Pirmasens Platz für Radfahrer, Ladesäulen für E-Autos

Wie soll der Verkehr der Zukunft in Pirmasens funktionieren? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Mittwochabend 50 Pirmasenser bei einem Workshop im Dynamikum. Mehr Platz für Radfahrer, eine Infrastruktur für Elektroautos, Zebrastreifen oder hellere Straßenlaternen waren einige der Forderungen. Weitere Veranstaltungen dieser Art sollen folgen und am Ende soll ein neuer Verkehrsplan für Pirmasens stehen.
Das Büro Planersocietät aus Dortmund soll den neuen Verkehrswegeplan für Pirmasens erstellen. Dazu wurden bereits zufällig ausgewählte Pirmasenser über ihre Wünsche und Vorstellungen befragt. Am Mittwoch trafen bei den Workshops Bürger und Verwaltungsmitarbeiter aufeinander. „Wir wollen über den Tellerrand schauen“, forderte Philipp Hölderich von Planersocietät die Anwesenden zu ungewöhnlichen Ideen auf. Vieles, was in Großstädten schon funktioniere wie beispielsweise Carsharing, könne auch in Städten wie Pirmasens eingeführt werden, meinte Hölderich. In einer ersten Analyse der Stadt stellten die Dortmunder Planer fest, dass hier jahrzehntelang alle Verkehrsinfrastruktur zugunsten der Autos ausgelegt worden sei. Für Fußgänger und Radfahrer blieben nur „Restflächen“. Diese Infrastruktur treffe nun auf Veränderungen wie den demografischen Wandel, steigende Energiekosten und einen Wertewandel hin zum Teilen statt Besitzen. Beim Thema Radfahren wurde als größtes Problem die Sicherheit genannt. „Die Pirmasenser sind keine Radfahrer gewöhnt“, schilderte eine Radfahrerin ihre Beobachtungen. Der Bahnhof müsste mit den Vororten vernetzt werden, ein Radweg nach Rodalben als Anschluss an das gute Radwegenetz des Kreises fehle, waren weitere Forderungen. „Da muss ein Rad- und Gehweg her“, meinte ein Vertreter der Polizei, der von Fußgängern auf der Landesstraße zwischen Rodalben und Pirmasens berichtete, die vor allem nachts für brenzlige Situationen sorgten. Stadtmarketingchef Rolf Schlicher forderte einen Zebrastreifen vor dem Dynamikum, der jedoch rein rechtlich nicht möglich wäre. Das Ordnungsamt will nun mit einer Fahrbahnverengung dort für mehr Sicherheit sorgen. Mehr Sicherheit in mehrfacher Hinsicht könnten hellere Straßenlaternen bringen, meinte Tiefbauamtsleiter Michael Maas. Radfahrer und Fußgänger wären besser sichtbar. Eine weitere Idee war die Umwandlung einer Fahrbahn in der Schäferstraße zur Fahrradspur. In Sachen Autoverkehr wurde bemängelt, dass Elektroladesäulen in der Stadt fehlen. Der Schülerbringverkehr vor den Schulen müsse aufhören, die Ampelschaltungen optimiert werden. Der Schwerverkehr in der Nacht durch die Landauer Straße und Kaiserstraße wurde als zu laut empfunden. Ein Schwerverkehrsverbot für diese Strecke und die Umleitung auf die L 600 wäre rein rechtlich möglich, meinten Verwaltungsvertreter. Das Problem der fehlenden Elektro-Ladesäulen könnte mit multifunktionalen Straßenlaternen gelöst werden, an denen Autofahrer gleich den Strom tanken könnten, meinte ein Vertreter von Planersocietät. Hier sei aber die Technik noch nicht so weit. Bahnfahrer bemängelten, dass die Anschlüsse an den überregionalen Bahnverkehr wegen Verspätungen der Bahn oft nicht funktionierten.