Pirmasens Ronaldos Tricks haben sie schon drauf

Training in Erbach: U16-Nationaltrainer Christian Wück gibt Anweisungen. Unter seinen Zöglingen ist Ex-FCK-Junior Bambasé Conté
Training in Erbach: U16-Nationaltrainer Christian Wück gibt Anweisungen. Unter seinen Zöglingen ist Ex-FCK-Junior Bambasé Conté (2. von rechts), der nun für die TSG Hoffenheim spielt.

«Homburg.» Die meisten Spieler im 22-köpfigen Jahrgang-2003-Aufgebot des Deutschen Fußball-Bunds kommen von Bayer Leverkusen, das vier Spieler abstellt. Je drei Talente entsenden die TSG Hoffenheim und der 1. FC Köln. Vom 1. FC Kaiserslautern, bei den B-Junioren diese Runde nicht in der Bundesliga vertreten, steht kein Spieler im Kader. „Das liegt aber keineswegs daran, dass die Region hier keine guten Fußballer mehr hat“, stellt U16-Bundestrainer Christian Wück klar. Mit den beiden Stürmern Marlon Roos Trujillo und Eniss Shabani vom FSV Mainz 05 sind immerhin zwei Rheinland-Pfälzer morgen Abend im Pirmasenser Stadion Husterhöhe mit von der Partie. Dass heute deutschlandweit die Nachwuchsleistungszentren der großen Clubs den kleineren Vereinen die besten Zöglinge abspenstig machen, zeigt sich auch an der deutschen U16-Nationalelf. Auf dem Rasenplatz im Sportzentrum Homburg-Erbach, in dem sich die DFB-Junioren in diesen Tagen den taktischen Trainingsschliff für die beiden Belgien-Länderspiele abholen, tummelt sich auch der hochtalentierte Ex-FCK-Stürmer Bambasé Conté, der nun für den Nachwuchs des Champions-League-Teilnehmers TSG Hoffenheim auf Torjagd geht. Conté dürfte übrigens an den Sportpark Husterhöhe nicht die besten Erinnerungen haben, denn Ende April verlor er mit dem FCK das Regionalligaspiel gegen die C-Junioren des FK Pirmasens mit 1:2. Wücks Team nennt sich aktuell zwar U16, doch der ehemalige Bundesligaprofi bezeichnet sich aber lieber als Trainer des Geburtsjahrgangs 2003. „Den habe ich voriges Jahr als U15 übernommen. Wir bleiben drei Jahre zusammen, bis zur U17 – und dann kommt bei mir der Jahrgang 2006 an die Reihe, wieder als U15.“ Am Montag haben die U16 und ihr Trainerstab im noblen Homburger Schlossberg-Hotel Quartier bezogen. In der Saarpfalz absolviert der Tross seine Übungseinheiten vorzugsweise im Erbacher Sportzentrum. Aber auch das Homburger Waldstadion soll als Trainingsplatz genutzt werden, ehe die Jungkicker am Samstag zu ihren Vereinen heimkehren. „Heutzutage haben die Jungs eine Menge Sachen drauf, die wir zu unserer Zeit nicht konnten“, erzählt Christian Wück der RHEINPFALZ am Ende einer Erbacher Trainingseinheit. Und damit meint er keineswegs nur den gekonnten Umgang mit Spielerberatern und Finanzmanagern. „Nein, ich meine die Kabinettstückchen und all die Ronaldo- und Messi-Tricks auf dem Fußballplatz. Die haben sie sich beim Playstation-Spielen abgeguckt.“ Im gleichen Atemzug schiebt der Übungsleiter seine Grundsatzkritik hinterher: „Wir müssen allerdings feststellen, dass kaum ein Nachwuchsspieler heute noch beidfüßig ist. Wir beim DFB haben das schwache Abschneiden der A-Nationalmannschaft bei der WM in Russland analysiert. Da ist uns schnell klar geworden, dass alle Spieler, die dort herausragten, beidfüßig unterwegs sind und die Basics des Fußball-Handwerks top beherrschen. Hier müssen wir in Deutschland ansetzen. Und nicht bei den Ronaldo-Tricks.“

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