Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Pirmasens: Mit „Martin-Sasse-Trio“ für Jazz-Club geworben

Martin-Sasse-Trio Foto: Sieber
Martin-Sasse-Trio

Bereits das sechste Konzert veranstaltete der noch junge Jazz-Club Pirmasens. Die Jazz-Gala im Forum Alte Post war ausverkauft. Die beiden Vorsitzenden des Vereins, Bernd Adler und Uwe Hermann, rührten die Werbetrommel für den Jazzclub, der erst aus 35 Mitgliedern besteht und weitere gut gebrauchen kann. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Jazzmusik im Allgemeinen zu unterstützen und die Pirmasenser Musikszene mit dieser Musiksparte zu bereichern.

Bernd Adler hatte für die Jazz-Gala das „Martin-Sasse-Trio“ aus Köln gewinnen können. Der Jazzpianist Sasse lernte bereits im Studium an der Kölner Musikhochschule den Bassisten Henning Gailing kennen und musiziert mit ihm bereits seit über 30 Jahren. Dass der in der Jazzszene bekannte und rührige Musiker am Kontrabass neben dem Jazzstudium auch eine klassische Ausbildung genossen hat, war im Programm deutlich zu spüren.

Seit 15 Jahren komplettiert der Niederländer Joost van Schaik das „Martin-Sasse-Trio“. Vollkommen unaufdringlich und mit swingendem Groove demonstrierte er, dass ein Drumset auch ohne jedes Sonder-Equipment auskommt und nur mit Sticks oder Jazzbesen erstaunlich interessante und abwechslungsreiche Grooves und Sounds möglich sind.

Poetischer Anfang mit träumerischer Klavierimprovisation

Zu hören waren Klassiker des Jazz-Klaviertrios aus den 1940er bis 60er Jahren, die das „Martin-Sasse-Trio“ alle bereits auf CD eingespielt hat. Gleich beim ersten Stück „You look good to me“ von Oscar Peterson zeigten die drei Musiker, was in ihnen und der Musik dieser Zeit steckt. Einem poetischen Anfang mit träumerischer Klavierimprovisation und gestrichenem Bass in wohlklingenden Linien folgten Soli in raschem Tempo, bei denen die Musikalität und das technische Können aller drei Künstler beeindruckten.

Reise durch die Geschichte des Jazz-Trios

Es folgten Stücke von Jonnie Mendell und Phineas Newborne, der sich bei „Manteca“ dem Latin-Rhythmus angenommen hatte. Auf die bekannte Cool-Jazz-Nummer „Django“ von John Lewis folgte das melodiöse „In the wee small hours“, das durch Frank Sinatra bekannt wurde. Gerade bei diesem Stück erstaunte Henning Gailing mit Kantilenen in der hohen Lage, in denen der Kontrabass fast den angenehmen Klang eines Cellos annahm. Vor der Pause ließen es die drei Musiker mit dem furiosen „Inception“ von McCoy Tyner so richtig krachen.

Auch der zweite Teil des Abends war der Reise durch die Geschichte des Jazz-Trios gewidmet. Nach „Just squeeze me“ des Jazz-Titanen Duke Ellington erklang „FSR“ von Ray Brown – dem einzigen Komponisten dieses Abends, der nicht Pianist, sondern Bassist war. Der ungewohnte Dreiviertel-Takt verlieh dem Soul-Jazz-Stück „This here“ von Bobby Timmons einen ganz besonderen Groove und auch dem rockigeren „Cha-Cha-Twist“ von Les McCann wurden die drei Musiker voll und ganz gerecht.

Den Abschluss bildete das bekannte amerikanische Traditional „Billy Boy“ in einem Satz von Red Garland, einem Weggefährten des großen Jazz-Trompeters Miles Davies. Natürlich wurden die drei Musiker nicht ohne Zugabe und den Dank von Uwe Hermann und Bernd Adler entlassen.

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