Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Pirmasenser Stadtmeisterschaft: Alle Jahre wieder beliebtes „Familientreffen“

Der beste FKP-Torschütze in der Oberliga, Dennis Krob (Bildmitte), führt nach neun Toren in vier neunminütigen Spielen die Torjä
Der beste FKP-Torschütze in der Oberliga, Dennis Krob (Bildmitte), führt nach neun Toren in vier neunminütigen Spielen die Torjägerliste der Hallen-Stadtmeisterschaft an. Hier wirft sich ihm Marcel Haag vom TuS/DJK Pirmasens entgegen, rechts läuft Ex-FCK-Profi Aaron Basenach mit. Das B-Klasse-Team des TuS/DJK wurde mit drei Siegen Gruppenzweiter.

Der erste Abend der 47. Pirmasenser Fußball-Stadtmeisterschaft um den RHEINPFALZ-Pokal sorgt für volle Ränge in der Wasgauhalle. Der FKP und Erlenbrunn gewinnen jeweils alle Partien. Rot-Weiß hat einen Mann mit Harry-Kane-Qualitäten.

Vier Siege in vier Spielen, bei 24:0 Toren: Der FK Pirmasens – wer sonst? – dominierte die Vorrunde der 47. Hallenfußball-Stadtmeisterschaft um den RHEINPFALZ-Pokal. Die acht Oberliga-Fußballer von der Husterhöhe waren am Freitagabend in der Wasgauhalle eine Galaxie handlungsschneller als die übrigen Spieler in dem Zehnerfeld. Technisch schienen sie von einem anderen Stern zu sein, und sie spulten ihr Pensum unaufgeregt, äußerst souverän und selbstverständlich ab.

„Wir haben schöne Tore herausgespielt, wobei wir ja auch bestens besetzt waren“, stellte Denis Jung, der das FKP-Hallenteam von außen coachte, sichtlich zufrieden fest. In der Tat: Der Stadtmeisterschaftsdebütant aus Trulben, Mike Andreas, bis vor etwa einem Jahr noch in der ersten luxemburgischen Liga am Ball, Ex-FCK-Profi Aaron Basenach oder die aktuelle Nummer drei der Oberliga-Torschützenliste, Dennis Krob, vertraten „die Klub“ beim Familientreffen des Pirmasenser Fußballs.

Ludys elfter Titelgewinn?

Der mitspielende Trainer der zweiten FKP-Mannschaft, der mit viel Regionalliga- und Oberliga-Erfahrung ausgestattete, beim SC Freiburg ausgebildete Christopher Ludy, ist bereits zum elften Mal bei der Stadtmeisterschaft dabei. „Bislang habe ich dann auch immer den Titel geholt“, merkte der Leimener an. Bei der Endrunde am kommenden Freitag, 31. Januar, gegen den FKP zu wetten, wäre wohl hinausgeworfenes Geld, wenn „die Klub“ wieder in dieser oder in ähnlicher Formation antritt.

Während der FKP die Gruppe B dominierte, glänzte die erste Mannschaft von Ausrichter SV Erlenbrunn in Gruppe A mit vier Siegen i
Während der FKP die Gruppe B dominierte, glänzte die erste Mannschaft von Ausrichter SV Erlenbrunn in Gruppe A mit vier Siegen in vier Spielen. Vom 6:1 gegen den SV Gersbach stammt diese Szene. Vorne bremst der Erlenbrunner Yannis Hartstirn den Gersbacher Amir Amiri. Gersbachs Torjäger Taher Taher (links in Blau), sein Teamkollege Dominik Zimmermann (hinten) und der Erlenbrunner Samuel Eyrisch (hinten rechts) schauen gebannt zu.

Positiv überrascht hat die erste Mannschaft von Ausrichter SV Erlenbrunn. Mit Spielertrainer Mario Feick als Lenker im Bandenviereck gewannen in der anderen Vorrundengruppe auch die „Erlehöfer“ ihre vier Begegnungen. „Trotzdem war ich nicht ganz zufrieden“, sagte Feick, denn seine Mitspieler hätten sich nicht immer an die Vorgaben gehalten. Das werde er bis zum kommenden Freitag abstellen, kündigte er schon mal an. SVE-Sportvorstand Bernd Metzmann formulierte seine Erwartungshaltung so: „Die Teilnahme am Halbfinale ist unser Ziel.“ Sein Team müsse dann aber „noch ein Schippchen drauflegen“.

