Pirmasens Sparkasse Südwestpfalz: Zwei statt drei Vorstände
Die Sparkasse Südwestpfalz baut Personal ab und macht dabei auch vor der Chefetage nicht halt. Rolf E. Klein geht im Juni in den Ruhestand. Die zwei verbleibenden Vorstände erledigen die Geschäfte künftig alleine, wobei Peter Kuntz neuer Vorsitzender des Vorstandes wird. Landrätin Susanne Ganster sieht das als wichtiges Signal an die Kunden.
Seinen neuen Posten wird Kuntz am 1. Juli antreten, sofern der Zweckverband der Sparkasse der Entscheidung des Verwaltungsrates von Donnerstag folgt. Die Sitzung des Zweckverbands wird voraussichtlich Mitte Juni sein, erläuterte gestern Landrätin Ganster, die Vorsitzende des Verwaltungsrates der Sparkasse Südwestpfalz ist.
Landrätin Ganster: "Sehr gut gewirtschaftet"
Der Verwaltungsrat hatte am Donnerstagmorgen den Prüfbericht für das Jahr 2017 diskutiert. „Wir haben sehr gut gewirtschaftet“, meinte Ganster dazu. Die Sparkasse Südwestpfalz habe eine sehr solide und starke Position. Das sieht auch der kommende Vorstandsvorsitzende Kuntz so, der in der Region viel Potenzial für die Sparkasse erkennt. „Wir sind hier der Marktführer“, so Kuntz. Die Sparkasse habe eine gute Ausgangslage für die kommenden Herausforderungen durch die Digitalisierung und Bankenregulierung. Die Auflagen für Banken nach der Finanzkrise kosteten viel Geld, brächten aber auch Verbesserungen bei der Beratung der Kunden, erläuterte Kuntz weiter. Die Nähe zu den Kunden sei ein Pluspunkt der Sparkasse.
Kein weiterer Filialabbau geplant
Auf einen eventuellen Abbau weiterer Filialen angesprochen, meinte Ganster, dass derzeit nichts geplant sei. In der zweiten Jahreshälfte treffe sich der Verwaltungsrat zu einer Klausurtagung, bei der auch die weitere Entwicklung Thema sei, kündigte Ganster dazu an. Die Sparkasse müsse immer von Neuem überlegen, was sie sich leisten könne. „Was in zwei, drei oder fünf Jahren ist, können wir heute nicht sagen“, ließ Ganster die Zukunft der aktuell 21 Geschäftsstellen und 19 Selbstbedienungsstandorte offen. Zu den Fusionsgesprächen von Sparkassen in Nachbarlandkreisen – etwa der Kreis- und Stadtsparkasse Kaiserslautern sowie der Kreissparkasse Kusel – meinte Ganster, dass die Sparkasse Südwestpfalz hier bisher nicht beteiligt gewesen sei. „Wir nehmen zur Kenntnis, dass sich im Umland drei Sparkassen über neue Partner unterhalten“, so Ganster. Die Sparkasse Südwestpfalz befinde sich nach der erfolgreichen Fusion mit der Zweibrücker Stadtsparkasse in einer starken Ausgangslage und sei gesprächsoffen. Allerdings gab Ganster auch zu bedenken, dass eine Fusion der Sparkasse Südwestpfalz nützen müsse, der weitere Partner also ihre Position nicht schwächen dürfe.
Zeichen setzen: "Auch an Spitze wird gespart"
Mit der Verkleinerung des Vorstands um immerhin 33 Prozent wolle die Sparkasse ein Zeichen an die Kunden und die eigene Belegschaft schicken, dass selbst an der Spitze gespart werde, betonte Ganster. Allerdings werde die Sparkasse auch bei den übrigen Beschäftigten reduzieren. Im vergangenen Jahr waren 498 Mitarbeiter bei der Sparkasse beschäftigt. Aktuell sind es laut Kuntz noch 478. In den nächsten zwei, drei Jahren würden bis zu 80 Mitarbeiter aus Altersgründen die Sparkasse verlassen, kündigte Ganster gestern an. Es werde aber auch Neueinstellungen geben müssen, um gerade bei der Bankenregulierung und Digitalisierung mithalten zu können, kündigte Kuntz an. Die Sparkasse Südwestpfalz werde zudem versuchen, die eigenen Mitarbeiter weiterzubilden und hochqualifizierte Beschäftigte zu halten, so Ganster.