Pirmasens Rotenbühlstraße: Ausbau startet im Oktober
Die Rotenbühlstraße ist eine der wenigen, die nach dem Ausbau über keine Glasfaser-Narbe verfügen werde, denn die schnelle Leitung werde bei der Baumaßnahme gleich mitverlegt. „Wir können Straßenbau“, versichert Bürgermeister Michael Maas, der eine Gesamtbauzeit von circa 24 Wochen ankündigt. Ebenfalls mit im Paket sei die Möglichkeit, sich einen Fernwärmeanschluss legen zu lassen. Vorhandene Anschlüsse würden erneuert und neue gelegt, kündigte der Bürgermeister an.
Ein Paar zeigt sich enttäuscht, dass sie vor fünf Jahren von Öl auf Gas umgestellt hätten und nun aus dem Nichts die Möglichkeit bekämen, auf Fernwärme umzustellen. Noch mal eine solche Investition zu leisten, sei für sie unmöglich. „Die Situation sei damals ganz anders gewesen“, erklärt„ Markus Müller, zuständig für die kommunale Wärmeplanung bei den Stadtwerken. Nun sei absehbar, dass es ein Heizen mit Erdgas schon bald nicht mehr gebe.
Komplizierter Ausbau
Der Ausbau der Rotenbühlstraße sei kompliziert, kündigt der federführende Ingenieur Heinz Klages aus Waldfischbach-Burgalben an. Von den 19 Grundstücksanschlüssen würden zwölf im Inlinerverfahren saniert, bei drei muss noch mal genauer nachgeschaut werden und nur bei vier Anschlüssen sei kein Eingriff nötig. Außerdem gebe es viele Zufahrten, auf die man Rücksicht nehmen müsse, nennt Klages ein weiteres Problem. Eine davon von einem Getränkehandel.
Genau dieser ist offenbar einigen Anwohner ein Dorn im Auge. Die Lastwagen der Firma würden die Straße derart zuparken, dass Rollatoren und Kinderwagen oft keine Chance hätten zu passieren, beklagte sich eine Anwohnerin.„Wir haben mit dem Geschäftsführer bereits gesprochen“, beschwichtigt Klages.
Kosten: 1,35 Millionen Euro
Rund 1,35 Millionen Euro sollen in die Erneuerung der Rotenbühlstraße fließen, kündigt der Bürgermeister an. Die Straße müsse komplett neu gestaltet werden, inklusive zwei neuer Kanalschächte und komplett neuen Kanalrohren auf 150 Meter Länge. „Immerhin hat der Kanal über 100 Jahre auf dem Buckel“, führt er weiter aus.
Die rund 150 Meter lange Straße zwischen Simter- und Lemberger Straße soll bis Juli 2026 erneuert werden. In dieser Zeit werden Fahrbahn und Gewege ausgebaut und die Straßenentwässerung modernisiert. Das sei die Gelegenheit, „den Verkehrsraum umzudenken“, sagt Maas und kündigt an, dass die Straße kein reiner Verkehrsweg mehr sein soll. Der Ort soll für die Anwohner gestaltet werden und so unattraktiv wie möglich für den Durchgangsverkehr sein. An manchen Stellen soll die Fahrbahn verengt werden, die auf eine Breite von 3,80 Meter schrumpfen soll und eine Regenrinne haben werde. Dadurch würden die Gehwege viel breiter und variierten zwischen 1,25 und 2,62 Metern.
Künftig 16 Parkplätze
Das Trottoir wird mit grauem Betonsteinpflaster versehen sein, beschreibt Ingenieur Klages. Außerdem sollen 16 Parkplätze angelegt werden, die anthrazitfarben abgesetzt seien. Bei der Gelegenheit würden auch fünf LED-Leuchten installiert und fünf Bäume gepflanzt werden. Aktuell gibt es in der Straße keinen einzigen. „Zwei Feldahornbäume und drei Blasen- oder Lampionbäume sollen dort für Schatten und Wohlbefinden sorgen“, kündigt Gartenbauamtsleiter André Jankwitz an. Die seien klimaresistent und sollen für eine Wohlfühloase sorgen.
Trotzdem befürchten einige Anwohner erst einmal, ihre Garage vorübergehend nicht nutzen zu können oder in ihrer Mobilität eingeschränkt zu sein. Außerdem weist eine Anwohnerin darauf hin, dass in ihrem Haus eine Mieterin durch eine Pflegeeinrichtung betreut wird und das Haus immer erreichbar sein sollte. In der Tat sei die Nutzung der Garagen vorübergehend nicht möglich, räumte Klages ein. Der Ingenieur tröstete die Anwohner damit, dass die Baumaßnahme in mehrere Bauabschnitte aufgeteilt sei und sie an das Ergebnis denken sollten.
16 Wochen veranschlagt die Stadt für die Bauzeit und informiert, dass Kabel und Beleuchtung baubegleitend verlegt würden. Los gehe es mit dem Kanalbau, einer zehn Meter langen Wanderbaustelle, erklärt Klages. Die werde sich ab 6. Oktober für acht Wochen durch die Straße bewegen.