Positiv überrascht

Auch der SV Erlenbrunn II überraschte positiv, schaffte er doch mit einem Sieg gegen den Bezirksligisten FC Fehrbach den Sprung in die Endrunde. „Wir wollten eine Mannschaft ärgern und hinter uns lassen. Dass es dann Fehrbach war, ist doch erstaunlich“, fuhr Metzmann fort. Der SVE hatte nach der kurzfristigen Turnierabsage des FC Hengsberg erstmals eine junge zweite Mannschaft aufgeboten, in der einige A-Junioren aufliefen.

Mit einem 6:0-Sieg gegen den Pirmasenser SV startete der TuS Winzeln ins Turnier und zog letztlich als Gruppenzweiter in die End
Mit einem 6:0-Sieg gegen den Pirmasenser SV startete der TuS Winzeln ins Turnier und zog letztlich als Gruppenzweiter in die Endrunde ein. Hier überwindet der Winzler Aleks Hildmann PSV-Keeper Steffen Berg, dessen Mannschaft sieglos blieb.

„Wir waren nicht gut und hatten uns das Ganze anders vorgestellt“, war der Coach des FC Fehrbach, Kevin Leiner, doch geknickt. Erfolgserlebnisse hatte sich sein in der Bezirksliga doch so arg gebeuteltes Team (nur ein Punkt, 8:80 Tore) unterm Hallendach holen wollen. Daraus wurde nichts. Im Gegenteil. „Wir waren vor dem gegnerischen Tor nicht konsequent genug“, begründete Leiner das Ausscheiden.

Harry Kane von Rot-Weiß

Der Harry Kane des SV Rot-Weiß Pirmasens heißt Mirco Weinrich. Der Offensivspieler (zehn Tore in der laufenden Runde der B-Klasse Ost) trat am Freitagabend sechsmal vom Neunmeterpunkt an. Und sechsmal versenkte er das Runde im Eckigen. Insgesamt acht der elf Rot-Weiß-Tore gehen auf sein Konto. Und: Jeden der Strafstöße hatte sein Mitspieler Dennis Brix herausgeholt, was dieser beim Kabinengespräch betonte. Weinrich: „Ich schieße auch die Elfer in der Freiluftrunde.“

Mehr an Eishockey denn an Fußball fühlten sich wohl die gut 700 Zuschauer beim Match des Pirmasenser SV gegen den SV Gersbach erinnert. Da checkte der eher schmächtige Kevin Piepenhagen (PSV) den Neu-Gersbacher Steven Palm im Zweikampf über die Bande. Dieser blieb mit Schmerzen am Arm liegen. Der Ruf nach einem Sanitäter blieb folgenlos, weil keiner in der Halle war.

Ins Krankenhaus gebracht

Die Spieler des SVG waren geschockt, Palm wurde ins Krankenhaus verbracht. „Nach dem Röntgenbild zu urteilen ist nichts gebrochen“, informierte am Samstag SVG-Trainer Giro Montuoro. Der SVG überlegte gar, ob er das Turnier fortsetzen solle, entschied sich aber dazu, weiterzumachen. „Wir hatten Angst um Steven“, sagte Montuoro.

Er erhob indes keine Vorwürfe in Richtung Piepenhagen: „Das ist Fußball“, sagte Montuoro. Piepenhagen habe sich entschuldigt. „Und er hatte sogar Tränen in den Augen“, erzählte ein Informant, der nicht genannt werden sollte.

Zu viele Neunmeter

Ungewohnt war indes die neue Neunmeterregelung. Ab dem dritten Mannschaftsfoul in einem Spiel wurde ein Strafstoß aus neun Metern verhängt, und nach dem vierten, fünften, sechsten ... Dazu Montuoro: „Ich fände es besser, wenn es nach dem dritten Foul einen Neunmeter gäbe und dann wieder auf null gesetzt wird.“ So wurde der Spielfluss unterbrochen, so gerieten einige Spiele zu Neunmeterduellen.

Weiter geht es nun am kommenden Freitag, 31. Januar, um 18.30 Uhr in der Wasgauhalle. Der SV Erlenbrunn, der TuS/DJK Pirmasens, der SV Ruhbank und der SV Gersbach bilden die Endrundengruppe 1; der FKP, der TuS Winzeln, der SV Rot-Weiß und Erlenbrunn I die Endrundengruppe 2. Die Spielzeit beträgt jeweils neun Minuten. Die ersten beiden Teams aus diesen beiden Gruppen erreichen das Halbfinale. Das Endspiel der 47. RHEINPFALZ-Stadtmeisterschaft soll um 21.30 Uhr angepfiffen werden. Oberbürgermeister und Turnier-Schirmherr Markus Zwick wird zur Siegerehrung erwartet.

