Pirmasens Real-Markt hatte 2010 Modernisierungspläne
Den Fehrbacher Real-Markt sieht Frank Eschrich (Die Linke) als Opfer des Pirmasenser Einzelhandelskonzepts. Die Stadt habe den Wunsch nach Erweiterung und Umbau des Marktes abgelehnt, behauptete Eschrich gestern. Lediglich eine Erweiterung um einen Drogeriemarkt sei abgelehnt worden, erwiderte die Stadtverwaltung.
Aufgrund der Absage der Stadtverwaltung sei von der für die wirtschaftliche Entwicklung zuständigen Metro-Abteilung im März 2014 die Schließung des Real-Marktes in Pirmasens empfohlen worden, verwies der Fraktionsvorsitzende der Linken im Stadtrat gestern auf Informationen, die er aus sehr zuverlässiger Quelle habe, wie er betonte. Ein erheblicher Betrag hätte investiert werden sollen, so Eschrich. „Die bereits von interessierten Kreisen verbreitete Stimmungsmache, das sei alles normal, schließlich gebe es in Pirmasens ein Überangebot an Supermärkten, ist nur die halbe Wahrheit“, erklärte Eschrich weiter mit Blick auf die für September kommenden Jahres geplante Real-Schließung. Bei Real hingegen wurde gestern erneut rein auf die Verluste des Real-Marktes im Geschäftsjahr 2013/2014 verwiesen, die im Fall der sieben von einer Schließung betroffenen Märkte im hohen einstelligen Millionenbereich, also insgesamt bei knapp unter zehn Millionen Euro, gelegen haben sollen. Zu den von Eschrich behaupteten Erweiterungsplänen am Standort Fehrbach wollte sich die Real-Pressesprecherin Alja-Claire Dufhues nicht äußern. „Es war eine schwierige Entscheidung, jedoch haben die betroffenen Märkte langfristig keine Chance“, so Dufhues, die auf Überkapazitäten im Lebensmitteleinzelhandel, den Strukturwandel und ungleiche Wettbewerbsbedingungen als Ursachen verwies. „Zutreffend ist, dass Real im Dezember 2010 eine Baugenehmigung für einen Umbau und eine Modernisierung des eigentlichen Real-Marktes sowie eine Erweiterung um einen eigenständigen Drogeriemarkt mit separatem Zugang beantragt hatte“, erklärte gestern Abend Talea Meenken von der Pressestelle der Stadtverwaltung. Lediglich zu der Erweiterung um einen eigenständigen Drogeriemarkt wurden Bedenken geäußert, da dieser im Widerspruch zu dem im Stadtrat ohne Gegenstimmen der Linken beschlossenen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan F118 stand und somit in der geplanten Form rechtlich nicht zulässig war, erläuterte die Stadtverwaltung und verwies auf ein Gespräch im Mai 2011. „Nachdem Real im Anschluss um eine Fristverlängerung für die Abgabe weiterer Informationen gebeten hatte, wurde der Antrag dann im Januar 2014 von Real zurückgenommen. Eine abschließende Entscheidung über die Zulässigkeit des Vorhabens wurde von der Stadt deshalb nicht getroffen“, erläuterte Meenken den Ablauf aus städtischer Sicht. „Die Bearbeitung und Prüfung von Bauanträgen ist Aufgabe der laufenden Verwaltung“, so Meenken in Bezug auf Vorwürfe Eschrichs, wonach der Stadtrat ein weiteres Mal hintergangen worden sein soll. Meenken verwies außerdem auf die Begründung von Real, der Markt werde aus Rentabilitätsgründen geschlossen. „Ein Zusammenhang zwischen dem früheren Bauantrag und der geplanten Schließung des Real-Marktes ist der Stadt nicht bekannt.“ Die Pressestelle betonte, dass unabhängig von den Planungen zur Stadtgalerie erhebliche Investitionen im innerstädtischen Bereich stattgefunden haben, beispielsweise die Revitalisierung des Einkaufszentrums am Alten Markt. „Unabhängig davon steht die Stadt mit dem derzeitigen Grundstückseigentümer des Real-Areals in konstruktiven Gesprächen über die künftige Nutzung, welche die Nahversorgung für Fehrbach und Hengsberg sichern soll“, so Meenken. (kka)