Pirmasens Professionelle Prävention
«PIRMASENS.» Dass dem FK Pirmasens in der Endphase der abgelaufenen Saison kurz hintereinander fünf Siege in Serie und damit der Sprung aus der Abstiegszone gelangen, dürfte auch an der professionellen Regeneration gelegen haben. Nach Spielschluss leichtes Radfahren im Athletikraum, Eistonne, Massage durch das Team von Physiotherapeut Christian Frank und durch die Recovery-Boots – das half den Feierabendfußballern von der Husterhöhe, um drei Tage nach einem anstrengenden Regionalliga-Match wieder fit für die nächsten 90 Minuten zu sein. Dieser Athletikraum im Erdgeschoss des Tribünengebäudes ist nun komplett fertiggestellt und bietet unheimlich viel: Power Racks für Kniebeugen, eine Pylo Box fürs Sprungkrafttraining, Lang- und Kurzhanteln, Klimmzugstangen, einen Box-Sack, Kattlebells (Kugelhanteln fürs freie Gewichttraining), Fascienrollen zur Selbstmassage, Ropes zur Rumpfstabilisierung, Mini-Bands für die Adduktoren und Medizinbälle. „Das dient alles der Verletzungsprävention und der Regeneration. Da muss man weit fahren, um einen Regionalligaverein mit so einem Athletikraum zu finden“, sagt Nils Veith, seit Dezember 2017 FKP-Mannschaftsarzt. Der aus Nünschweiler stammende, nach eigenen Worten „irgendwie fußballverrückte“ Assistenzarzt an der Unfallchirurgie der Uniklinik Homburg hat den von Sponsoren finanzierten Athletikraum konzipiert und stellt stolz fest: „Darin kann eine ganze Mannschaft trainieren.“ Der neue FKP-Chefcoach Patrick Fischer weiß, dass „der Athletikbereich immer wichtiger wird“. Wie Veith berichtet, gehe „jeder Spieler vor jedem Training für 15 bis 20 Minuten in den Athletikraum“. Jeder Spieler habe von ihm „einen individuellen Plan“ bekommen. Machen die Fußballer das eigentlich gerne? „Wenn der Spieler gemerkt hat, dass ihm das hilft, macht er es auch gerne“, antwortet Veith, der von FKP-Präsident Jürgen Kölsch in den höchsten Tönen gelobt wird: „Er ist eine Granate.“ Veith setzt bei der individuellen Trainingssteuerung auf Laktat-Tests. Der nächste stehe am kommenden Freitag, zwei Tage nach dem Trainingsstart für die neue Runde, auf dem Programm. Nach der Winterpause folge ein weiterer Laktat-Test. Der Athletikraum steht nicht nur dem Regionalligateam, sondern auch der U23 (Verbandsliga) und den Junioren zur Verfügung.