Pirmasens
Pirmasenser Zoll spielte wichtige Rolle bei Rettung eines Löwen
Im Dezember berichtete die Tierauffangstation Maßweiler über einen neuen Zugang: den Löwen Erion. Nun hat der Zoll weitere Informationen dazu geliefert, wie das Tier aus Osteuropa in die Südwestpfalz gekommen ist.
Erion stammt den Angaben zufolge aus Albanien, dort wurde er von den zuständigen Behörden beschlagnahmt, nachdem bekanntgeworden war, dass er auf einem privaten Anwesen unter schlechten Bedingungen gehalten wurde. Seine genaue Herkunft sei unklar, der Zoll geht laut einer Mitteilung davon aus, dass Erion Opfer illegalen Wildtierhandels wurde.
Zoll prüft Identität des Löwen
Der Transport über mehr als 2000 Kilometer quer durch Europa dauerte vier Tage und führte durch sieben Länder. Begleitet wurde Erion dabei von spezialisierten Wildtierärzten sowie erfahrenen Tierschutz- und Transportteams, die seine Versorgung und Sicherheit während der gesamten Reise gewährleisteten. Der Zoll sei an entscheidender Stelle beteiligt gewesen: Das Zollamt Pirmasens begleitete die Einfuhr des Tieres, beim Eintreffen überprüften die Zöllner gemeinsam mit einem Veterinär die Identität des Löwen. Diese sogenannte Nämlichkeitssicherung bedeutet, dass kontrolliert wird, ob genau das Tier eingetroffen ist, für das die erforderlichen Dokumente vorliegen. Im Fall von Erion erfolgte dies laut Zoll durch das Auslesen des implantierten Mikrochips und den Abgleich mit den Papieren.
Zoll prüft „sensible Transporte“
„Der Zoll trägt im grenzüberschreitenden Waren- und Tierverkehr eine besondere Verantwortung. Unsere Aufgabe ist es, die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zu überwachen“, erklärt Karin Schmidt, Pressesprecherin des Hauptzollamts Saarbrücken, dem die Pirmasenser Dienststelle untergeordnet ist. „Gerade bei sensiblen Transporten wie diesem ist eine sorgfältige Kontrolle unerlässlich.“
Die Abfertigung erfolgte bereits im Dezember, Erion war gezeichnet von seiner langen Reise und den vorherigen Haltungsbedingungen. Inzwischen habe er sich gut in seiner neuen Umgebung eingelebt. Nach seiner stabilen Entwicklung informiert das Hauptzollamt nun über die Hintergründe der Einreise. Auch über die eigentliche Kontrolltätigkeit hinaus bleibe den Beamten der Fall in Erinnerung: „Das Wohl des Tieres liegt uns weiterhin am Herzen. Wir freuen uns über die positive Entwicklung von Erion und verfolgen seinen weiteren Weg mit großem Interesse“, sagt die Pressesprecherin.
Führungen ab März
Der Fall zeige, wie wichtig das Zusammenspiel aller beteiligten Stellen sei – von der Tierschutzorganisation Tierart, über die Wildauffangstation bis hin zum Zoll. Durch seine Kontrollen trage der Zoll dazu bei, dass internationale Tiertransporte rechtskonform abgewickelt werden und gerettete Tiere sicher an ihrem Bestimmungsort ankommen.
Wer Erion sehen will, soll dazu ab März in Maßweiler Gelegenheit haben. Dann beginnen wieder die Führungen in der Auffangstation auf dem 14 Hektar großen früheren Militärgelände.
