Pirmasens Star der Leinwand: Florian Henckel von Donnersmarck

Was für ein Name! Kein Wunder, dass der Regisseur mit diesem ausgesprochen teutonisch klingenden Adelstitel die Oscarjury 2007 auf sich aufmerksam machte. Damals heimste er für sein Spielfilmdebüt, das Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“, den Oscar für den besten Auslandsfilm ein. Doch nachdem sein zweiter Film, sein Hollywooddebüt „The Tourist“ 2010, für das er mit Angelina Jolie und Johnny Depp zwei große Stars verpflichten konnte, floppte, war es still um ihn geworden. Mit dem neu anlaufenden Kunstdrama „Werk ohne Autor“, das ebenfalls als deutscher Beitrag für die Vorauswahl der Nominierungen für den „Bester fremdsprachiger Film“-Oscar eingereicht wurde, ist er aber wieder in aller Munde. Dieses Auf und Ab seiner Karriere dürfte den 1973 in Köln geborene Adelsspross wenig kratzen, denn von Donnersmarck ist bekannt für ein solides Selbstbewusstsein. Sein Vater war Lufthansa-Manager, seine Mutter Soziologin und Mitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes; Bruder Sebastian ist ebenfalls Regisseur. Die Familie entstammt schlesischem Adel und lässt sich bis in 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Er wuchs in New York, Berlin, Frankfurt und Brüssel auf, studierte in St. Petersburg russisch und in Oxford Politik und VWL. Doch nach einem Praktikum bei Regisseur Sir Richard Attenborough sattelte er auf das Filmemachen um. Nach dem Studium an der Münchner Filmhochschule drehte er preisgekrönte Kurzfilme und bekam im Jahre 2000 den Max-Ophüls-Preis des Saarbrücker Filmfestivals verliehen. An dem Drehbuch für „Das Leben der Anderen“ feilte er vier Jahre. Das DDR-Drama wurde im In- und Ausland mit Preisen überhäuft und feierte auch international einen großen Erfolg. Dann zog er mit Kind und Kegel nach Los Angeles, las Drehbücher und konnte dank des Interesses von Angelina Jolie, die „Das Leben der Anderen“ gesehen hatte und mit ihm arbeiten wollte, mit „The Tourist“ sein Hollywooddebüt feiern. Es war der Versuch, so der Regisseur, anders als in Deutschland möglich, „Glanz, Glamour und Starpower“ in einen Film zu bringen. Der 2,05 Meter große Regisseur ist mit einer Rechtsanwältin verheiratet und hat drei Kinder. „Kunst ist mir ziemlich heilig“, sagt der Regisseur, und „es gibt Filme, die einen zum besseren Menschen machen.“