Pirmasens
So bereiten sich Grundschulen auf die Rückkehr der Kinder vor
„Wir haben uns für einen Schichtbetrieb in der Schule entschieden“, erläutert Andrea Koch, Schulleiterin der Pirmasenser Horeb-Grundschule. Für sie sei es wichtig, dass alle Schüler jeden Tag zur Schule kommen. „Wir wollen, dass sie einen geregelten Alltag haben.“ Als Schule im sozialen Brennpunkt sei ihr das ein Anliegen.
Das Konzept für die Rückkehr in den Unterricht stehe seit Ende Januar. „Wir waren startklar ab 1. Februar“, sagt die Lehrerin. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie die Vorgaben erarbeitet. So kommen die Schüler in zwei Gruppen, ein Teil der Klasse kommt früh am Morgen, der andere Teil später. Dazwischen liegt eine Pause, in der die Klassensäle desinfiziert werden. Die jeweiligen Anfangszeiten wurden so gelegt, dass sich möglichst wenig Schüler am Eingang und in den Fluren begegnen. Das Ganztagsprogramm der Schule findet statt, allerdings auf freiwilliger Basis. „Dafür müssen wir schon ein wenig jonglieren“, berichtet Koch.
Online bleibt einiges auf der Strecke
Auch wenn sie mit ihren Kollegen und den Schulsozialarbeitern während der Corona-bedingten Schließung den Kontakt zu den Schülern nie abreißen ließ und stets 20 bis 30 Kinder die Notbetreuung besuchten: Koch ist erleichtert, alle ihre Schützlinge endlich wiederzusehen. „Egal wie man es dreht und wendet, es bleibt doch einiges auf der Strecke beim Online-Unterricht“, sagt sie.
So sieht das auch Dorothée Emig, Leiterin der Robert-Schuman-Grundschule auf dem Kirchberg. Sie und ihre Kollegen sind froh, die Kinder bald wieder in der Schule zu wissen. „Wir haben in den letzten Wochen versucht, den Schülern Hilfe auf allen möglichen Kanälen anzubieten“, das sei sowohl für die Kinder als auch für die Lehrer eine große Herausforderung gewesen. Ihr Kollegium habe sich dabei als echte Stütze erwiesen. „Zumal wir auch immer rund 50 Kinder in unserer Notbetreuung hatten und die Kollegen dafür immer einsatzfähig und vor Ort waren“, betont sie.
Täglicher Wechsel „eher im Sinne der Kinder“
Für den Schulstart in der kommenden Woche hat sich Emig für einen täglichen Wechsel entschieden: Die Schüler gehen einen Tag in die Schule, dann sind sie wieder einen Tag zu Hause, immer im Wechsel. Durch die Aufteilung in kleinere Gruppen und durch eine Doppelbesetzung der Lehrer könne man so den Kindern eine engmaschige Rückmeldung geben und Defizite schnell erkennen. „Der wöchentliche Wechsel ist für die Eltern zwar planbarer, wir glauben aber, dass wir so im Sinn der Kinder entschieden haben“, sagt sie.
Rund 350 Kinder besuchen die Robert-Schuman-Grundschule. „Wir haben für den Präsenzunterricht unser Hygienekonzept großteils aus dem Frühsommer übernommen“, sagt Emig. Das habe sich bewährt. Zudem sorgten die Lüftungsanlagen, die in allen Sälen eingebaut wurden, für zusätzliche Sicherheit. „Das war schon großes Kino, was in so kurzer Zeit geleistet wurde“, zollt Emig den Verantwortlichen Respekt.
Einige Kinder „trotz aller Bemühungen nicht erreicht“
„Auch wir sind alle froh, unsere Schüler wiederzusehen“, sagt Angelika Eberweiser, kommissarische Leiterin der Grundschule Husterhöhe. „Homeschooling gefällt uns allen nicht wirklich.“ Gerade in der Grundschule sei der Online-Unterricht schwierig. „Da gibt es schon einige, die wir trotz aller Bemühungen kaum erreicht haben“, weiß Eberweiser. Damit die Lehrer die Kinder möglichst regelmäßig sehen, hat sich auch ihre Schule für einen täglichen Wechsel entschieden. „So können wir zeitnah reagieren und den Kindern gleich Rückmeldung zu ihren Aufgaben geben“, sagt sie.