Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Pirmasens: Klassentreffen nach 40 Jahren

Klassentreffen nach 40 Jahren: Ulrike Finger, Heidrun Knierim, Doris Stretz und Heiko Seibel (vorne von links); Helmut Pfannkuch
Klassentreffen nach 40 Jahren: Ulrike Finger, Heidrun Knierim, Doris Stretz und Heiko Seibel (vorne von links); Helmut Pfannkuch, Andreas Bosel, Thomas Ollech, Andreas Becker, Armin Lauer und Matthias Gensheimer (hinten von links) .

Wiedersehen nach 40 Jahren: Am Samstag haben sich die Schüler der Abschlussklasse 1979 der Hauptschule Husterhöhe in Kuchems Brauhaus getroffen. Längst wohnen nicht mehr alle in Pirmasens, die Suche nach den aktuellen Adressen war daher sehr kompliziert. Andreas Becker und Fabian Huver, der damalige Klassensprecher, konnten dennoch 21 der ehemals 33 Schüler ausfindig machen.

Andreas Becker ist der erste der ehemaligen Husterhöh-Schüler, der sich am Schloßplatz eingefunden hat. Bei einer Tasse Kaffee berichtet er der RHEINPFALZ über seinen Werdegang nach der Schule. Nach einer Ausbildung als Maschinenschlosser holte er Mitte der 80er Jahre sein Fachabitur in Kaiserslautern nach und studierte danach in Kassel. Dort lebt er heute und ist Inhaber einer Eventfirma. „Meine Eltern haben bis vor fünf Jahren in Pirmasens gewohnt. Bis vor dieser Zeit war ich regelmäßig hier. Pirmasens hat sich stark verändert. Es ist schon lange nicht mehr so wie zu meiner Schulzeit“, sagt Becker. Wenn man älter wird, bekomme man grundsätzlich einen anderen Blick auf verschiedene Dinge, so auch auf die eigene Heimatstadt, meint der 55-Jährige. Nach vielen Jahren in Kassel erlebe er Pirmasens als „kleine und ruhige Stadt“. Bei seiner Ankunft habe er sich gleich wieder zu Hause gefühlt.

„Rate, wer ich bin“

Mittlerweile trudeln andere Klassenkameraden von früher ein. „Rate, wer ich bin“, sagt Heidrun Knierim, die als Schulmädchen noch Landau hieß. „Meine Güte, ich hätte dich gar nicht erkannt“, meint Andreas Becker und drückt sie herzlich, als Knierim ihm ihren Vornamen verraten hat. Beide schwatzen munter drauf los, nach 40 Jahren haben sie sich viel zu erzählen. Knierim ist als eine der wenigen in der Region geblieben, wohnt heute mit ihrem Mann in Dellfeld. Nach der Schule hat sie in Pirmasens eine Ausbildung bei C&A gemacht, ist aber in die Filiale nach Neunkirchen gewechselt, wo sie sich beruflich weiterentwickeln konnte. „Ich kriege sehr wohl noch mit, was in der Stadt passiert“, sagt sie, „gerade in den letzten Jahren hat sich für Pirmasens viel Neues getan. Die Alte Post finde zum Beispiel ganz toll, sie tut der Stadt richtig gut.“

In guter Erinnerung hat Knierim die Abschlussfahrt von 1979, als es mit Klassenlehrerin Ingeborg Schwingel in die Festspielstadt Tecklenburg ging – das sei eine ganz tolle Woche gewesen. „Schön, euch nach so vielen Jahren wiederzusehen“, sagt Fabian Huver, der das Klassentreffen organisiert hat. Seit über 30 Jahren lebt der gelernte Bürokaufmann in Frankfurt am Main, allerdings hat er noch Verwandtschaft in der Südwestpfalz. Sein Bruder lebt in Clausen. „Pirmasens ist schon lange nicht mehr wie in den 70er Jahren. Schade, dass unserer wunderschöne Fußgängerzone am Samstagnachmittag leer ist“, meint Huver, Vater dreier erwachsener Kinder. Trotz vieler Jahre in Hessen lebt Huver seine Liebe zur Heimat. So sind er und seine Kinder eingefleischte FKP-Fans, schließlich hat er selbst in seiner Jugend bei „die Klub“ gespielt. „Meine Kinder sind mit Erzählungen aus Pirmasens groß geworden. Als meine Mutter noch gelebt hat, waren wir regelmäßig hier. So ganz verlässt einen die Heimat dann doch nicht“, sagt Huver.

Lebeknödel und Saumagen gibt es in NRW so nicht

Thomas Ollech hat es bereits 1977 nach Nordrhein-Westfalen getrieben. Zwei Jahre vor seinem Schulabschluss musste er nicht nur das Bundesland, sondern auch die Schule wechseln. „Ich bin in der Schloßstraße groß geworden und habe gute Erinnerungen an meine Jugend und Kindheit“, erzählt Ollech, der mittlerweile in Lippstadt lebt und arbeitet. Nach Pirmasens kommt Ollech dennoch mehrmals im Jahr – um Schuhe oder Lebensmittel einzukaufen. „Leberknödel oder Saumagen etwa, denn die gibt es in NRW so nicht“, erzählt er lachend. Armin Lauer, verheiratet und seit 35 Jahren im saarländischen Homburg daheim, ist sauer auf die Landes- und Bundespolitik, weil sie Pirmasens seiner Ansicht nach zu wenig unterstützt. „Wenn Pirmasens nicht so viele Schulden hätte, würde es hier ganz anders aussehen. Für mich ist es erschreckend, wie sich die Stadt verändert hat.“ Tourismus und Gewerbe könnte man besser vermarkten – „da hängen wir hinterher“, meint er. Doch auch andere Städte hätten zu kämpfen, das kenne er aus seiner saarländischen Wahl-Heimat. „In Neunkirchen sieht es fast noch schlimmer aus als hier.“

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