Pirmasens Schiedsrichter lässt zu lange spielen

Placeholder-Image

«Hauenstein.» Ein Tor in der sechsten Minute der Nachspielzeit verhinderte gestern Abend in der Fußball-Verbandsliga den vierten Saisonsieg des bereits abgestiegenen SC Hauenstein. So musste sich der Tabellenletzte mit einem 2:2 (0:0) im Nachholspiel gegen die SG Eintracht Bad Kreuznach begnügen.

Nein, vom Glück begünstigt ist der Sportclub in dieser Spielzeit sicher nicht. Hauenstein führte mit 2:1, als die reguläre Spielzeit abgelaufen war. Schiedsrichter Patrick Simon zeigte vier Minuten Nachspielzeit an. Und auch diese waren bis auf fünf Sekunden um, als SCH-Keeper Kevin Jung nochmals wegen einer Verletzung behandelt wurde. Danach ließ Simon noch fast zwei Minuten weiterspielen. Da fasste sich Kreuznachs Joker Niklas Schneider ein Herz, zog aus 20 Metern Torentfernung ab, der Ball rauschte am machtlosen Jung vorbei an den Innenpfosten und sprang von dort ins Tor. Danach pfiff der Schiedsrichter sofort ab. „Das passt zu unserer Runde. Das zieht sich durch wie ein roter Faden. Er hatte vier Minuten angezeigt und lässt dann doch länger spielen. Wir hätten den Sieg wirklich verdient gehabt“, ärgerte sich Hauensteins starker Schlussmann Kevin Jung. Derweil beschwerte sich sein Trainer Alexander Hornung noch lautstark beim Schiedsrichter. Über die gesamte Spielzeit gesehen war der Punktgewinn für die Gäste nicht unverdient. In der torlosen ersten Hälfte hatten die Kreuznacher deutlich mehr Spielanteile und erspielten sich zahlreiche gute Torchancen. Die dickste vergab Eray Öztürk eine Minute vor dem Seitenwechsel. Allein steuerte er aufs SCH-Tor zu, doch Kevin Jung blieb lange stehen und wehrte Öztürks Schuss reaktionsschnell ab. Bereits nach sechs Minuten hatte Jung einen gefährlichen Schrägschuss von Kreuznachs Thiemo Stavridis entschärft. Und in Minute 25 rettete Jung innerhalb weniger Sekunden gegen die einschussbereiten Bahri Bayri und Öztürk. Die Hausherren, bei denen Tobias Cartharius und Luca Wick in die erste Elf rotiert waren, brachten in der Offensive außer zwei Fernschüssen von Christian Ochs (27.) und Thorsten Riggers (40.) kaum etwas zustande. Das änderte sich im zweiten Durchgang. Die ersten beiden Möglichkeiten brachten sofort zwei Tore. Der gute David Jung bediente Kevin Rose, der aus halblinker Position sein zwölftes Saisontor markierte. Nur zwei Minuten später schickte Hauensteins Christian Ochs bei einem Konter mit einem Traumpass den startenden Riggers auf die Reise. Dieser hängte zwei Gegner ab und traf aus ähnlicher Position wie zuvor Rose zum 2:0. Bei der Eintracht brachte der eingewechselte Schneider neuen Schwung. Nach 78 Minuten startete er einen Alleingang durch die SCH-Abwehr und lupfte den Ball geschickt über den herausgestürmten Jung. Vom Innenpfosten sprang der Ball zu Kreuznachs Anschlusstor über die Linie. So spielten sie SC Hauenstein: Kevin Jung - Keller (90. Lieblang), Peterson, Padberg, Cartharius - David Jung, Wick (84. Veith) - Scherer, Ochs, Rose (65. Leininger) - Riggers.

x