Pirmasens
Pro Seniore: Auch im Jubeljahr nichts alles eitel Sonnenschein
Am 2. Februar 1998 startete der Betrieb des Seniorenheims Pro Seniore unweit des Exerzierplatzes und damit in der zentralen Innenstadt. Das heutige Pro Seniore hieß damals noch „DSK“, kurz für „Dienstleistung – Service – Kompetenz“. Inzwischen gehört die Einrichtung, die seit etwas über einem Jahr von der langjährigen Mitarbeiterin Regine Vogel geleitet wird, zu der Victors Unternehmensgruppe. Deutschlandweit betreibt die Victors Group neben Hotels über 100 Seniorenresidenzen und nicht zuletzt eine Pflegefachschule im saarländischen Quierschied.
Der Standort Pirmasens bietet 130 Senioren vollstationäre Pflege und eingestreute Kurzzeitpflege an, 120 Mitarbeiter werden beschäftigt – darunter einige, die schon von Beginn an in der Einrichtung tätig sind. „Unser Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderer Häuser ist, dass wir unsere Senioren sowohl stationär als auch ambulant im gleichen Haus versorgen können. Das bedeutet, dass sie nicht umziehen müssen, wenn die ambulante Pflege irgendwann nicht mehr ausreichen sollte“, sagt Vogel. Gut angenommen werde aber auch das betreute Wohnen, wofür es in der Residenz 119 Apartments gibt.
Eigene Band sorgt für Furore
Für Furore im positiven Sinn sorgte vor einiger Zeit auch die heimeigene Band, in der Mitarbeiter und Senioren gemeinsam spielten und sangen – und den ein oder anderen Auftritt absolvierten. Auch an diese Zeit erinnert sich Vogel gerne. „Unser damaliger Residenzleiter Martin Wustrau leitete die Band und trat auch zusammen mit den Senioren auf. Diese Geschichte war mit einer der Höhepunkte der letzten 25 Jahre“, erklärt die Residenzleiterin. Froh sind Vogel und ihre Mitarbeiter in diesen Tagen vor allem darüber, dass nun wieder Ausflüge und Feste, sowohl für die Senioren als auch für die Mitarbeiter, möglich sind. „Da war die Corona-Zeit für alle Beteiligten einer der Tiefpunkte in diesen 25 Jahren, aber nun können wir unser Jubiläum unbeschwert feiern“, sagt sie.
Neben einem großen Fest für die Mitarbeiter, das im Rahmen des Tags der Pflege vergangene Woche am Standort in der Münzgasse gefeiert wurde, sieht man bei Pro Seniore schon freudig dem Sommer entgegen, wo es Ende Juli ein Grillfest für die Bewohner und ihre Angehörige geben soll. „Im November wird es dann sogar ein Krimidinner mit den Gästeführern geben, das ebenfalls im Rahmen unseres Jubiläums stattfinden wird“, kündigt Nadja Holzeimer an. Als Residenzberaterin ist sie das Bindeglied zwischen der Einrichtung und ihren Bewohnern sowie deren Angehörigen und somit eine der wichtigsten Ansprechpartnerinnen im Haus.
Leasingkräfte sorgen für Kritik
Doch eitel Sonnenschein ist selbst im Jubiläumsjahr nicht alles, denn auch die Pro Seniore Residenz beschäftigt der Fachkräftemangel. „Das Thema Pflege verändert sich stetig, auch die Mitarbeiter verändern die Pflege durch ihre Art der Ausbildung. Geeignetes Personal zu finden ist flächendeckend ein Problem, Fachkräfte fehlen in allen Bereichen überall“, weiß Pflegedienstleiterin Jennifer Häselbarth. Das habe in der Einrichtung in der Münzgasse, wie in anderen Einrichtungen auch, dazu geführt, dass die Personalzahl an die Bewohnerzahl angepasst werden und auf Leasingkräfte zurückgegriffen werden musste, um den Bedürfnissen der Senioren gerecht zu werden. „Solche Leasingkräfte sind examinierte Pflegekräfte, die nicht fest in einem Team, sondern deutschlandweit für eine bestimmte Zeit in den Heimen arbeiten. Um die Fluktuation in unserem Haus gering zu halten, stellen wir diese Kräfte für gleich zwei Monate bei uns an“, erklärt Häselbarth.
Kritik seitens einiger Angehöriger habe es hierfür dennoch immer mal wieder gegeben. „Da hilft vielleicht eine Veränderung der Sichtweise auf diese Dinge. Man muss klar betonen, dass wir mit dem Einsatz von Leasingkräften die Versorgung der Bewohner sicherstellen und diese ist für uns oberstes Gebot. Wir hatten auch schon Leasingkräfte im Haus, die sich anschließend für eine Festanstellung bei uns entscheiden haben“, so Häselbarth weiter.