Irgendwo in Pirmasens Spontaninterview: „Man kann auch in Pirmasens viel Geld lassen“

Jutta Hornung im Interview mit RHEINPFALZ-Mitarbeiterinn Tanja Daub.
Jutta Hornung im Interview mit RHEINPFALZ-Mitarbeiterinn Tanja Daub.

Jutta Hornung, die wir in der Pirmasenser Innenstadt getroffen haben, hat über 30 Jahre in München gelebt, stammt aber aus dem Ruhrgebiet. In unserem Spontaninterview hat sie uns erzählt, was sie und ihren Mann nach Pirmasens verschlagen hat, welche Vorteile die Horebstadt gegenüber Großstädten hat – und wo für sie letztlich die Unterschiede liegen.

Erzählen Sie doch mal etwas über sich…
Ich komme ursprünglich aus Duisburg, habe aber dann in Saarbrücken studiert. Mein Mann und ich sind dann nach München, wo wir 36 Jahre gelebt haben. Seit August 2022 sind wir wieder zurück in Pirmasens. Mein Mann stammt gebürtig aus der Stadt.

Warum hat es ihn hier weg verschlagen?
Wegen seines Berufs. Wenn man damals studiert hatte, waren die Angebote hier in Pirmasens nicht so groß. Sein späterer Arbeitgeber, Siemens, hatte schon immer Verbindungen mit der Saarbrücker Uni. Da war er Werkstudent und ging dann nach München. Jetzt sind wir im Ruhestand. Da haben wir gesagt, dass wir unser Leben in München aufgeben und zurück nach Pirmasens ziehen.

Und wie ist Ihr Eindruck?
Ich kenne Pirmasens noch von früher, da wir ja unweit davon in Saarbrücken studiert haben. Es ist irgendwie noch wie zu Studentenzeiten, nur 40 Jahre später.

Welche Vorteile hat die Stadt denn für Sie – so im direkten Vergleich zu einer Großstadt wie München?
Sagen wir mal, in Pirmasens ist vieles geballter. Hier kann man noch ganz locker in eine Kneipe gehen, ohne drei Tage vorher reserviert zu haben oder sonst irgendwas. Das war in München immer etwas schwierig. Da musste man ja immer Anträge stellen und so weiter. Der Pfälzerwald kommt auch dazu, der ist ja auch nicht zu verachten. Dort sind wir viel unterwegs. Bei uns kommt noch die Schwiegermutter dazu. Sie ist jetzt ein Betreuungsfall und deshalb war es für uns sinnvoll, nach Pirmasens zu ziehen.

Und das Leben ist hier günstiger als in München…
Ja, die Lebenshaltungskosten kommen auch noch hinzu. Aber je nachdem, wie teuer man essen gehen möchte, kann man in Pirmasens auch viel Geld lassen.

Denken Sie, dass Sie hier auch Ihren Lebensabend verbringen?
Das sehe ich mal so. Es sei denn... ich weiß nicht... mein Mann stirbt vor mir und ich sage, ich gehe ab ins Ruhrgebiet wieder. Aber das glaube ich nicht.

Lässt einen das Ruhrgebiet je los, wenn man dort geboren und aufgewachsen ist?
Ich hatte meinem Mann ja in frühen Ehejahren versprochen, dass wir nach Pirmasens ziehen, wenn wir in Rente gehen. Das kam dann sehr flott. Aber Ruhrgebiet war für mich damals keine Option. Durch die Betreuung meiner Mutter bin ich eine Zeit lang sehr oft ins Ruhrgebiet zurückgefahren und ich muss sagen, mit zunehmendem Alter fühlt man sich dann auch wieder wohl in Duisburg. Duisburg muss man eigentlich nicht haben.

Warum nicht?
Das ist nur für Leute interessant, die dort geboren und aufgewachsen sind. Aber die Mentalität dort, die weiß ich jetzt zu schätzen. Die ist völlig anders als hier. Und darin bin ich, glaube ich, noch drin verwurzelt. Ich bin ein sehr offener und sprechbereiter Mensch, das ist in Pirmasens manchmal schwierig. Wenn man im Ruhrgebiet in eine Kneipe geht und kennt niemanden, dann verbringt man einen sehr angenehmen Abend, weil man direkt angelabert wird. Man gewinnt keine Freunde fürs Leben, aber man hat einen entspannten und fröhlichen Abend. Das könnte hier in Pirmasens etwas schwierig werden. Aber damit kann ich leben.

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