Pirmasens
Sie will ins Nationalteam
LEUTE AUS DER NÄHE: „Wie der Ball auch kommt, wie der Schuss auch fällt, die Amanda, ja die hält.“ Würde Theo Lingen singen. Amanda Sandmann (13), Torhüterin der C-Jugend-Spielgemeinschaft Battweiler/Contwig, wurde nach Duisburg zum Lehrgang des Deutschen Fußball-Bundes eingeladen.
Silke Rottenberg spielte von 1991 bis 2008 als Torfrau in der Bundesliga. 1998 wurde sie zur Fußballerin des Jahres gewählt. Mit dem Frauen-Nationalteam wurde sie zweimal Welt- und dreimal Europameisterin. Heute ist sie Torwarttrainerin für diverse Jugend-Nationalteams. Dass so jemand Namhaftes auf sie aufmerksam wurde und ihr auf die behandschuhten Finger schaute, war für Amanda Sandmann natürlich etwas ganz Besonderes.
Zweitjüngste im DFB-Lehrgang
„Ich war sehr aufgeregt“, erzählt die 13-Jährige. Von den eingeladenen Torfrauen war sie die Zweitjüngste. Silke Rottenberg habe die jungen Torhüterinnen nicht selbst trainiert, sondern die Oberaufsicht über vier Gruppen gehabt, in denen jeweils eine Übung durchexerziert wurde.
Als Amanda Sandmann sechs Jahre alt war, begleitete sie ihre beiden Brüder zum Training und bekam Lust, selbst Fußball zu spielen. Zunächst probierte sie sich bei den Bambini des SV Battweiler als Feldspielerin, später rückte sie zwischen die Pfosten. Schnell zeigte sich, dass Amanda ein Naturtalent ist.
Das einzige Mädchen im Team
Mit der C-Jugend von Battweiler/ Contwig spielt sie in der Landesliga, sie ist im Team das einzige Mädchen. In der Südwestauswahl hatte sie schon mehrfach Auftritte, dank Zweitspielrecht spielt die mittlerweile 1,75 Meter große Amanda mit der B-Jugend des 1. FC Saarbrücken sogar Bundesliga.
Ihr C-Junioren- Trainer Stefan Schäfer sagt über sie: „Ihre Stärken hat sie in den Eins-gegen-Eins-Situationen. Da bleibt sie meist Sieger. Sie ist sehr reaktionsschnell und fangsicher. Weil sie lange im Feld gespielt hat, ist sie auch sehr ballsicher. Durch ihre Größe hat sie bei hohen Bällen Vorteile.“ Schäfer gefällt, dass sich seine Nummer eins im Training immer voll einbringt. Mit ihrem Ehrgeiz und ihrer Veranlagung könne sie es ganz nach oben schaffen. Schäfer zufolge hat Amanda Sandmann den Mut, ihr Leben so auszurichten, dass sie im Fußball richtig Erfolg haben kann. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir sie irgendwann mal in der Frauen-Bundesliga sehen, wenn sie verletzungsfrei bleibt und sich mit dem richtigen Team und Trainer weiterentwickeln kann“, meint der Coach.
Hoffnung auf U15-Nationalteam
Das hört die Hochgelobte natürlich gerne. Im Mai gibt es noch ein Sichtungsturnier für die U15-Nationalmannschaft, Amanda Sandmann hofft wieder auf eine Berücksichtigung. Denn der Ehrgeiz, einmal Frauen-Bundesliga und möglichst auch international zu spielen, ist zu 100 Prozent vorhanden.
In der kommenden Saison will Amanda Sandmann, die die achte Klasse des Zweibrücker Helmholtz-Gymnasiums besucht, aber auf jeden Fall noch weiter ihren Mannschaftskollegen der SG Battweiler/Contwig ein sicherer Rückhalt sein.