Pirmasens Schulleiter entlässt Abiturienten in „verrückte Welt plus“

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„Ihr seid ein Jahrgang, der uns Lehrern sehr viel Freude bereitet hat.“ Mit diesen Worten verabschiedete der Schulleiter des Leibniz-Gymnasiums, Dieter Kallenbach, am Freitagabend in der Festhalle 58 Abiturienten in eine „verrückte Welt plus“, 18 von ihnen mit einer Eins vor dem Komma. Die beste Note mit einer glatten Eins bekam dabei Vanessa Bauer.

Ein bisschen Wehmut muss den ein oder anderen Abiturienten am Freitagabend gepackt haben, als die 58 Absolventen des Leibniz-Gymnasiums mit „Time to say goodbye“ die Festhalle feierlich und sichtlich gerührt betraten. Doch nach den ersten Worten der Moderatoren des Abends, Rebecca Wolfer, Lisa Marie Füger sowie Jan Ruprecht und Johannes Scheerer, war klar: Nicht Trauer über das Abschiednehmen, sondern Freude über neun Jahre am Gymnasium und über die nun anstehende Zeit sollten die Feierlichkeiten mit Freunden und Familie bestimmen. Nachdenklich und bewegend fielen die Abschiedsworte von Schulleiter Dieter Kallenbach aus. „Im letzten Jahr sagte ich, ich entlasse sie in eine verrückte Welt. Heute sage ich, ich entlasse sie in eine verrückte Welt plus, denn diese ist momentan geprägt von Kriegen, Anschlägen, Hunger und Folter“, so der Schulleiter. Er könne nicht so tun, als sei „um uns herum“ eine heile Welt. Europa sei zwar eine Wirtschaftsgemeinschaft, aber noch keine Wertegemeinschaft und die Bewertung der Flüchtlingsströme hänge „ohnehin“ davon ab, ob man die Angst in den Vordergrund stelle oder die Chancen. Den Abiturienten wolle er mit auf den Weg geben, dass sie sich nicht gleich „bange“ machen lassen, sondern mit Mut und Zuversicht ihre Zukunft anpacken sollen. „Gestalten sie die künftige Gesellschaft mit und lassen sie sich nicht durch falsche Propheten zu vermeintlich einfachen Lösungen hinreisen. Unsere Aufgabe für die Zukunft sollte es sein, eine Gesellschaft zu schaffen, die eine größere innere Widerstandskraft gegen Risiken und Bedrohungen besitzt“, so Kallenbach, der es sich nicht nehmen ließ, neben ernsten Worten auch Anekdoten aus der Arbeit mit seinen Schülern zum Besten zu geben. Nach Liedbeiträgen von Stefanie Westenweller und Carolin Cölsch am Flügel sowie einem Hit-Medley von Julia Frank und Jan Hemmer sorgten die Abiredner Christoph Braun und Elisabeth Amberger für Lacher, als sie auf ihre Schulzeit und allerlei witzige Situationen während der neun Jahre am Leibniz zurückblickten – seien es bei der Klassenfahrt aufgenommene Selfies, die von Handy zu Handy geschickt wurden, Müllberge im SV-Raum, Liebeleien unter den Schulkollegen oder Geschichten über den ein oder anderen Lehrer. „Abikini: Knapp war’s , aber passt schon“, das sei nicht nur das Abimotto, sondern lasse sich auch auf alle anderen Bereiche übertragen. „Zum Beispiel wissen die meisten von uns noch nicht, was sie mit ihrer neu gewonnen Freiheit nun tun sollen. Das ist auch knapp, aber es passt schon“, resümierten die beiden. 18 der 58 Absolventen bekamen ihr Reifezeugnis mit einer Eins vor dem Komma und wurden mit Preisen überhäuft. Gleich zwei Preise – einen für die beste Gesamtleistung und einen für die besten Leistungen im Fach Deutsch – bekam Vanessa Bauer, die ihr Abitur mit 1,0 ablegte. Christoph Braun erhielt ebenfalls zwei Preise, einen für vorbildliche Haltung und beispielhaften Einsatz in der Schule und den Preis des Oberbürgermeisters für die besten Leistungen in den sozialkundlichen Fächern. Für hervorragende sportliche Leistungen und hervorragende Leistungen in Physik und Mathematik wurde Alexander Köhler geehrt. Weitere Auszeichnungen erhielten Kathrin Edrich (Fremdsprachen), Elisabeth Amberger (Französisch), Jan Ruprecht (Chemie), Jan Hemmer (Chemie), Steffen Hirtle (Physik, Informatik), Jana Dahler (Biologie), Stefanie Westenweller (Latein, kreatives Gestalten und Geschichte), Johannes Scheerer (Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin), Selina Borbe (Französisch, katholische Religion) und Rebecca Wolfer (besondere Leistungen in allen Bereichen des Schulprofils). (tada)

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