’Huez
Mark Weidler ist am Donnerstag beim Triathlon Alpe d´Huez 45. unter 1042 Startern (darunter 101 Frauen) und damit zweitbester Deutscher geworden. Für die 2,2 Kilometer lange Schwimmstrecke, die anschließenden 118 Kilometer auf dem Rad mit dem legendären Tour-de-France-Anstieg ins Skigebiet Alpe d’Huez und den abschließenden 20-Kilometer-Lauf benötigte der Berufsfeuerwehrmann aus Waldfischbach-Burgalben 6:44:41 Stunden. Es siegte der Franzose Clément Mignon in 5:39:09 Stunden. Schnellster Deutscher war Profi-Triathlet Marc Dülsen von der TSG Malterdingen, der mit 6:08:35 Stunden Rang 18 belegte.
116 geben auf
„Die Einteilung hat gepasst, ich bin sehr zufrieden mit dem Radfahren und Laufen, beim Schwimmen habe ich etwas Zeit verloren“, bilanzierte Weidler, den seine Lebensgefährtin Lorena Mayer beim Wettbewerb begleitete. Nach zwei Mitteldistanztriathlons in Sankt Pölten und Neuwied vor zwei Jahren war dieser Wettkampf der bisher längste in der noch kurzen Triathlon-Karriere des 31-Jährigen, der seit Jahren als einer der besten Langläufer der Pfalz bekannt ist. Während er als Leichtathlet für den TuS Heltersberg startet, ist Weidler als Triathlet für den 1. FC Kaiserslautern unterwegs. Sein FCK-Kollege Nico Fuchs aus Trier war am Donnerstag auch dabei, gab jedoch wegen Knieproblemen beim Laufen auf. Außerdem erreichten weitere 115 Starter nicht das Ziel.
Um 9.45 Uhr begann für Weidler mit der Startnummer 303 der Wettkampf mit dem Schwimmen: 2200 Meter im Lac du Verney bei 17 Grad Wassertemperatur. Weidler tat dies als Brustschwimmer. Er kraulte nur wenige Meter, weil er beim Kraulen Atemprobleme habe. Nach 45:28 Minuten kam er aus dem Wasser. Der erste Wechsel zum Radfahren dauerte 4:06 Minuten.
„Demut und mentale Stärke“
Es folgt die 118 Kilometer lange und mit 3200 Höhenmetern gespickte Radstrecke. „Angesichts des Berges werden ihre Demut und ihre mentale Stärke ihr größtes Kapitel sein“, schreibt dazu der Veranstalter auf seiner Homepage. Während die Tour de France dieses Jahr einen Bogen um die mystischen 21 Kehren hinauf in die 1860 Meter hohe Skistation gemacht hat, nahmen die Triathleten zum 14. Mal Alpe d´Huez in Angriff.
21 Serpentinen
Das erste Teilstück im Oisans-Tal bis zum Fuße des Alpe du Grand Terre beginnt flach. In Valbonnais folgt der zweieinhalb Kilometer lange und vier Prozent steile Aufstieg zum Col du Malissol. Der zweite Berg heißt Col d´Ornon, dessen Steigung stetig zunimmt, bevor die dritte Schwierigkeit der Radstrecke, die Abfahrt nach Bourg d’Oisans folgt. Danach „die Legende“, die Eroberung der berühmten 21 Serpentinen nach Alpe d’Huez, weltbekannt durch die Tour de France. 14 Kilometer lang ist der Anstieg bei acht Prozent Steigung. Die ersten drei Serpentinen gelten als die schwierigsten. Weidler brauchte 4:35:53 Stunden für die Radstrecke und fuhr von Platz 657 nach dem Schwimmen auf Rang 76 vor. Nur 53 Teilnehmer waren auf zwei Rädern schneller als der Ex-Fußballer der SG Waldfischbach. „Es hat mega Spaß gemacht. Ich konnte bei allen Bergen die Leistung abrufen, die ich wollte. Das hat mich fürs Laufen motiviert“, resümiert er. Der Wechsel zum Laufen gelingt Weidler in 2:05 Minuten.
Gefühl täuscht
Auf der 20-Kilometer-Distanz mit 300 Höhenmetern – dreimal wurde ein 6,7 Kilometer langer Rundkurs gelaufen – machte der Waldfischbacher erneut Plätze gut. Fordernd und kräftezehrend sind nicht nur die Höhenmeter, sondern auch die Höhenluft. Die letzte Disziplin wird schließlich 1800 Meter überm Meeresspiegel absolviert. Mit 1:18:07 Stunde ist Weidler beim Laufen 13. und zwei Minuten schneller als Profi Dülsen. Der Gesamtsieger lief nur zwei Minuten schneller als Weidler. „Ich habe mich extrem langsam gefühlt, dennoch war ich recht flott unterwegs“, stellte Weidler verblüfft fest.