Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Sparkasse Südwestpfalz reduziert Geschäftstellen und erhöht Gebühren

Sparkasse Winzeln
Sparkasse Winzeln Foto: Buchholz

Die Sparkasse Südwestpfalz dünnt ihr Geschäftsstellen-Netz aus. Betroffen sind 30 Mitarbeiter. Sie werden versetzt, betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Und: Die Sparkasse wird die Gebühren für Girokonten anheben.

„Die Rahmenbedingungen haben sich massiv geändert“, begründete Peter Kunz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, am Dienstag die Einschnitte ins Filialnetz und die Gebührenerhöhung. Mehr Kunden erledigen, so Kunz, ihre Bankgeschäfte online oder per Telefon, so dass die Geschäftsstellen immer weniger besucht werden. Die durchschnittlichen Sparkassenkunden kommen laut Kunz ein Mal pro Jahr zu einem Beratungsgespräch in die Filiale, sie nutzen 24 Mal den Geldausgabeautomaten und sie besuchen 108 Mal die Internetfiliale. Gerade kleinere Geschäftsstellen seien nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben, sagte die Vorsitzende des Sparkassen-Verwaltungsrats, Landrätin Susanne Ganster. Sie informierte am Dienstag zusammen mit Peter Kunz, dessen Vorstandskollege Jürgen Keiper und dem Zweibrücker Oberbürgermeister Marold Wosnitza über die Veränderungen bei der Sparkasse.

In Heltersberg hält nur noch der Sparkassen-Bus

Von derzeit 20 Geschäftsstellen, in denen noch Bankmitarbeiter präsent sind, werden im kommenden Jahr nach und nach acht Geschäftsstellen in Selbstbedienungsfilialen umgewandelt. In Heltersberg wird nur noch der Sparkassenbus verkehren. Betroffen sind die Standorte Münchweiler (Zusammenlegung mit Rodalben), Niederauerbach (Zusammenlegung mit Schlossplatz), Rieschweiler-Mühlbach (Zusammenlegung mit Thaleischweiler-Fröschen und Contwig), Winzeln (Zusammenlegung mit Marienstraße), Lemberg (Zusammenlegung mit Bahnhofstraße), Wallhalben (Zusammenlegung mit Thaleischweiler-Fröschen), Hornbach (Zusammenlegung mit Schlossplatz) und Fischbach (Zusammenlegung mit Dahn). Heltersberg wird mit Waldfischbach-Burgalben zusammengelegt, erhält aber keine Selbstbedienungsfiliale.

Rodalben wird gestärkt

Gestärkt wird Rodalben, die dortige Geschäftsstelle wird zu einem Beratungszentrum ausgebaut, dazu werden rund 400.000 Euro investiert. In Rodalben werden zehn Mitarbeiter Platz finden. In Lemberg setzt die Sparkasse die Zusammenarbeit mit der VR-Bank Südwestpfalz fort. Nach der ersten gemeinsamen SB-Stelle in Hinterweidenthal wird in Lemberg ein gemeinsamer SB-Standort im dortigen Wasgau-Markt neu gebaut.

Wegen zu geringer Auslastung gänzlich geschlossen werden nach Angabe der Sparkasse die SB-Standorte Wilgartswiesen, Ruhbank, Horeb, Fehrbach und Städtisches Krankenhaus. In Wilgartswiesen wird künftig der Sparkassenbus halten.

30 Mitarbeiter werden versetzt

Betroffen von der Reduzierung der Geschäftsstellen sind nach Angaben des Sparkassenvorstands 30 Mitarbeiter. Sie werden versetzt, betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben. Derzeit beschäftigt das Institut noch 450 Frauen und Männer, zum Jahresende 2018 waren es noch 462 Mitarbeiter.

„Es gibt Schöneres zu verkünden“, sagte am Dienstag Susanne Ganster. Denn es bleibt nicht bei den Einschnitten ins Filialnetz. Auch die Gebühren werden erhöht. Ab 1. Januar bezahlen Privatkunden für ihre Girokonten zwei Euro mehr im Monat, für Geschäftskunden steigen die Preise für ein Standardkonto um drei Euro. Preise für Vereins-Girokonten bleiben unverändert.

Ab Januar startet „Sparkassen-Vorteilswelt“

Aber wenigstens eine gute Nachricht gab es am Dienstag doch noch: Damit sich Einkaufen vor Ort für Sparkassenkunden und die regionalen Unternehmen lohnt, soll ab Januar 2020 die „Sparkassen-Vorteilswelt“ starten: Bei jedem Einkauf mit der Sparkassen-Card erhält der Kunde von beteiligten Händlern oder Gastronomen Geld zurück, das automatisch dem Girokonto gutgeschrieben wird. Über die Höhe der Vergütung entscheidet das Unternehmen. Peter Kaiser, Vabo oder Sams Weingalerie beispielsweise gewähren laut Sparkasse zwei Prozent auf den Einkaufspreis. Bis zum Start des Projekts will die Sparkasse mindestens 60 regionale Partner für ihre „Vorteilswelt“ gewinnen.

Wegen der schwierigen Lage in der Finanzbranche wird auch über die künftige Ausschüttung der Sparkasse an ihre Träger nachgedacht. „Es gibt den klaren Willen, die Höhe der Ausschüttungen zu überprüfen“ , sagte Ganster. Mittelfristig werde weniger Geld ausgeschüttet als in den vergangenen Jahren.

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