Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Peter Tretter über seine Aufgabe als Sportlicher Leiter des FK Pirmasens

Peter Tretter im Juni 2018 kurz vor dem Sieg im Regionalliga-Aufstiegsspiel gegen den baden-württembergischen Vizemeister FC Vil
Peter Tretter im Juni 2018 kurz vor dem Sieg im Regionalliga-Aufstiegsspiel gegen den baden-württembergischen Vizemeister FC Villingen.

Eigentlich wollte Peter Tretter zum 31. Mai sein Engagement beim Fußball-Regionalligisten FK Pirmasens beenden, fand aber in der Corona-Krise nicht die erhoffte neue Trainer-Aufgabe in einem Nachwuchsleistungszentrum. Nun macht er als Sportlicher Leiter beim FKP weiter. Peter Brandstetter sprach mit dem 53-jährigen Hinterweidenthaler.

Herr Tretter, jetzt fungieren Sie als Sportlicher Leiter beim FK Pirmasens. Was ist da der Unterschied zu ihren bisherigen Aufgaben als Sportkoordinator?
Im Grunde sind es aktuell die gleichen Aufgaben wie bisher, wobei noch ein Jugendkoordinator für den Altersbereich U17 bis U12 gesucht und bestimmt auch bald gefunden wird. Als Sportlicher Leiter bin ich verantwortlich für eine enge Verzahnung von erster Mannschaft, Verbandsliga-U23 und Regionalliga-U19. Zusammen mit Sportdirektor Sebastian Reich und in Absprache mit den Trainern kümmere ich mich um die Kaderplanung für die drei Teams. Auch in den jüngeren Altersklassen werde ich bei der Kaderzusammenstellung ein Wort mitreden.

Wer hat denn mehr zu sagen: der Sportdirektor oder der Sportliche Leiter?
„Sepp“ Reich und ich kennen uns lange und ticken auf einer Wellenlänge. Da wird es keine Machtspielchen geben.

Für wie lange haben Sie dem FKP zugesagt, Sportlicher Leiter zu sein?
Bis auf Weiteres. Da gibt es keine Vertragsdauer.

Was ist, wenn sich doch noch für Sie die angestrebte Trainerstelle in einem Nachwuchs-Leistungszentrum ergeben sollte?
Ich habe die Zusage vom Verein, dass er mir in diesem Fall keine Steine in den Weg legen wird.

Außenangreifer Sven Sellentin geht zu Hertha Wiesbach, da braucht es Ersatz. Kaderplanung ist aktuell aber gewiss schwierig, wenn man nicht weiß, wie lange die Saison noch dauert und in welcher Liga man künftig spielt …
Es wäre fahrlässig, in der jetzigen Situation Spieler zu verpflichten. Aktuell werden wir auf dem Transfermarkt nicht tätig. Wenn die Pandemie vorbei sein wird, werden auch für den FKP genügend Spieler auf dem Markt sein.

Besonders wichtig wäre es wohl, Dennis Chessa zu halten, dessen Vertrag im Juni ausläuft?
Er ist ein Führungsspieler. Wenn er in den ersten acht Wochen der Saison schon bei uns gewesen wäre, hätten wir in dieser Zeit wahrscheinlich mehr Punkte geholt.

Torhüter-Talent Kevin Collofong wechselt zur SV Elversberg. Warum?
Er sieht dort wohl die besseren sportlichen Perspektiven. Vielleicht hat auch das Finanzielle eine Rolle gespielt. Schade, dass er uns nicht selbst informiert hat. Ich habe davon durch Jens Kiefer, den Leiter des Elversberger Nachwuchsleistungszentrums, erfahren.

Ligarivale FC Homburg hat mit Kleingruppen-Training begonnen. Wäre das unter den nötigen Corona-Schutzbedingungen auch beim FKP möglich?
Bestimmt könnten wir das organisieren. Wenn der Sportpark wieder freigegeben wäre, hätten wir dafür genügend Plätze. Wir könnten auch zeitversetzt trainieren, weil einige Spieler vormittags oder nachmittags Zeit hätten.

ZUR PERSON: Peter Tretter

Alter: 53 Jahre

Stationen als Spieler: FC Rodalben (Jugend), SV 53 Rodalben (Verbandsliga), SC Hauenstein, SV Hinterweidenthal, FC Dahn (Verbandsliga).

Stationen als (Spieler-)Trainer: SC Hauenstein 1b, SF Bundenthal, SV Hinterweidenthal, U19 FK Pirmasens, U17 SC Hauenstein, erneut FKP-U19, außerdem seit 2002 Trainer am DFB-Nachwuchsstützpunkt Pirmasens.

Größte Erfolge als Trainer: Zweimal Regionalliga-Aufstieg, Oberliga-Meister 2014, Verbandspokalsieger 2016 und dreimal Regionalliga-Verbleib sowie Meister der U19-Regionalliga mit dem FKP, Aufstiege mit Hinterweidenthal in die Bezirksklasse und Bezirksliga, Aufstieg mit Bundenthal in die Bezirksklasse.

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