Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Pirmasens: Kai Antes wird am Mittwoch als neuer Polizeichef eingeführt

Kai Antes ist neuer Polizeichef in Pirmasens.
Kai Antes ist neuer Polizeichef in Pirmasens. Foto: Seebald

Schon seit Oktober ist Kai Antes als Leiter der Polizeiinspektion (PI) Pirmasens im Dienst. Am Mittwoch wird er offiziell in das Amt eingeführt. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ verrät der Polizeirat, warum er die umstrittenen Elektroimpulswaffen, auch bekannt als Taser, nicht mehr missen möchte.

Der 37-Jährige ist als PI-Leiter Vorgesetzter von 70 Personen. Außerdem vertritt er den Leiter der übergeordneten Polizeidirektion, deren gebiet die Städte Zweibrücken und Pirmasens sowie den Landkreis umfasst. Die PI Pirmasens ist neben dem Stadtgebiet noch zuständig für die Verbandsgemeinde Pirmasens-Land sowie Teile der Verbandsgemeinde Rodalben. Das Durchschnittsalter der hiesigen Polizisten beziffert Antes mit 40,2 Jahre, wobei der Wechselschichtdienst im Schnitt deutlich unter 40 Jahre liege.

Antes stammt aus der Region

Der Polizeirat ist kein Fremder in der Region. Er ist aufgewachsen in Waldfischbach-Burgalben und hat 2001 am Kant-Gymnasium sein Abitur gemacht. Nach dem Wehrdienst hatte er zunächst Mechatronik studiert, dann ist er zur Polizei gewechselt. Antes war unter anderem in Kaiserslautern im Einsatz und bei der Kripo in Neustadt sowie im Innenministerium. Nach seinem Masterstudium leitete er zuletzt die Polizeiinspektion II in Ludwigshafen. Mit seiner Frau, die als Polizistin in Frankenthal arbeitet, und den zwei Kindern wohnt er im Kaiserslauterer Stadtteil Siegelbach

Pirmasens kennt er noch aus seiner Schulzeit – selbst wenn er als Polizist hier bislang nie im Dienst war. Von Brennpunkten will Antes nicht reden, es gebe in der Stadt höchstens bestimmte Orte, an denen es mehr Einsätze gebe als anderswo. Oft spiele da Alkohol eine Rolle. Als Beispiele nennt er den im Volksmund als „Oettinger-Park“ bezeichneten Grünstreifen in der Nähe der Polizeidirektion oder die Fahnenstraße. Auffallend findet Antes in Pirmasens eher, die vergleichsweise hohe Anzahl von Gewalt in engen sozialen Beziehungen. „Der Umfang hat mich überrascht“, gesteht er.

Die Strategie von Antes: „Präsenz zeigen“

Seine Strategie für die Pirmasenser Polizei umreißt er mit den Worten: „Präsenz zeigen.“ Antes ist überzeugt, dass die Beamten sichtbar sein müssen . „Wir wollen auf der Straße präsent sein“, lautet seine Maxime.

Schon lange vor Antes Dienstbeginn in Pirmasens ereignete sich im Januar 2019 ein Zwischenfall, der die Pirmasenser Polizei bundesweit in die Schlagzeilen brachte. Nach einem Vorfall, bei dem ein Beamte einen Taser eingesetzt hatte, starb ein Mann. Mittlerweile steht fest, dass er jedoch nicht an der Folge der Stromstöße gestorben ist.

Antes: „Der Taser hilft uns weiter“

Antes berichtet, dass die Zeit der Ungewissheit, in der die Staatsanwaltschaft die Umstände des Vorfalls ermittelt habe, für den betroffenen Kollegen belastend gewesen sei. Allerdings sagt er auch: „Der Taser hilft uns weiter.“ Antes verdeutlicht, dass die Alternative zu der Elektrowaffe nicht Pfefferspray, sondern die Schusswaffe sei. Der Taser habe Polizisten schon etliche Verletzungen erspart und zeige auf viele potenzielle Angreifer eine „sehr, sehr abschreckende Wirkung“. Er erlaube zudem, einen Gegner außer Gefecht zu setzen, ohne, dass die Beamten sich selbst gefährden. „Ich sehe nicht ein, warum Polizisten das Risiko einer Verletzung eingehen sollten, wenn sie ein entsprechendes Einsatzmittel zur Verfügung haben“, erklärt Antes, warum er froh ist, dass die rheinland-pfälzische Polizei Tasern hat.

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