Pirmasens Sonntags umsonst und draußen ans Schloss

„Onair“ gibt das einzige A-cappella-Konzert am Schloss.
»Onair« gibt das einzige A-cappella-Konzert am Schloss.

Hoch oben über der Saar, von wo einst der Saarbrücker Adel auf seine Untertanen blickte, hat sich längst das Volk des Residenzschlosses bemächtigt, es zum Bürgerschloss umfunktioniert, wo nun in der 30. Saison „Sonntags ans Schloss“ draußen und umsonst Konzerte und Kinderbespaßung bietet.

Und die Veranstaltungsreihe wird immer beliebter. Waren es einst stets um die 30 000 Besucher, die an den zehn Sonntagen von Juni bis August kamen, so sind es in den letzten drei Jahren deutlich mehr geworden. „Etwa 40 000“, schätzt Claude Adam-Brettar, der künstlerische Leiter von „Sonntags ans Schloss“. So sei auch der Umsatz der Gastronomie um 35 Prozent gestiegen. Und, so Adam-Brettar weiter, dieser „Publikumsmagnet zieht Besucher an, die immer weitere Wege in Kauf nehmen“. Aus dem gesamten Saarland, der Pfalz, aus Luxemburg und Elsass-Lothringen kommen sie. Ja sogar aus Köln habe er in der vergangenen Saison ein Paar begrüßen können, die regelmäßig eigens für „Sonntags ans Schloss“ vom Rhein an die Saar fahren. Den Grund für diese positive Entwicklung sieht Adam-Brettar in der musikalischen Umorientierung der Soireen, weg von Alternative und Pop, hin zu „etwas ruhigeren, akustischen Sachen“. Das komme gerade beim jungen Publikum sehr gut an. Kosten lässt sich das Kulturforum Regionalverband Saarbrücken die Veranstaltungsreihe „Sonntags ans Schloss“ in diesem Jahr 65 000 Euro. 5000 mehr als in den Vorjahren. Das sind Kosten, die aufgrund des freien Eintritts nicht wieder eingespielt werden. In diesem Sommer sind es wieder zehn Sonntage, an denen je eine Matinee ab 11 Uhr, eine Kinderveranstaltung ab 15 Uhr und eine Soiree ab 18 Uhr angeboten werden. Die Matineen setzen ihren Schwerpunkt seit 1995 auf die unterschiedlichsten Spielarten des Blues vor allem deutscher Herkunft. Dabei sind in diesem Jahr auch zwei Musiker zu hören, die mit „Sonntags ans Schloss“ musikalisch „groß geworden“ sind: Timo Gross und Henrik Freischlader. „Letzteren könnten wir uns eigentlich gar nicht leisten“, sagt Adam-Brettar. Aber seine Konzerte am Schloss gehören einfach dazu. Die „Kultur für Kids“, die neben den Führungen mit dem Schlossgespenst angeboten wird, an denen inzwischen schon fast 100 000 Kinder teilgenommen haben, bietet vor allem Clowns- und Zaubererauftritte.

Der Pfälzer Gitarrist Timo Gross spielt am 24. Juni.
Der Pfälzer Gitarrist Timo Gross spielt am 24. Juni.
Doris Friedmann spielt „die Froschkönigin“.
Doris Friedmann spielt »die Froschkönigin«.
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