Golf RHEINPFALZ Plus Artikel Rieschweiler Golf-Damen streben Klassenerhalt in Zweiter Liga an

Mit diesem Kader geht der Erste Golfclub Westpfalz in seine Premierensaison in der Zweiten Damen-Bundesliga: (obere Reihe von li
Mit diesem Kader geht der Erste Golfclub Westpfalz in seine Premierensaison in der Zweiten Damen-Bundesliga: (obere Reihe von links) Christine Baeck, Marie Baertz, Anna Bonerz, Sophie-Charlott Hempel, Physiotherapeutin und Athletiktrainerin Kerstin Hempel-Huske, (mittlere Reihe) Maxime Holletschek, Marie Martin, Katja Müller, Inga Nahtz, Sabine Merdian, (unten) Andrea Pfersdorf, Karin Roschy, Patrizia Schäfer und Lisa Steingrube.

Als Team-Captain der Damen des EG Westpfalz Schwarzbachtal hat die Pirmasenserin Andrea Pfersdorf derzeit einige Probleme zu lösen, die sich ihr nicht stellen würden, wenn es keine Pandemie gäbe. Da ist schon bei der Anreise zum ersten Zweitbundesligaspiel der Vereinsgeschichte etliches zu beachten. Unsicherheit herrscht noch über das Spielsystem.

Wer ist geimpft und wer noch gar nicht? Wer hat die erste Impfung hinter sich? Das spielt in den Planungen von Andrea Pfersdorf für die Anreise zum Saisonauftakt am Sonntag beim GC Neuhof im hessischen Dreieich keine unerhebliche Rolle. „Uns wurde für die nicht geimpften Spielerinnen ein Einzelzimmer empfohlen“, sagt die 50-jährige Lehrerin, die an der IGS Thaleischweiler-Fröschen unterrichtet. Das Coronavirus ist für Pfersdorf, die auch noch als Ersatzspielerin zur Verfügung steht und neben den Aufstiegen mit dem Damenteam zweimal (2018/2019) an den deutschen Mannschaftsmeisterschaften der AK 30 teilnahm, ein Handicap von 6,5 hat, ein wahrer Arbeitstreiber. Neben den Corona-Bestimmungen des Hotels fordert sie von ihren Spielerinnen zusätzlich noch einen negativen Corona-Test zur Sicherheit.

14-jähriges Riesentalent

Bei der Anreise wurde der sonst üppige EGW-Tross erheblich reduziert. Neben den sechs nominierten Spielerinnen fahren drei Ersatzspielerinnen mit. Hinzu kommen Team-Captain Andrea Pfersdorf, die ehemalige Bundesliga-Judoka des TV Pirmasens, Kerstin Hempel-Huske (Co-Captain, Athletik-Trainerin und Physiotherapeutin), Mentalcoach Andreas Hempel, Busfahrer Thomas Müller, Club-Trainer Iain Blackburn und die Eltern der erst 14-jährigen Marie Martin (Handicap 1,9).

Das EGW-„Küken“ besucht die neunte Klasse der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle und erreichte zuletzt bei der deutschen Meisterschaft der AK 14 den dritten Platz. Zudem ist Marie Martin AK14-Meisterin des Landesverbands Rheinland-Pfalz/Saarland der AK 14. Bei der German Junior Golftour siegte sie auf dem Hitscherhof und in Berlin.

Extra Schreiben für die Anreise aus Luxemburg

Nicht ganz einfach gestaltet sich die Teilnahme der Luxemburgerin Marie Baertz (18). „Sie braucht ein besonderes Schriftstück für die Anreise“, erzählt Pfersdorf. Die angehende Abiturientin und zweifache luxemburgische Meisterin erhielt mit ihrem Handicap von 0,8 den Vorzug vor der 17-jährigen Lisa Steingrube (Handicap 4), die dreimal in Folge luxemburgische Juniorinnen-Meisterin wurde.

Reduzieren könnte Pfersdorf das EGW-Team noch. „Mir ist es aber lieber, wenn wir einen Vor-Caddy für die Spieler haben“, sagt der Kapitän der Hitscherhof-Golferinnen. Die Mannschaft werde in Privatautos und in einem Neuner-Bus anreisen. Pfersdorf: „Darin dürfen aber nur sechs Leute sitzen. Die Maske muss die ganze Zeit getragen werden. Es wird auch immer wieder gelüftet und desinfiziert.“

Blindflug in Sachen Gegnerstärke

Das Saisonziel in diesem ersten Zweitliga-Jahr ist klar definiert. „Wir wollen in der Zweiten Bundesliga bleiben“, sagt Pfersdorf. Da der GC Rheinhessen kein Team aufbietet, steht der erste Absteiger bereits fest. „Mir fehlt aber das Wissen über die Spielstärke der anderen Vereine. Man sieht zurzeit kaum Spielerinnen bei Turnieren“, fügt die Pirmasenserin an. Deshalb wisse sie auch nicht, ob der dritte Platz als Ziel realistisch ist.

Dennoch sieht Pfersdorf ihr Team um die ehemalige Deutsche Meisterin der AK 16, Katja Müller, sportlich gut vorbereitet. Die 18-Jährige beginnt im August in den USA ein betriebswirtschaftliches Studium. Die mehrmalige Landesmeisterin bei den Damen und der Jugend gehört mit einem Handicap von -3,4 zu den Top-Spielerinnen der Liga. Die Pirmasenserin wird neben den in Amerika studierenden Sophie-Charlott Hempel (23/Pirmasens) und Patrizia Schäfer (19/Gauersheim/Handicap 1) das Team anführen. Aber auch Maxime Holletschek (16/Handicap -1,7) hat sich laut Pfersdorf erheblich gesteigert. „Sie ist sehr stabil geworden“, lobt sie die Saarländerin. Inga Nahtz (18/Handicap 1,9), frischgebackene Abiturientin, komplettiert das EGW-Team.

Vierer oder nicht?

Nachdem das Team in den vergangenen Wochen fast jedes Wochenende stundenlang auf dem Hitscherhof trainiert hatte, stehen nun auch die Zusammensetzungen der Vierer, einer Art Doppel im Golf, fest. Der EGW bietet die Duos Müller/Hempel, Holletschek/Martin und Nahtz/Baertz auf. „Auch Schäfer wäre noch eine Option. Aber vielleicht entfallen die Vierer komplett. Es kommt darauf an, ob mehr als zwei Haushalte zusammen spielen dürfen“, sagt Pfersdorf. Ihre Titelfavoriten sind der GC Neuhof und der Marienburger GC.

Nach all dem Hin und Her, von der schwierigen Hotelbuchung bis zum verschobenen Saisonstart, stellt Pfersdorf fest: „Ich bin froh, wenn wir endlich auf dem Platz stehen.“

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