Golf RHEINPFALZ Plus Artikel Sophie-Charlott Hempel: Von Marrakesch aus auf Europa-Tour

Hat sich für die europäische LET Access Series qualifiziert: Sophie-Charlott Hempel aus Pirmasens.
Hat sich für die europäische LET Access Series qualifiziert: Sophie-Charlott Hempel aus Pirmasens.

Die Pirmasenserin Sophie-Charlott Hempel spielt 2024 auf der professionellen LETAS-Tour. Das Ticket dafür hat sich die junge Sportlerin gerade in Marokko erspielt. Für das kommende Jahr hat die 25-Jährige ganz schön viel auf dem Zettel.

Vom 10. bis 13. Dezember hat Sophie-Charlott Hempel aus Pirmasens in Marokko abgeschlagen. Bei der Qualification School in Marrakesch versuchte sie die Eintrittskarte für die Ladies European Tour (LET) für Golferinnen zu ergattern. Sie war letztlich zufrieden, obwohl das nicht ganz klappte.

Seit Sonntag ist die 25-Jährige wieder zu Hause in der kalten Westpfalz. „Ich habe die Gelegenheit ab Mittwoch genutzt, dort nach dem Turnier noch ein bisschen zu trainieren, weil die Bedingungen echt gut waren“, erzählte sie. Dort, das war der Samanah Golf Club in Marrakesch. „Es war zwar heiß, ich bin damit aber gut klar gekommen“, berichtete Hempel. Andere Golferinnen hätten sich dagegen beschwert, dass die Hitze arg geschlaucht hätte. „Vielleicht war ich das aber aus Texas schon mehr gewöhnt“, meinte Hempel. In dem US-amerikanischen Bundesstaat hatte sie mit einem Golf-Stipendium am College Texas A&M Commerce studiert, erst ihren Bachelor in Wirtschaftspsychologie und im Vorjahr dann den Master in BWL bestanden.

Vier Tage vor dem Turnier angereist

„Weil hier so viele Teilnehmerinnen waren, waren wir in drei Gruppen auf zwei Golfplätzen aufgeteilt“, berichtete Hempel. Das Aussiebeverfahren sei hart: In jeder Gruppe spielten rund 80 Golferinnen mit, am Ende erhalten aber nur 30 die Eintrittskarte für die Ladies European Tour. Auf ihrem Par 72-Platz lag der Cut fürs Weiterkommen nach drei Runden bei Vier über Par. „Das hab’ ich leider nicht geschafft. In der ersten Runde Tag habe ich Zehn über, in der zweiten Vier über, und in der letzten Runde Eins unter Par gespielt“, sagte sie. Damit sei sie in ihrer Gruppe auf Platz 43 gelandet. „90 Prozent der Teilnehmerinnen sind schon Profis oder haben jahrelang auf der Tour gespielt“, schätzte sie die Konkurrenz als sehr groß ein. „Ich war nicht aufgeregt, aber es ist anders, mit Profis zusammen zu spielen.“

Hempel war vier Tage vor dem Turnier angereist, Papa Andreas und Mama Kerstin Hempel-Huske als Betreuerin waren dabei. Im Training habe sie auch „echt gut gespielt“. Es sei aber was anderes, auf den Turniermodus umzuswitchen. „Ich hatte ja seit Oktober kein Turniergolf mehr gespielt und habe daher die ersten Tage gebraucht, um wieder in den Modus zu finden“, erkannte sie. Im kommenden Jahr will sie daher vielleicht schon ein Turnier in Spanien als Vorbereitung spielen.

Dritte Runde mit Eins unter Par

Am ersten Tag kam sie auf den ersten neun Loch gleich auf Fünf über Par, „das war natürlich einfach schon viel zu viel“. Die dritte Runde mit Eins unter Par habe ihr dann aber gezeigt, dass sie es kann auf diesem Niveau, trotz immer noch vermeidbarer Fehler. „Da wäre noch einiges mehr rauszuholen gewesen. Es ist aber nicht tragisch“, fand sie.

Denn mit ihrer Top 50-Platzierung hat sie die volle Spielberechtigung für die Tour eine Etage darunter ergattert. Die heißt LET Access Series (kurz LETAS) und ist als offizielle Aufbautour zur Ladies European Tour ebenfalls eine professionelle Golftour für Frauen. „Das war für Marrakesch mein realistisches Ziel. Ich bin stolz auf meine Performance und habe viel gelernt diese Woche“, bilanzierte Hempel.

Die 2010 gestartete LET Access Series bietet Spielerinnen die Möglichkeit, an Wettkämpfen teilzunehmen und zur LET aufzusteigen. Damit ist Hempel dann vom April bis Oktober 2024 von Frankreich, Spanien, Tschechien, England, Dänemark bis nach Schweden quer durch Europa unterwegs. Nur in Deutschland gibt es kein Turnier der Serie. „In diesem Jahr waren es 19 Turniere insgesamt“, sagt sie. Sie werde sicher nicht überall antreten, aber möglichst viele spielen.

Training bei Ted Long

Im neuen Jahr wird sie daher auch wieder zu Hause in Pirmasens bei den Eltern wohnen. „Schon ein bisschen komisch, wenn man zuvor fünf Jahre allein gewohnt hat“, gesteht sie lachend. Dazu steht zum 1. Januar ein Vereinswechsel vom Ersten Golfclub Westpfalz in Rieschweiler zum Zweitligisten GC Mannheim-Viernheim an. „Der Fokus liegt aber auf der Tour, nicht auf der Zweiten Liga“, sagt sie. In Mannheim trainiert sie jetzt schon bei Ted Long, der mehrmals als bester Trainer Deutschlands ausgezeichnet wurde.

Mit dem Wechsel hofft sie den nächsten Schritt in ihrer sportlichen Entwicklung zu machen. Die Zeit bis zur großen Europa-Tour ab April überbrückt sie neben viel Training im Übrigen sinnvoll: Sie absolviert ein Praktikum bei der Pirmasenser Firma Framas im Bereich Human Ressources.

Zufrieden mit ihrer Performance: Hempel in Marrakesch.
Zufrieden mit ihrer Performance: Hempel in Marrakesch.
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