In eigener Sache
Rasende Reporter: Jugendliche zu Besuch in der Lokalredaktion
Diese Woche bot sich in unseren Redaktionsräumen ein ungewohnter Anblick: 13 Schülerinnen und Schüler saßen da, ganz vertieft ins Zeitungslesen. 13 gedruckte Zeitungen wurden aufgeklappt, auseinandergenommen, kritisch beäugt, raschelnd gefaltet und sortiert.
Die Jugendlichen besuchen die Realschule plus und Fachoberschule Dahn und waren mit ihren Lehrerinnen Brigitte Mistler und Christine Schorn-Thiery zu Besuch bei der Lokalzeitung. Eine Woche lang befassten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf bis zehn während einer Projektwoche als „Rasende Reporter“ mit der Medienlandschaft.
Schnell wurde klar, dass die Jugendlichen nicht nur gekommen waren, um sich etwas über den Aufbau und die Struktur einer Zeitung anzuhören. Nein, sie hatten selbst Fragen erarbeitet und Themen dabei, die sie bewegten. „Wie wählen Sie die Geschichten aus, über die Sie berichten?“, lautete eine. „Woher wissen Sie, dass Sie der Quelle vertrauen können, mit der Sie sich unterhalten?“, eine andere. Doch auch die Künstliche Intelligenz und die mit ihr verbundenen Probleme waren ein Thema.
Gemeinsam mit meiner Kollegin Meike Frank beantwortete ich Frage um Frage und stellte wieder einmal fest: Nachrichten bewegen Menschen. Die Art und Weise, wie berichtet wird, hat einen großen Einfluss auf die öffentliche Meinung. Das haben die Jugendlichen ganz genau beobachtet, die Veränderungen, die die US-amerikanische Medienlandschaft während der Präsidentschaft von Donald Trump erfahren hat, ist für sie ein abschreckendes Beispiel. „Welche Rolle spielen Medien dabei, die Demokratie zu schützen?“, wollten die jungen Menschen von uns wissen.
Ich bin zutiefst überzeugt: Von genau solchen Fragen lebt unsere Gesellschaft, lebt unsere Demokratie. Mich freut es, wenn sich junge Menschen die Zeit nehmen, um sich mit der Zeitung auseinanderzusetzen, wenn sie unsere Arbeit kennenlernen. Als Teil der Projektwoche sollen sie nun selbst Menschen interviewen. Einen kurzen praktischen Einblick in unsere Arbeit gab es für diesen Text: Welche Infos brauche ich als Redakteurin, um diesen Artikel zu schreiben?
Mich selbst interessierte am Ende vor allem eines: „Warum habt Ihr Euch für dieses Projekt angemeldet?“ Silas Jung (17) erzählte, dass er sich sehr für Politik interessiere. Die Frage, welche Rolle Medien in einer Demokratie einnehmen, beschäftigt ihn. Alexandra Schehl (15) findet das Berufsfeld des Journalismus spannend. Wie sich das mittlerweile gewandelt hat, erleben wir täglich: Ein Teil unserer Arbeit findet mittlerweile im Internet statt, dort haben wir mehr und andere Möglichkeiten, unsere Inhalte zu präsentieren. Es gibt Bilderstrecken und Videos, alle Lokalausgaben sind für Abonnenten digital zugänglich.
Das schönste Kompliment gab es für mich und meine Kollegin beim Rausgehen: „Es war interessanter, als ich erwartet hatte“, verabschiedete sich ein Schüler.