FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel SC Hauenstein gegen SV Hinterweidenthal: Wenn ein Sohn garantiert unter den Siegern ist

Die erste Chance im Derby: Von links beobachten Dennis Brödel (SCH, Nr. 9), Michael Helfrich, Yannick Roth (SCH, rote Schuhe), L
Die erste Chance im Derby: Von links beobachten Dennis Brödel (SCH, Nr. 9), Michael Helfrich, Yannick Roth (SCH, rote Schuhe), Lukas Werner, Marc Kaufmann, Max Becker, Torhüter Jonas Jung (alle SVH) und am Pfosten Luca Schmidt, wie der Schuss von SCH-Spielertrainer Niklas Kupper (im Hintergrund in Weiß) knapp das Tor verfehlt.

Am Ende geriet das mit Spannung erwartete Wasgauderby der Fußball-Landesliga zu einer klaren Angelegenheit. Vor 450 Zuschauern besiegte der SC Hauenstein den ab der 69. Minute in Unterzahl spielenden SV Hinterweidenthal mit 5:1 (2:1). So gab es auch im Torwartduell der beiden Cousins Kevin und Jonas Jung nach 90 Minuten einen klaren Gewinner.

„Da gibt es keinerlei Häme“, freute sich der Hinterweidenthaler im SCH-Tor, Kevin Jung, nach dem Spiel eher still. Kevins Vater Bernd Jung wusste bereits vor der Partie, dass zumindest er im ersten Punktspiel der beiden Nachbarvereine seit 1985 nicht zu den Verlierern zählen würde, da sein anderer Sohn Sergio bei Hinterweidenthal spielt. „Mein Herz schlägt etwas mehr für Hinterweidenthal. Aber ich hätte auch mit einem Hauensteiner Sieg kein Problem. Am liebsten wäre mir ein 0:0“, sagte der frühere Hinterweidenthaler Spieler und Trainer vor der Begegnung.

Schäfer sieht Gelb-Rot

Daraus wurde nichts. Die Gäste hatten in der Partie lediglich 30 gute Minuten. In der zweiten Halbzeit gab Landesliga-Neuling Hinterweidenthal keinen einzigen Torschuss ab. Und als SVH-Mittelfeldspieler Marius Schäfer eine Minute nach Hauensteins 3:1 durch Niklas Kupper Gelb-Rot sah, war das Spiel gelaufen. Hauensteins Sieg war hochverdient. Allerdings kamen zwei der fünf Treffer abgefälscht zustande. „Glück haben wir im Moment nicht unbedingt“, sagte Hinterweidenthals Trainer Denis Jung. Er fügte aber auch sofort hinzu: „Wir haben uns zwar in der ersten Hälfte gut gehalten und das 2:1 fiel sehr unglücklich, aber insgesamt haben wir zu viele Fehler begangen und es Hauenstein damit zu einfach gemacht.“

Aus harmlosem Schuss wird 2:1

Bei besagtem 2:1 für den Sportclub 20 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff setzte der sehr gut spielende Noel-Niklas Kästner von der Strafraumgrenze einen eher harmlosen Schuss ab. Doch der sich in den Schuss werfende Hinterweidenthaler Lukas Werner fälschte den Ball unhaltbar für seinen Keeper Jonas Jung ins andere Eck ab. Auch der Schuss zum 1:0 für Hauenstein war leicht abgefälscht. Luca Schmidt hatte aus abseitsverdächtiger Position Spielertrainer Kupper bedient, der sofort für den frei stehenden Yannick Roth ablegte. Dieser fackelte nicht lange und donnerte den Ball in Richtung Gästetor. Diesmal stand Gästeverteidiger Michael Helfrich im Weg und gab dem Ball eine kleine, aber mitentscheidende Richtungsänderung (22.).

„Junge Büffelherde“

Danach stellte Hauenstein das Fußballspielen vorübergehend ein, und die Gäste kamen besser in die Partie. Nur acht Minuten später bügelte Helfrich sein Missgeschick auf der anderen Seite wieder aus. Nach einer zu kurz abgewehrten Ecke von Fabian Hirschinger traf der aufgerückte Innenverteidiger von der Strafraumgrenze ins rechte Eck. Auch dieser Ball war leicht abgefälscht. „Wir bekommen zu viele Gegentreffer nach Standardsituationen. Das müssen wir abstellen“, ärgerte sich SCH-Coach Kupper nach dem Spiel. Er lobte aber auch sogleich seine „junge Büffelherde“: „Die Jungs geben Vollgas und haben sich das Feiern heute verdient. Zehn Punkte nach vier Spielen – wenn mir das einer vor der Saison angeboten hätte, hätte ich sofort unterschreiben.“

SCH kombiniert schnell

Mit schnellen Kombinationen über die Flügel setzte sein Team den Gegner immer wieder unter Druck. Kupper selbst erwischte nach schönem Doppelpass mit Kästner Gästetorwart Jung mit einem Schuss aus spitzem Winkel auf dem falschen Fuß – 3:1 (68.). Nach Schäfers Platzverweis konnten die ohne den angeschlagenen Kai Schacker spielenden Gastgeber nach Belieben schalten und walten. Nur eine Minute nach seiner Einwechslung warf sich Kevin Schönborn in einen Klärungsversuch von Werner und lenkte den Ball zum 4:1 ins Gästetor. Den Schlusspunkt setzte Co-Spielertrainer Philipp Weishaar, der eine Freistoßflanke Kuppers aus kurzer Distanz ins Tor köpfte.

SO SPIELTEN SIE

SC Hauenstein: Kevin Jung - Hagen (64. Andelfinger), Padberg, Seibel, Busch - Weishaar, Schmidt (71. Schönborn) - Kupper, Kästner, Brödel (73. Veith) - Roth (79. Paulsen)

SV Hinterweidenthal: Jonas Jung - Becker, Helfrich, Werner, Kaufmann - Tretter (79. Schweitzer), Schäfer - Zwick (79. Sergio Fess), Kessler (62. Breiner), Hirschinger (82. Schneider) - Schenk

Tore: 1:0 Roth (22.), 1:1 Helfrich (30.), 2:1 Kästner (45.), 3:1 Kupper (68.), 4:1 Schönborn (75.), 5:1 Weishaar (90.) - Gelbe Karten: Brödel, Schönborn, Weishaar - Helfrich, Schenk - Gelb-Rote Karte: Schäfer (69. Hinterweidenthal) - Beste Spieler: Kästner, Kupper, Roth, Seibel - Helfrich, Kaufmann - Zuschauer: 450 - Schiedsrichter: Rüdiger (Neustadt)

x