Pirmasens
Pirmasenser Mittelaltermarkt ist abermals ein Besuchermagnet
Der Mittelaltermarkt im Strecktalpark wird sehr gut angenommen. Die schöne Landschaft und das Engagement des Veranstalters Lorraine Mediävale sowie aller Involvierten hat sich offensichtlich herumgesprochen. Als der Markt vom städtischen Beigeordneten Denis Clauer am Samstag um 14 Uhr offiziell eröffnet wurde, war schon reges Treiben auf dem Gelände zu verzeichnen. Zwei Stunden zuvor wurden die Tore fürs zahlende Volk geöffnet. Schon an der Kasse des Eingangs Frönstraße konnten sich die zahlreichen Besucher ein Bild vom Leben im Mittelalter (600 bis 1500 nach Christus) machen. Beiderseits des Wegesrands hatten die ersten der 15 Lagergruppen ihre Zelte aufgeschlagen, was im Vergleich zum Vorjahr mit damals lediglich zehn Sippen schon wesentlich imposanter wirkte.
Eine kleine mittelalterliche Stadt
Der Strecktalpark erinnerte tatsächlich an eine kleine mittelalterliche Stadt mit allem Drum und Dran. Auch die Anzahl der Händler und Handwerker wie beispielsweise Korbflechter, Schneider, Besenbinder, Lederer, Steinmetz, Schmied, Pfister und Fleischer ist augenscheinlich gestiegen. Zudem hatte man im Gegensatz zum Vorjahr eine größere Taverne mit mehr Zapfanlagen platziert, und die emsigen Mundschenke gingen sehr flott zu Werke. Gut so, denn wer das Gelände komplett umrundete und das eine oder andere Gespräch mit Mitgliedern diverser Lagergruppen oder Händler führte, musste bei Temperaturen um die 30 Grad rasch seinen Durst stillen können.
Von den erwähnten Gruppen stachen insbesondere Komturei Creutzwald (Tempelritter), Bienwald Keyler (Nordisches Frühmittelalter) und Lupus Corvus (Haithabu Wikinger) heraus. Die Keyler hatten mit Mandy Beiner eine waschechte Runendeuterin in ihren Reihen, die verblüffend korrekte Aussagen zu ihr völlig unbekannten Personen kundtat. Gänsehaut pur! Floki, der Jarl (Häuptling) der Wikinger-Sippe, entpuppte sich als sachkundiger sowie begnadeter Skalde (Geschichtenerzähler) und Menschenfänger. Gebannt folgte so mancher Besucher seinen Worten und konnte so in die spannende Epoche der legendären Nordmänner eintauchen.
Feuershow von Timelino & Timelina
Auch für die Kinder wurde viel geboten. Neben einem handbetriebenen Karussell und Riesenrad aus Holz sorgten Bogenschießen, Rattenfangen, Glücksrad, eine Hennamalerin und der fliegende Holländer, der Geschichten über die Weltmeere kundtat, für Kurzweil. Nicht zu vergessen: der Gaukler Timelino mit launiger Jonglage. In musikalischer Hinsicht wechselten sich die Gruppen Capud Draconis, Selkie Anderson und erstmals Krless aus Prag mit durchweg guter mittelalterlicher Musik ab. Sie litten allerdings darunter, dass keine Sound-Anlage zur Verfügung stand. Somit waren ihre spielfreudigen Darbietungen lediglich auf der Rasenfläche rund um die Bühne gut zu hören.
Eine Feuershow von Timelino & Timelina beschloss nach Sonnenuntergang schließlich einen sehr lohnenden Mittelaltermarktbesuch an einem der schönsten Fleckchen in Pirmasens.