Massweiler
Löwe Erion erreicht Tierart in Maßweiler nach langer Rettung
„Aktuell gewöhnt sich Erion gut ein, und unser Team arbeitet daran, Vertrauen aufzubauen“, sagt Eva Lindenschmidt, Biologin im Team der Tierauffangstation Tierart. Dort ist Erion am Samstag nach einer vier Tage langen Reise aus Nordalbanien eingetroffen. 2000 Kilometer hat das Tier dabei hinter sich gebracht. Der Verein Tierart und die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ betreiben die Station, „Vier Pfoten“ zeichnete auch für die Rettung des Löwen verantwortlich.
Braunbärin Flora im Bärenpark Müritz
Erion und eine zwei Jahre alte Braunbärin lebten in illegaler Haltung in Nordalbanien, teilt „Vier Pfoten“ mit. Beide Tiere wurden von den Behörden beschlagnahmt, nachdem die Tierschutzorganisation auf den Fall aufmerksam gemacht hatte. Die Tiere lebten unter schlechten Bedingungen in engen Gehegen auf einem privaten Anwesen und wurden als Haustiere gehalten. Aufgefallen war die Situation, weil Erions Besitzer Fotos des Löwen in den Sozialen Medien veröffentlicht hatte.
Der Transport der beiden Tiere – die Bärin Flora lebt nun im ebenfalls von „Vier Pfoten“ betriebenen Bärenwald Müritz in Mecklenburg-Vorpommern – dauerte vier Tage und führte durch sieben Länder. Am Samstag erreichten die Tiere sicher ihre neuen Lebensräume. Zwei Wildtierärzte begleiteten den Transport.
Erion noch etwas unsicher, aber neugierig
Wo die beiden Tiere ursprünglich herkommen, sei unklar. Erion sei wohl ein Opfer des illegalen Handels, Flora könnte als Jungtier in der Wildnis gefangen worden sein, vermutet „Vier Pfoten“. „Erion und Flora haben die lange Reise erstaunlich ruhig überstanden“, sagt Magdalena Scherk-Trettin, bei den Tierschützern für Wildtierrettungen zuständig. Bei ersten Untersuchungen habe sich gezeigt, dass Flora unterernährt sei und Zahnprobleme habe, Erion werde nun gründlich untersucht. „Der Fall von Erion und Flora ist kein Einzelfall – er steht für ein viel größeres Problem: Albanien und die Westbalkanregion sind ein Brennpunkt für Wildtierkriminalität. Exotische Tiere werden gezüchtet, gehandelt und als Statussymbole gehalten“, erklärt Scherk-Trettin.
In Maßweiler hat der neue Bewohner bereits neue Verehrerinnen und Verehrer gefunden: „Er ist ein ganz lieber und ruhiger, noch etwas unsicherer, aber absolut neugieriger Kerl, und wir haben ihn alle bereits ins Herz geschlossen“, berichtet Lindenschmidt der RHEINPFALZ.