Pirmasens Schulrochade kommt langsam voran

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Die weiterführenden Schulen sollen an zwei Standorten – in der Innenstadt und auf dem Kirchberg – konzentriert werden. Das bedeutet das Ende des Schulstandorts am Fahrschen Wald. Vorrang hat aber zunächst die Landgraf-Ludwig-Realschule plus in der Alleestraße. Dort soll für 13,6 Millionen Euro saniert und neu gebaut werden.

Die Verwaltung hatte sich viel Mühe gegeben und den Stadträten neun Varianten dazu vorgelegt, wo die weiterführenden Schulen der Stadt mit welchem Aufwand künftig untergebracht werden könnten. Am Ende reduzierte Oberbürgermeister Bernhard Matheis aus dem Stegreif die seitenlange Fleißarbeit seiner Mitarbeit auf die Formel: Die Stadt konzentriert sich auf zwei große Schulstandorte in der City und auf dem Kirchberg. Weil dort die meisten Kinder wohnen oder weil bereits beste Voraussetzungen bestehen für den Busverkehr. Dem stimmte die große Mehrheit des Stadtrats zu, so dass sich Finanzdezernent Michael Schieler nun an die Arbeit machen kann, Zuschüsse für die Schulrochade zu beantragen. „Wenn die Beschlussvorlage so ausgearbeitet worden wäre, hätten wir viel Zeit gespart“, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerhard Hussong zum Vermittlungsvorschlag von OB Matheis. Tatsächlich hatten die Stadträte geraume Zeit über eine Variante sechs der Schulrochade diskutiert, die von der Stadtverwaltung favorisiert worden war. Diese Variante sieht Altbekanntes vor: Das Hugo-Ball-Gymnasium zieht auf den Kirchberg. Das Grundstück Fahrscher Wald (29.000 Quadratmeter) soll verkauft werden, die Stadt rechnet mit einem Erlös von 1,4 bis 4 Millionen Euro. Die Realschule plus zieht vom Kirchberg zur bestehenden Grundschule auf die Husterhöhe. Die Grundschule Nagelschmiedsberg (ehemals Horeb) wird als dreizügige Grundschule neu gebaut, sie wird Ganztagsschule. Für Sanierung und Neubauten der Landgraf-Ludwig-Realschule plus werden am Standort in der Alleestraße 13,6 Millionen Euro und auf dem Horeb 11,9 Millionen Euro eingeplant. Insgesamt sollte die Variante sechs 76,6 Millionen Euro kosten. Die Opposition im Stadtrat fühlte sich gestern überfahren von den neun Varianten einer Schulrochade, die die Verwaltung vorgelegt hatte. Über die Vorschläge sei bisher nirgendwo diskutiert worden, weder im Hauptausschuss noch in den Fraktionen. „Wir brauchen mehr Zeit und sind noch nicht entscheidungsbereit“, sagte Hussong. Auch Hermann Schulze, Fraktionsvorsitzender der Grünen, wollte eine Entscheidung „nicht übers Knie brechen“. Für einen verantwortungsbewussten Beschluss fehlten noch Details, ergänzte Frank Eschrich, Fraktionssprecher der Linken. Dagegen hielt Denis Clauer, Fraktionsvorsitzender der CDU, die Zeit durchaus reif für eine Entscheidung. Seit langem werde über das Schulgebäude-Management diskutiert, die Konzentration auf die Standorte Innenstadt und Kirchberg würde die City beleben, sagte Clauer. „Es geht darum, dass es endlich losgeht und eine Entscheidung nicht wieder verschoben wird“, begründete er seine Zustimmung zur Variante sechs. Sein Fraktionskollege Berthold Stegner wies darauf hin, dass bereits eine grundsätzliche Entscheidung zum Umzug des Hugo-Ball-Gymnasiums vom Fahrschen Wald auf den Kirchberg gefallen sei und dass es auch zu den anderen Schulstandorten weitgehenden Konsens gebe. Die verschiedenen Varianten würden nur zusammentragen, was bereits bekannt sei. Stefan Sefrin, Fraktionsvorsitzender des Freien Wählerblocks, nannte es richtig, die Schulgebäude in Richtung Innenstadt zu entwickeln, auch um junge Leute in die City zu holen. Schulentwicklung werde so auch zur Stadtentwicklung. Den Standort des „Hugo“ am Fahrschen Wald aufzugeben, sei die richtige Entscheidung, sagte Sefrin. Vorrang bei der Schulgebäudeentwicklung hat die Landgraf-Ludwig-Realschule plus. In der Alleestraße wird das Hauptgebäude (Hausnummer 22) saniert. Das Gebäude mit der Hausnummer 24 wird abgerissen, allerdings soll die historische Front zur Straße hin erhalten werden. Dahinter entsteht ein Neubau. Die Nutzung des Gebäudes mit der Hausnummer 20 soll mittelfristig aufgegeben werden. Am Standort Horeb soll das Hauptgebäude aus dem Jahr 1905 saniert werden. Der Erweiterungsbau aus dem Jahr 1976 soll abgerissen werden. An dem Standort soll ein Ganztagsbetrieb mit Mensa und Küche entstehen. SPD-Sprecher Hussong drängte gestern zur Eile. „Wir sind es leid, an dem Gerüst an der Schule in der Alleestraße vorbeizufahren.“ Lehrer und Schüler müssten wieder ordentlich arbeiten können. |pr

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