Pirmasens Schockanrufe: Anwalt verhindert hohe Geldzahlung

Schockanrufe kommen in Wellen.
Schockanrufe kommen in Wellen.

Für die Pirmasenserin war der Anruf ein Alptraum. Angeblich war ihre Tochter am Telefon, die weinend von einem Unfall berichtete und dass sie jetzt in Untersuchungshaft müsse. Schockanrufer hatten in der ganzen Westpfalz zugeschlagen.

Im Fall der Pirmasenserin konnte ein Anruf ihres Anwalts Aufklärung bringen. Die Mandantin sei voller Entsetzen in der Kanzlei aufgetaucht, berichtet der Pirmasenser Anwalt Klaus Leinenweber. Ihre Tochter soll einen Radfahrer mit dem Auto tödlich verletzt haben. Die Polizei wolle sie in Untersuchungshaft nehmen und fordere eine Kaution, die sofort auf ein bestimmtes Konto überwiesen werden soll. Die Stimme der Tochter am Telefon habe überzeugend geklungen, berichtete Leinenweber. Die Mandantin hatte bereits ihre Rechtsschutzversicherung kontaktiert, die auch die Kaution stellen wollte. Leinenweber wollte auf Nummer sicher gehen und rief das Kaiserslauterer Polizeipräsidium an. Dort sei ihm von mehreren Anrufen dieser Art berichtet worden, ein tödlicher Radunfall aber unbekannt. In einem Fall habe eine Mutter sogar eine fünfstellige Summe bezahlt.

Beim Polizeipräsidium Westpfalz sind einige dieser so genannten Schockanrufe bekannt. „Die Schockanrufe kommen wellenartig, nehmen dann zu, aber auch wieder ab. Derzeit ist kein besonderer Anstieg feststellbar“, berichtet Christiane Lautenschläger von der Pressestelle des Präsidiums. Bei der Pirmasenser Polizeidirektion seien im laufenden Jahr etliche dieser Anrufe registriert worden. Ihre Zahl liege im oberen zweistelligen Bereich, also weniger als 100 aber mehr als 50. In einzelnen Fällen sei es in der Südwestpfalz zur Zahlung der geforderten Kaution gekommen.

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