Pirmasens Schon auf hohem Niveau

DAHN. „Te-pli-ce! Te-pli-ce!“ Die vier Fans des tschechischen Fußball-Erstligisten lassen sich auch vom Regen nicht entmutigen. Geschützt zwischen den Bäumen über dem Dahner Sportplatz feuern sie ihre D-Jugend-Mannschaft an. Am Ende wird es nichts nützen. 0:1 unterliegt der FKT dem späteren Turniersieger des FSV Mainz 05.
Trotzdem: Der Wochenendausflug des FKT in die Südwestpfalz hat sich gelohnt. Am Samstag gewannen die jungen Tschechen bereits ein Testspiel bei der D-Jugend des FK Pirmasens und am Sonntag konnten sie sich in dem hochkarätig besetzten Jugendturnier in Dahn unter anderem mit den Teams von Mainz, des FCK, des KSC, der Stuttgarter Kickers, des SV Sandhausen und von Wehen-Wiesbaden messen. „Das ist gut für uns. Wir waren bei einem Turnier in Dortmund, da waren wir in einer Gruppe mit lauter Schwächeren. Das hat uns nicht so viel gebracht“, sagt Lubos Cerny. Über den Tschechen, der in Augsburg wohnt, kam der Kontakt zum FKT zustande. Von besonderem Interesse ist für die Tschechen das andere Jugendspielsystem: In ihrem Land wird mit sieben Feldspielern gespielt, in Deutschland mit acht. „Da braucht man eine andere Taktik“, erläutert Lubos, der selbst aus der Teplicer Jugend stammt. Noch etwas ist für die Tschechen gut – für die SG Grenzland hingegen schlecht. Die SG hatte sich über ein Gewinnspiel des Hauptsponsors, der Sparkasse Südwestpfalz, die Teilnahme am Turnier mit den Top-Teams gesichert. Dann kam aber ein Pflichtspiel dazwischen. Die SG musste die Turnierteilnahme absagen. Der FKT, der mit 18 Jugendlichen angereist war, stellte dafür ein zweites Team. Auf dem nassen Rasen entwickelten sich trotz der widrigen Umstände durchweg flotte Partien. „Hier wird ein sehr hohes Niveau gespielt“, fand auch Hans-Friedrich Duppré. Bei dem Hinterweidenthaler, der für den Turnierausrichter Schächter Management-Sports tätig ist, liefen die organisatorischen Fäden des Turniers zusammen. Zudem coachte Duppré eines der beiden Teams der Unicorn Soccer Academy, hinter der sich die Schächtersche Fußballschule mit Standorten in Pirmasens und Landau verbirgt. „Auch diesen Spielern wollen wir es ermöglichen, sich mit den großen Teams zu messen“, erläuterte der in Diensten des FC Dahn stehende Abwehrspieler, der für das Turnier auch das Auswärtsspiel des FCD auf dem Hochstellerhof sausen ließ. Für den FKT, dessen Spieler mit ungewohnten blauen Mützchen aufliefen, war mit beiden Teams mit insgesamt nur einem Sieg in acht Partien nach der Gruppenphase Schluss. Etwas früher als geplant konnten sie daher den 600 Kilometer langen Heimweg antreten. Immerhin stand Montag wieder der Schulbesuch an. In den beiden Finals kam es zu echten Derbys: Das Spiel um Platz drei gewann im innerbadischen Duell der KSC im Neunmeterschießen mit 7:6 gegen den SV Sandhausen. Im Endspiel behielt im Rheinland-Pfalz-Derby der FSV Mainz 05 mit 2:0 nach Neunmeterschießen die Oberhand über den 1. FC Kaiserslautern, nachdem die Mainzer ohne Gegentor und ohne Punktverlust bereits die Gruppenphase dominiert hatten.