Pirmasens Pirmasens: Beim Café Kunstgenuss läuft's

Olaf Meckler führt Regie im Café Kunstgenuss.
Olaf Meckler führt Regie im Café Kunstgenuss.

Seit zwei Jahren bereichert das kreative Café Kunstgenuss in der Hauptstraße 8 die Veranstaltungs-, Einkaufs- und Cafészene in Pirmasens. Das Konzept hat sich bewährt, sagen die beiden Macher Olaf Mäckler und Sven Bischof. Auch die Vermietung der Ateliers in der Fußgängerzone läuft gut.

Ein Café mit Galerie und Veranstaltungen, ein Quartier mit einigen Ateliers plus Konzeptladen: Das war die ursprüngliche Idee für das Pirmasenser Kreativzentrum Kunstgenuss, das Olaf Mäckler und Sven Bischof in der ehemaligen Merkur-Spielothek in der Fußgängerzone vor zwei Jahren eröffnet haben. An dem Angebot wurde zwar inzwischen minimal gefeilt, aber das Konzept habe sich bewährt und ausgezahlt, sagt Mäckler.

Künstler können Regale als Verkaufsfläche mieten

„Das Besondere ist, dass lokale Künstler und Kunsthandwerker hier eine Plattform haben“, erklärt Mitbegründer Olaf Mäckler die Geschäftsidee. Alle, die sich keinen eigenen Laden leisten können oder wollen, haben durch das Konzept der Regalmiete die Chance, ihre Kreationen zu vermarkten. „Wir schauen uns die Sachen natürlich vorher an“, fügt der Wahlpirmasenser, der aus Idar-Oberstein stammt, hinzu. Wichtig sei für ihn, dass all die angebotenen Accessoires, Mode- und Lederwaren hochwertig hergestellt seien und nicht massenhaft existieren. „Die Bezahlung geht nach Maßeinheiten“, sagt Mäckler, der bei einem Minimum von einer 50 Zentimeter langen Regalfläche 20 Euro monatlich veranschlagt. Wie und wo die Ware ausgestellt wird, entscheidet das Kreativ-Team. Wie lange etwas angeboten wird, legen die Künstler selbst fest – wobei er allen drei Monate empfiehlt. Erfahrungsgemäß brauche es etwas Zeit, bis neue Ware wahrgenommen werde. Während der Regalmiete kann die Ware durchaus wandern, weil die Deko im Raum wechselt. So komme es auch häufig vor, dass mehr als die vereinbarten Zentimeter zugestanden werden – damit es gut aussieht. Zu Weihnachten dominierte in diesem Jahr Lukullisches. Deswegen waren die Leckereien gleich im Eingangsbereich ausgestellt.

Weniger Hochpreisiges

Ein wenig geändert hat sich das Sortiment in dem Konzeptstore im Laufe der zwei Jahre. War anfangs hochpreisiges Design vertreten, gibt es nun mehr im Preissegment bis zu 30 Euro. Einerseits bedauern die Anbieter das, andererseits sei eben das Angebot ein gutes, das angenommen wird. Natürlich zähle der kreative Faktor, aber der wirtschaftliche Aspekt eben auch. Jeder, der ausstelle, wolle in erster Linie verkaufen.

Jetzt auch warmes Essen im Café

Eine weitere Veränderung empfindet Olaf Mäckler als große Bereicherung: die Verpachtung des Cafés. „Mit Heike Kölsch und ihrer Familie wurde der Cafébetrieb deutlich professioneller“, erzählt der Kunstgenuss-Mitbegründer. Besonders freut ihn, dass die Gastronomen kurzerhand eine Küche ins Lokal eingefügt haben. Seitdem gibt es eben nicht mehr nur Sandwiches, sondern auch warmes Essen. Das habe eindeutig gefehlt. Nicht nur für ansässige Kreative, auch für Externe, die den Besprechungsraum separat anmieten wollen, ist die Location mit möglicher Verköstigung durchaus attraktiver.

Ateliers werden vermietet

Sehr gut läuft nach wie vor die Vermietung der Ateliers in der oberen Etage: Olaf Mäckler betreibt dort selbst sein Büro der Immoglobe GmbH, das sich auf zwei Räume erstreckt, weil er vier Mitarbeiter hat. Weiter residieren dort Schmuckdesigner, Vertreter aus der Werbebranche und schon bald werden App-Entwickler einziehen. Der Mietvertrag sei unterschrieben. „Auf die bin ich sehr gespannt“, gibt Olaf Mäckler zu. Denn was die Gemeinschaft in den Ateliers ausmache, sei der persönliche Kontakt und der Austausch auf Kollegenebene.

Aktuelle Ausstellung: Streetfotografie

Was am wenigsten Aufwand mache und quasi von selbst laufe, sind die Kunstausstellungen im Café. Künstler kämen auf das Kreativteam zu und stellten, wenn sie ausgewählt werden, in der Regel für vier bis sechs Wochen ihre Werke aus. Aktuell ist eine Werkschau über Streetfotografie der Foto und Labor AG Kaiserslautern zu sehen. Die Nachfrage sei so groß, sagt Mäkler, dass für die nächsten vier Monate der Kalender schon zu sei. „Kabarett und musikalische Veranstaltungen stellen wir demnächst ein wenig zurück, weil einfach der nötige Zuspruch fehlt“, bedauert Mäckler. Das soll aber nicht heißen, dass kulturell nichts mehr laufe.

Kreativzentrum findet Nachahmer

Die mutigen Macher haben auf einer Fläche von 600 Quadratmetern in der Pirmasenser Fußgängerzone eine ganze Menge realisiert. Und es geht weiter. Die Nachfrage formt das Angebot des Kunstgenusses, der natürlich erste Nachahmer gefunden hat. „Gleich am Anfang kamen eine Menge Leute rein, die mit großem Interesse die Location fotografiert haben“, erinnert sich der Immobilienfachmann. Doch das sei klar gewesen, findet er. Eine solch gute Idee könne man nicht für sich allein behalten. Das nächste Kreativzentrum dieser Art befinde sich in Kaiserslautern. Weitere existieren, da ist sich Olaf Mäckler sicher. Das sei gut. Denn nur so bekomme man auch spannende Kontakte, die einen weiterbringen.

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