Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel So läuft das Impfen bei den Hausärzten

Auch die Hausärzte müssen sich an die Impfreihenfolge halten.
Auch die Hausärzte müssen sich an die Impfreihenfolge halten.

Die Impfungen durch Hausärzte gelten seit diesem Monat als weitere wichtige Säule im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Wie geht das Impfen in den Praxen voran, wo hakt es? Zwei Pirmasenser Ärzte gaben der RHEINPFALZ Auskunft.

„Wir könnten so viel mehr impfen, wenn wir noch mehr Impfstoff hätten“, sagt Fritz Bath. Der Internist und Hausarzt aus Pirmasens bietet in seiner Praxis Corona-Impfungen an. Rund 36 Impfdosen hat er jeweils in den vergangenen Wochen erhalten. Den Hersteller kann er sich bei den Lieferungen nicht aussuchen. Genau das ist jetzt ein Problem für ihn: „Ich muss die Dosen tatsächlich in der Quote verimpfen, wie ich den Impfstoff erhalte, sonst bleiben in der Folgewoche die Lieferungen aus“, erklärt er die Situation.

Seine Patienten seien jedoch durch die Diskussion um den Impfstoff der Firma Astrazeneca sehr verunsichert. Gerade einmal fünf Patienten hätten sich vergangene Woche dafür entschieden. Er hofft, dass er in der kommenden Woche mehr Biontech-Impfstoff erhält, der bei den Patienten deutlich beliebter ist.

Zeitintensiv: Impfung umfasst mehr als nur den Piks

Den Mehraufwand durch die Corona-Impfungen in seiner Praxis beziffert Bath mit rund zehn Stunden wöchentlich. „Dabei geht es ja nicht nur um die reinen Impfungen“, erläutert er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Zusätzlich muss er Aufklärungsgespräche führen. Auch die Organisation im Vorfeld habe viel Zeit gekostet. „Es gibt da einiges zu bedenken und auch zu bestellen“, sagt er. Das fange bei den Impfpässen an und gehe über die Terminvergabe bis hin zur Aufklärung, bei der die Patienten Fragen rund um die Impfung stellen können.

Nach wie vor verzeichne seine Praxis zahlreiche Impf-Anfragen. „Natürlich muss ich mich bei der Terminvergabe an die vorgegebene Prioritätenlisten halten“, sagt Bath. Diese regelt genau, wer berechtigt ist, sich für eine Impfung zu registrieren und diese dann auch zu erhalten. Erst wenn sich aus den vom Land freigegebenen Prioritätsgruppen niemand mehr meldet, können die Ärzte Nachrücker impfen.

Das Vorgehen der Regierung und die steigende Zahl der Imfungen stimmen Bath grundsätzlich positiv. „Natürlich würden wir uns alle mehr Impfstoff wünschen“, und bei der Beschaffung sei einiges nicht rund gelaufen. Dennoch sieht der Mediziner Fortschritte. „Wenn 45.000 Hausarztpraxen in Deutschland jeweils wöchentlich 36 Dosen impfen, so wie ich das tue, immunisieren wir in der Woche mehr als 1,6 Millionen Menschen“, rechnet er vor. Und das sei nur der Anfang, hofft er, dass die Lieferungen langsam Fahrt aufnehmen.

Frauenärztin: „Gesamtgesellschaftliche Aufgabe“

In der Frauenarztpraxis von Sabrina Noll in der Kronenstraße begannen die Impfungen am vergangenen Mittwoch. Für die Termine gibt es auch bei ihr eine Warteliste. Für die erste Woche hatte sie nur eine kleine Menge Impfstoff erhalten, konnte etwas mehr als 20 Patienten impfen. Sie habe viele Patienten, die aufgrund von Vorerkrankungen auf den Impfstoff warteten, berichtet sie der RHEINPFALZ. „Das ist natürlich nicht genug“, hofft auch sie darauf, dass sie bald mehr Impfstoff bekommt.

Noll ist darüber hinaus auch in dem von Stadt und Landkreis gemeinsam betriebenen Impfzentrum auf dem Messegelände tätig. Die laufende Impfkampagne sieht sie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur gemeinsam zu stemmen sei. „Für mich ist die Mithilfe deshalb selbstverständlich“, sagt sie.

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