Pirmasens
Sniper-Airsoft Supply: Großer Händler für Waffen kämpft gegen Vorurteile
Der Ursprung der Sniper-Airsoft Supply GmbH ist im traditionellen Waffenhandel angesiedelt. In den frühen 1970er Jahren gründeten Ehrlichs Eltern die Firma „Waffen Ehrlich“ in der Zweibrücker Straße, die den Bedürfnissen von Jägern und Sportschützen nachkam. „Somit wurde ich schon früh an die Thematik Waffen von der Pike auf herangeführt und durfte als junger Unternehmer im elterlichen Unternehmen erste Erfahrungen sammeln. Meine Leidenschaft war damals schon geweckt“, sagt Gerhard Ehrlich. Nach seinem BWL-Studium legte er den Grundstein für die heutige Sniper-Airsoft Supply GmbH.
„Neben dem damaligen Schwerpunkt für scharfe Waffen haben wir uns auch dem freien Waffensektor gewidmet. Wir erweiterten unser Angebot um ein reichhaltiges Sortiment in Sachen Paintball“, berichtet der Pirmasenser Unternehmer. „Während dieser Zeit bewirtschafteten wir nebenbei eine 3000 Quadratmeter große Spielhalle, um diesem Sport und allen Paintball-Kunden eine geeignete Plattform zu bieten.“
Airsoft wird zu Trainingszwecken eingesetzt
Etwa im Jahr 2012, so schätzt er, wurde Ehrlich auf den Airsoft-Sport aufmerksam, der Paintball gar nicht so unähnlich sei und ursprünglich aus Japan stamme. „Airsoft ist ein Schießsport, in dem es zwei oder mehrere Teams in verschiedenen Spielmodi miteinander aufnehmen. Im Gegensatz zum Paintball liegt beim Airsoft die Betonung vor allem auf Realismus“, erläutert er. Airsoft-Guns würden auch Replicas genannt, da sie in Aussehen und Gebrauch identisch mit echten Waffen seien. „Auch die Ausrüstung von Airsoft-Spielern ist nicht zu unterscheiden von echten Militär-Uniformen. Aus diesem Grund wird Airsoft auch als Kampf-Simulation angesehen und ist sogar so realistisch, dass es von Polizei und Militär zu Trainingszwecken verwendet wird“, schildert der Unternehmer weiter.
Er sei einer der Pioniere in Deutschland gewesen, was diesen Sport angeht, sagt Ehrlich. „Hierzulande war das damals noch völlig unbekannt. Wir haben damals Foren gegründet, in denen sich irgendwann Tausende von Menschen bewegt haben. Wir haben Messen und Großevents organisiert, die sehr, sehr beliebt waren.“ Inzwischen kauften eher selten Pirmasenser bei Sniper-Airsoft Supply. „Die Leute kommen aus deutschen Großstädten, Frankreich oder den Niederlanden“, sagt Ehrlich. Der Unterschied zu echten Waffen bestehe bei Airsoft darin, dass die sogenannten Replicas kleine, sechs Millimeter große Bällchen anstelle von echter Munition verschießen.
In Deutschland greift das Waffengesetz
„Unser Sport hat aber dennoch mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Wir werden oft als Irre oder Kriegsverherrlicher abgestempelt“, bekennt Ehrlich. „Der Krieg in der Ukraine macht es unserem Sport aktuell auch schwer. Dabei sind die Spieler meist friedfertige Leute, vom Akademiker bis zum Azubi. Verletzungen passieren aufgrund der Schutzausrüstungen sehr selten.“ Stolz zeigt Gerhard Ehrlich seinen Showroom, in dem fast 100 Sturmgewehr-Imitationen in den Regalen liegen und an den Wänden hängen. Anders als beispielsweise in den USA fallen sie in Deutschland unter das Waffengesetz, wie Ehrlich erläutert. Alle sehen echt aus und sind aus Stahl, Kunststoff und Holz gefertigt. Sie sind genauso schwer wie die Originale, allerdings ganz legal für jeden zu erstehen, der das 18. Lebensjahr vollendet hat.
„Mit einer geringen Joule-Zahl können auch 14-Jährige diesen Sport ausüben. Mittlerweile ist das Ganze ein regelrechtes Vater-Sohn-Event geworden. Väter besuchen mit ihren Söhnen Spielfelder und überlegen sich gemeinsam Kampf-Strategien“, sagt Ehrlich. Solche Spielfelder seien allerdings nicht in der Region zu finden. Wenn Ehrlich mit seinem 15-jährigen Sohn spielen möchte, zieht es ihn in die Nähe von Metz, nach Koblenz oder zu einem alten Militärgelände nach Kaiserslautern.