Pirmasens Stabwechsel bei den Zahnärzten

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„Jetzt ist es Zeit, die neue Generation ans Ruder zu lassen. “ Mit diesem Satz leitete Zahnarzt Helmut Stein (Clausen) den Wechsel an der Spitze der Kreisvereinigung der Zahnärzte Pirmasens-Zweibrücken am Donnerstagabend ein. Sein bisheriger Stellvertreter Jürgen Simonis (Hinterweidenthal) wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt, Christof Vatter (Waldfischbach-Burgalben) und Jürgen Schunck (Zweibrücken) sind dessen Stellvertreter. Steins Verdienste wurden mit dem Ehrenvorsitz gewürdigt.

„Wir sind dafür da, um die zahnärztliche Versorgung in der Region sicherzustellen“, erläuterte Stein Sinn und Zweck der standespolitischen Vereinigung. 115 Zahnärzte in den Städten Pirmasens, Zweibrücken und dem Landkreis Südwestpfalz sind für die Gebisse der rund 180.000 Bürgerinnen und Bürger zuständig. Stein wünscht sich von seinen Nachfolgern, alle bisherigen Aktivitäten beizubehalten und wenn möglich auszubauen. Eine Aufgabe wäre zudem, junge Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen und sie zum Engagement zu motivieren. Ebenfalls eine Aufgabe für die neue Vorstandschaft sei eine Notfalldienstregelung. Er verwies auf das Beispiel Ludwigshafen, wo es einen zentralen Notdienst für abends und das Wochenende gebe. Für einen regionalen zahnärztlichen Notdienst biete sich die Notfalldienstzentrale in der Pettenkoferstraße an. „Herausragend für unsere Kreisgruppe ist die Gründung der ersten Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege (AGZ) in Rheinland-Pfalz im Jahr 1982.“ Die Gründung der LAGZ Rheinland-Pfalz erfolgte 1984, seit 1993 ist die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe in ganz Rheinland-Pfalz flächendeckend nach dem Konzept der AGZ Pirmasens-Zweibrücken organisiert. „Wir betreuen heute in der Region 117 Kitas mit 42 ehrenamtlichen Patenzahnärzten und 51 Schulen mit 31 Schulzahnärzten“, zieht Stein Bilanz. Schritt für Schritt wurden die Programme ausgebaut, vor allem die systematische, präventiv ausgerichtete Schulzahnpflege. „Aktuell probieren wir ein Projekt, nämlich die Kinder vom Kinderarzt über das gelbe Untersuchungsheft an die Zahnarztpraxen zu verweisen. Wir versprechen uns davon, dass die frühkindliche Karies, die bei etwa 15 Prozent der Kinder im frühesten Kindesalter, manchmal schon ab sechs Monaten zu entdecken ist, einzudämmen. “ Außerdem ist die AGZ beteiligt am lokalen Netzwerk Kinderschutzregion Südwestpfalz, speziell beim Arbeitskreis „Frühe Hilfen“ und engagiert sich beim Pakt für Pirmasens. Stein: „Wir möchten benachteiligte Kinder fördern.“ Denn die Karies habe sich inzwischen stark polarisiert: im Prinzip haben 20 Prozent der Kinder 80 Prozent der Karies. Bei den Kleinkindern würden 15 Prozent der Kleinkinder praktisch die gesamte Kleinkindkaries auf sich konzentrieren. Aus Altersgründen verabschiedete sich Stein nach 31 Jahren Vorstandsarbeit (davon sechs Jahre als Vorsitzender) bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz in den Ruhestand. Auch hier wurde er zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Weiterhin am Herzen liegt ihm das Thema Jugendzahnpflege und zahnmedizinische Gruppenprophylaxe. Er bleibt Vorsitzender der AGZ Pirmasens-Zweibrücken und der LAGZ. Weiterhin ist er jeweils Jugendzahnpflegereferent bei der Bezirkszahnärztekammer und bei der Landeszahnärztekammer und zeigt auf Bundesebene Flagge als Mitglied im Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege im Auftrag der kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung.

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