Pirmasens Pirmasens und Rodalben werfen Auge auf 50 Hektar großes Militärareal

Die US-Militärs wollen das Medical Depot auf der Husterhöhe räumen.
Die US-Militärs wollen das Medical Depot auf der Husterhöhe räumen.

Ab August will das medizinische Versorgungszentrum der Amerikaner nach Kaiserslautern umziehen. Das hat man in Pirmasens und Rodalben mit Interesse vernommen. Weil damit auf der Husterhöhe ein rund 50 Hektar großes Militärareal frei würde.

Seit Jahren ist die Stadt Pirmasens bestrebt, den örtlichen Unternehmen neue Flächen zur Expansion zu Verfügung zu stellen sowie Flächen für Neugründungen und Neuansiedlungen zu schaffen. Vorbildcharakter hat hier nach Angaben der Stadtverwaltung die Konversion der Husterhöhe, bei der es gelungen sei, eine ehemals militärisch genutzte Fläche für Gewerbe und Dienstleistung zu erschließen.

Geben US-Streitkräfte Gelände frei?

Mit Interesse verfolgt man deshalb im Pirmasenser Rathaus die Pläne, dass die noch verbliebenen US-Streitkräfte ab August mit dem Abzug ihres Medical Centers von der Husterhöhe in Richtung Kaiserslautern beginnen wollen. Schon vor sechs Jahren stand dieser Umzug zur Debatte. Somit verlassen die letzten US-Einheiten den einst knapp 3500 Soldaten umfassenden Standort Pirmasens und hinterlassen ein rund 50 Hektar großes Militärareal. „Abzuwarten ist, ob nach Räumung der Flächen auch automatisch das Gelände von den US-Streitkräften freigegeben wird und an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übergeht, die die Verwaltung der ehemals militärisch genutzten Liegenschaften übernimmt“, so die Stadtverwaltung.

Stück Geschichte der Stadt geht verloren

Der Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens, Markus Zwick, bewertet die bevorstehenden Ereignisse aus zweierlei Blickwinkel: „Einerseits bietet das Freiwerden eines derartig großflächigen Areals enorme Chancen für unsere Unternehmen in der Region und gibt uns wieder neue Spielräume für künftige Entwicklungen“, sagt er. Andererseits gehe ein Stück Geschichte der Stadt Pirmasens verloren. Das Verhältnis zwischen der Stadt und den US-Streitkräften sei über Jahrzehnte hinweg freundschaftlich geprägt gewesen. „Das US-Militär war zuverlässiger Arbeitgeber für zahlreiche deutsche Zivilangestellte aus Stadt und Landkreis und sorgte in weiten Bevölkerungsteilen für stabile Einkommensverhältnisse. Insofern geht auch ein Stück Wirtschaftskraft am Standort verloren“, sagt Zwick.

Die Stadt Pirmasens stehe bereit, die bereits erfolgten Vorarbeiten zur Erschließung der Flächen auf dem Grünbühl um eine aktuelle Datenerhebung mit Bestandsaufnahme zu ergänzen. Gleichzeitig werde derzeit mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben geklärt, ab wann die Grundstücke für eine zivile Nutzung zur Verfügung stehen. Das von den US-Militärs genutzte Areal liegt etwa hälftig auf Pirmasenser und Rodalber Gemarkung und eigne sich damit hervorragend für eine gemeinsame, interkommunale Entwicklung, die an die bereits angestoßenen Projekte zur verstärkten Zusammenarbeit zwischen der Stadt Pirmasens und dem Landkreis mit den umliegenden Gemeinden anknüpfe.

Neue Perspektiven für Rodalben

Für den Rodalber Verbandsbürgermeister Wolfgang Denzer überwiegen trotz des Rückzugs der US-Streitkräfte bei der zu erwartenden Entwicklung die positiven Aspekte: „Die Stadt Rodalben und damit auch unsere Verbandsgemeinde braucht dringend Gewerbeflächen, die wir derzeit den Interessenten nicht bieten können. Durch das frei werdende Areal ergeben sich völlig neue Perspektiven, durch die sich für die Stadt und die Verbandsgemeinde große Chancen ergeben“, sagt Denzer. Endlich könne man potenziellen Bauherren eine Perspektive bieten und sei bei der Realisierung eines interkommunalen Gewerbegebietes mit der Stadt Pirmasens einen Schritt weiter.

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