TURNIER-SPLITTER Alle Spiele, alle Tore

Vorrundengruppe A:

SV Erlenbrunn I - SV Gersbach 6:1. Tore: Eyrisch (2), Meurer (2), Bauer, Grünwald - Palm

TuS Winzeln - Pirmasenser SV 6:0. Tore: Hildmann (2), Theis, Mayer, Güngörmüs, Sangwa

SV Rot-Weiß Pirmasens - SV Erlenbrunn I 1:3. Tore: Fahr - Hartstirn (2), Tukras

Pirmasenser SV - SV Gersbach 2:6. Tore: Piepenhagen, Marc Lickteig - Taher (4), Abduraimi, Palm

SV Rot-Weiß Pirmasens - TuS Winzeln 4:2. Tore: Zimmermann, Weinrich (3) - Sangwa (2)

Pirmasenser SV - SV Erlenbrunn I 0:5. Tore: Eyrisch, Hartstirn, Tukras (2), Feick

SV Erlenbrunn - Winzeln 5:4. Tore: Hartstirn (2), Keim, Eigentor, Güngörmüs - Hildmann, Sangwa, Alexander Theis, Grünwalds

SV Gersbach - Rot-Weiß Pirmasens 3:2. Tore: Taher (3) - Weinrich (2)

Rot-Weiß Pirmasens - Pirmasenser SV 4:0. Weinrich (2), Skobniuk, Lorscheider

TuS Winzeln - SV Gersbach 2:0. Tore: Sangwa, Hildmann

Vorrundengruppe B:

SV Ruhbank - FC Fehrbach 0:0

TuS/DJK Pirmasens - FK Pirmasens 0:5. Tore: Krob (2), Decker, Basenach, Müller

SV Erlenbrunn II - SV Ruhbank 0:3. Tore: Rubeck, Grünfelder, Held

FK Pirmasens - FC Fehrbach 7:0. Tore: Ludy (3), Krob (2), Andreas, Decker

SV Erlenbrunn II - TuS/DJK Pirmasens 1:3. Tore: Föller - Sammel (2), Albers

FK Pirmasens - SV Ruhbank 8:0. Tore: Krob (3), Decker (3), Ludy, Müller

FC Fehrbach - SV Erlenbrunn II 2:4. Tore: Bosch, Nau - Theisinger, Behljulji, Kirisoglu, Bodenstein

SV Ruhbank - TuS/DJK Pirmasens 1:4. Tore: Belajewski - Sammel (2), Haag, Albers

SV Erlenbrunn II - FK Pirmasens 0:4. Tore: Krob (2), Ludy (2)

TuS/DJK Pirmasens - Fehrbach 3:2. Tore: Sammel (2), Marcel Haag - Freyer, Ernst

Die Tabellen

Gruppe A:

1. SV Erlenbrunn I 19:6 Tore 12 Punkte

2. TuS Winzeln 14:9 6

3. SV Rot-Weiß Pirmasens 11:8 6

4. SV Gersbach 10:12 6

5. Pirmasenser SV 2:21 0

Gruppe B:

1. FK Pirmasens 24:0 12

2. TuS/DJK Pirmasens 10:9 9

3. SV Ruhbank 4:12 4

4. SV Erlenbrunn II 5:12 3

5. FC Fehrbach 4:14 1

Der Pirmasenser SV und der FC Fehrbach sind damit ausgeschieden.

Schnellstes Turniertor

Michael Rubeck vom SV Ruhbank traf in der Partie gegen den SV Erlenbrunn II bereits nach 15 Sekunden und führt damit diese Sonderwertung an. Der Schütze des schnellsten Turniertors erhält einen 100-Euro-Gutschein von TS Sports Fashion.

Team des Tages

Torhüter: Andreas Fischer (TuS Winzeln)

Feldspieler: Aaron Basenach, Mike Andreas, Dennis Krob, Christopher Ludy (alle FKP)

Torjäger

9 Tore: Dennis Krob (FKP)

8 Tore: Mirco Weinrich (SV Rot-Weiß)

7 Tore: Taher Taher (Gersbach)

6 Tore: Christopher Ludy (FKP), Marcel Sammel (TuS/DJK)

5 Tore: Till Decker (FKP)

4 Tore: Souvenir Christian Sangwa, Aleks Hildmann (beide TuS Winzeln)

Wer nach der Endrunde die Torjägerliste anführt, bekommt den Goldenen Schuh der Sparkasse Südwestpfalz. Im Vorjahr war dies FKP-Angreifer Dennis Krob mit 13 Turniertreffern. Sein Vereinskollege Christopher Ludy gewann schon dreimal (2016, 2017 und 2020) den Preis für den Torschützenkönig.

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