Pirmasens Schwieriges muss leicht aussehen

Placeholder-Image

Seit dem Jahr 2003 hat der TV Pirmasens die Sportart „Cheerleading“ im Programm. Rund 75 Mädchen machen entweder bei den „Hurricanes“ mit, der Altersgruppe ab 16 Jahren, den „Blizzards“, den 9- bis 15-Jährigen, oder bei der Mini-Showtanzgruppe der ab Vierjährigen.

Wohl jeder hat das klassische Klischee aus zahllosen amerikanischen High-School-Komödien im Kopf, wenn er das Wort „Cheerleader“ hört. Man denkt an eine Horde junger Mädels, die wild mit Pom-Poms wedeln und dabei die männlichen Stars der Sportmannschaft anhimmeln. Wie weit die Realität von diesem Bild entfernt ist, kann man sehen, wenn man das Training der Cheerleaders des TVP besucht. Die 14-jährige Kerstin springt in den Spagat und wird von vier anderen Mädchen auf die Schultern genommen – das Ganze mit anmutigen, leichtfüßigen Bewegungen, die die Anstrengung nicht erahnen lassen. „Das ist die eigentliche Kunst des Cheerleadings“, sagt Christine Müller, die zusammen mit Lina Klug die „Blizzards“ trainiert. „Alles muss leicht aussehen und spielerisch wirken, auch wenn die Übungen noch so schwierig und anstrengend sind. Es erfordert viel Körperbeherrschung und Koordination, damit es so aussieht, wie es soll. Mindestens zwei Jahre Training braucht es, um die Elemente wirklich zu beherrschen. Wir trainieren einmal in der Woche eineinhalb Stunden lang.“ Cheerleading ist eine Sportart, die aus Tanz, Akrobatik und Turnen besteht. Ursprünglich Ende des 19. Jahrhunderts in den USA entstanden, um die Mannschaften anzufeuern, ist es mittlerweile ein eigener Sport mit den dazugehörigen Verbänden und Wettkampf-Plattformen. In den 1980er Jahren ist die Welle auch nach Europa geschwappt und seit 2003 hat der TVP Cheerleading im Programm. „Ich mag das Tanzen in Kombination mit den akrobatischen Elementen“, sagt Kerstin, die seit einigen Monaten dabei ist. „Und das Stunten natürlich, das ist das Beste.“ Unter „Stunten“ versteht man die einzelnen Aufbau- und Pyramidengruppen, die dreistöckig sein können. „Ja“, pflichtet die 13-jährige Paulina ihr bei, die schon seit zwei Jahren mit von der Partie ist. „Das Stunten ist das Beste. Das Krafttraining, das man braucht, um die Pyramiden machen zu können, ist reichlich anstrengend, aber es muss halt sein.“ Die neunjährige Emily, die auch schon im zweiten Jahr dabei ist, sieht es ähnlich. „Ich bin durch eine Freundin dazu gekommen. Die ist zwar nicht mehr dabei, aber ich bin geblieben. Mir macht es sehr viel Spaß.“ Der TVP, der letztes Jahr sein 150-jähriges Bestehen feierte, leistet seit vielen Jahren eine kontinuierliche und intensive Jugendarbeit. Neben dem Cheerleading gibt es fast 20 andere Abteilungen, die den über 1000 Mitgliedern ein breites Spektrum an Betätigungsfeldern bieten. Neben klassischem Turnen und den Kampfsportarten Judo und Jiu-Jitsu hat sich auch die Leichtathletikabteilung über viele Jahre hinweg einen Namen gemacht. Interessierte können sich über das Angebot des TVP unter www.turnverein-pirmasens.de informieren, oder per email info@turnverein-pirmasens.de oder über die Geschäftsstelle 06331/65905. (rezi)

x