Pirmasens Pirmasens: Elternsprecher kritisiert Schulstruktur

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In der Diskussion um die Schulstruktur in Stadt und Landkreis hat sich Markus Meier, stellvertretender Landeselternsprecher, zu Wort gemeldet. Er hält eine Integrierte Gesamtschule in Pirmasens für überflüssig, weil es „dicht auf dicht“ drei Gesamtschulen im Kreis gibt, von denen zwei nicht ausgelastet seien. Wichtiger wäre es, sich um die Realschulen zu kümmern, sagt er.

„Im Landkreis gibt es drei Integrierte Gesamtschulen, zwei davon sind nicht voll ausgelastet, die in Contwig bettelt inzwischen regelrecht um Anmeldungen“, sagt Elternvertreter Markus Meier. Angesichts dieses Überangebotes – „das war nicht gut, die so eng aufeinander zu setzen“ – in Pirmasens mit Gewalt eine vierte IGS aus dem Boden zu stampfen, mache keinen Sinn. „Der Bedarf ist nicht da.“ Sinn machen würde es aber, die Schülerströme im Landkreis so umzuverteilen, dass alle, die wollen, an eine IGS können. Und auch jene, die diesmal nicht unterkamen – an der IGS in Thaleischweiler waren das 49 – noch zum Zuge kommen. Da sei auch die Schulaufsicht ADD gefordert, die bestehenden Systeme aufzufüllen, da müsse die Schülerbeförderung passen, auch für die Pirmasenser Jungen und Mädchen. „Jahrzehntelang fahren Tag für Tag Schüler aus dem Landkreis nach Pirmasens in eines der Gymnasien. Darüber hat sich noch nie jemand beschwert“, argumentiert der 50-Jährige. Um eine Ideallösung hinzubekommen, müsste die Kommunikation zwischen Stadt und Kreis besser werden, vermutet Meier, der die Hoffnung nicht aufgibt. „Vielleicht schaffen es die Verantwortlichen nach der Ära Duppré und Matheis, gemeinsam Lösungen zu finden, statt durch Missgunst und ungeschickte Strategien schulische Über- und Unterangebote zu realisieren.“ Gedanken machen sollten sich die Verantwortlichen in Pirmasens auch darüber, warum die beiden Realschulen plus bei Eltern nicht so hoch im Kurs stehen. „Die Realschulen bräuchten generell viel mehr Personal, auch Sozialarbeiter“, fordert der stellvertretende Landeselternsprecher. Unglücklich sei an der Landgraf-Ludwig-Realschule zudem die Verteilung auf mehrere Standorte. „Da ist es schwer, eine Einheit zu bilden.“ Eine Rolle spiele sicherlich – ebenso wie beim Hugo-Ball-Gymnasium - das „Damoklesschwert Schulrochade“. Erst seien – übrigens genauso wie im Landkreis – über Jahrzehnte Reparaturstaus ignoriert worden, jetzt wisse niemand, „was wann passiert“. „Das ist unbefriedigend aus Elternsicht.“ Vorstellen kann sich Meier in Pirmasens auch eine gemeinsame Orientierungsstufe einer Realschule mit einem Gymnasium. Das werde in Zweibrücken an seiner Schule mit dem Hofenfels-Gymnasium mit großem Erfolg und künftig neun Eingangsklassen praktiziert und komme vielen Eltern, die sich nach der vierten Klasse noch nicht auf einen schulischen Weg festlegen wollen, entgegen. Schlecht gelaufen ist Meier zufolge aus Elternsicht die Diskussion um einen neusprachlichen Zweig am Immanuel-Kant-Gymnasium, wo ab dem nächsten Schuljahr neben Latein in Klasse fünf auch mit Englisch gestartet werden darf. „Im Pirmasenser Stadtrat hat jeder das Wort erteilt bekommen, nur die Eltern nicht.“ In Mainz sei dem Elternwillen mehr Gewicht eingeräumt worden, sagt er und hofft, dass jetzt angesichts von 100 Anmeldungen am Kant-Gymnasium nicht groß umverteilt wird. Wenn das doch passiere, sollten die Eltern nachfragen. „Das muss schon plausibel und nachvollziehbar sein.“ Meier sieht aber nicht nur die Schulentwicklung in Pirmasens kritisch. „Es fehlt insgesamt eine klare Linie in der Schulpolitik, auch im Kreis.“ Beispiel Dahn. Die Sprachenfolge am Gymnasium - Start mit Französisch oder Latein – erschwere Rückläufern den Übergang an die Realschule plus im Schulzentrum, umgekehrt könnten Realschüler, die mit Englisch beginnen, nicht „nach oben“ wechseln. Zudem sei im Landkreis Südwestpfalz im Zuge der Schulstrukturreform entgegen der Vorgabe im Schulgesetz keine einzige Realschule plus in kooperativer Form ins Angebot aufgenommen worden, „um die dann zu erstattenden Schülertransportkosten zu umgehen“. Der Elternwille sei ignoriert worden. |cla

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