Pirmasens Ristorante Riviera: Carlo Tavernar schließt, Betrieb geht im Februar weiter
Noch hängt ein DIN A4-Blatt an der Eingangstür zum Riviera, auf dem folgender Text steht: „Liebe Gäste. Wir wünschen frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr. Unser Lokal ist ab dem 21.12.2022 geschlossen. Vielen Dank. Carlo und Karin.“
„Nach der Schlüsselrückgabe an Nino Pacione (Besitzer des Lokals) fangen wir an, unserem Leben eine andere Richtung zu geben“, sagt Carlo Tavernar im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Zusammen mit seiner Frau Karin hat er das Riviera als Pächter knapp sieben Jahre lang betrieben. „Wir sind jetzt offiziell Rentner“, freuen sich beide auf den Ruhestand. „Jetzt blättern wir im Buch des Lebens das nächste Blatt und schauen, wie wir das hinbekommen. Das wichtigste ist natürlich die Gesundheit. Wir hoffen, dass wir einigermaßen gesund bleiben und noch ein bisschen unser Leben außerhalb der Gastronomie genießen dürfen“, sind sich beide einig. Wobei Carlo Tavernar schon mal einen geheimen Wunsch offenbart: „Wir haben früher immer davon geträumt, hin und wieder mal im Winter einen längeren Urlaub auf den Kanaren zu verbringen.“ Außerdem wollen Oma und Opa auch mehr Zeit mit den Enkelkindern verbringen. „Etliches ist auf der Strecke geblieben, weil bisher keine Zeit da war. Die Gastronomie ist halt mal so. Trotzdem war ich sehr gerne in der Gastronomie tätig, obwohl früher zwölf bis 13 Stunden sechs Mal in der Woche dazugehörte.“
Vom „Luigi“ ins „Riviera“
Carlo Tavernar kam 1975 aus seinem Heimatort Capriana (Norditalien) nach Pirmasens. „Meine drei Brüder Otto, Bruno und Marino waren damals schon in Deutschland. Sie haben sich 1974 selbstständig gemacht, als sich die Chance bot, das traditionsreiche Lokal ,Luigi’ in der Landauer Straße zu übernehmen. Ich bin 1975 dazugestoßen und habe mein ganzes Leben hier verbracht. Ich fühle mich auch als Pirmasenser.“ Zudem besitzt er seit mittlerweile zehn Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft.
Er brauche Menschen um sich herum. „Deshalb wird mir der Kontakt mit meinen Gästen mit Sicherheit fehlen.“ Aber die vielen privaten Kontakte würden wohl erhalten bleiben und da „wird man einfach mal miteinander telefonieren oder sich auch treffen.“ Carlo Tavernar war im „Luigi“ und im „Riviera“ überwiegend im Service tätig und kommunizierte viel mit seinen Besuchern. Natürlich könne er auch ein bisschen kochen. „Aber das ist nicht unbedingt meine Welt.“ Deswegen war im Riviera auch ein Koch und eine Küchenhilfe beschäftigt.
Es soll einen Nachfolger geben
Als seine drei Brüder im August 2015 das Restaurant in der Landauer Straße aus Altersgründen dicht machten, fühlte sich Carlo Tavernar mit seinen damals 57 Jahren noch zu jung, um nichts mehr zu tun. „Mit Nino Pacione war ich vorher schon länger im Gespräch wegen einer Nachfolge. Ich habe das Lokal komplett mieten dürfen und gebe es jetzt auch komplett wieder zurück. In den knapp sieben Jahren hat es mit der Familie Pacione eine gute Zusammenarbeit gegeben und wir hatten immer ein sehr gutes Verhältnis“, bedankt sich Carlo Tavernar bei seinem Vermieter. Ein Dank spricht er auch an seine treuen Stammgäste aus, die er mit seinem Küchen-Konzept für seine neue Wirkungsstätte überzeugt hatte.
Für die Familie Tavernar ist das Kapitel Riviera abgeschlossen, für einen Nachfolger, den es nach bislang unbestätigten Informationen schon geben soll, beginnt ein neuer Lebensabschnitt mit dem Ristorante.