Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Peter Kaiser: Insolvenzverwaltung in Eigenregie

Am Standort Pirmasens sind noch 200 Menschen beschäftigt.
Am Standort Pirmasens sind noch 200 Menschen beschäftigt.

Der nächste Schritt wird getan: Der Damenschuhhersteller Peter Kaiser kann weiter in Eigenverantwortung an einem Sanierungskonzept arbeiten. Das Amtsgericht Pirmasens hat einen entsprechenden Beschluss angekündigt.

Das Insolvenzgericht habe der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung zugestimmt, informierte am Dienstag Amtsgerichtsdirektorin Sabine Schmidt-Wilhelm auf Anfrage. Ein Beschluss solle noch am gleichen Tag ergehen. Für Peter Kaiser bedeutet das: Die Geschäftsführung kann die Geschäfte wie im vorläufigen Verfahren weiterführen. Kontrolliert wird sie dabei von einem sogenannten Sachwalter, den das Gericht einsetzt. Er vertritt insbesondere die Interessen der Gläubiger. Für Peter Kaiser wird Günter Staab aus Saarbrücken bestellt.

Verhandlungen laufen noch

Zugelassen wird ein Verfahren in Eigenverantwortung in der Regel nur, wenn es Chancen auf eine Fortführung des angeschlagenen Unternehmens gibt und wenn es keine Anzeichen dafür gibt, dass die Gläubiger in diesem Verfahren benachteiligt werden. An einem Sanierungskonzept wird bei Peter Kaiser seit Längerem gearbeitet. Verhandelt wird seit einiger Zeit mit möglichen Investoren. Eine Entscheidung darüber, wie es mit dem Unternehmen weitergeht, gibt es aber noch nicht. Betroffen davon sind zunächst die 200 Beschäftigten in Pirmasens; die portugiesische Produktion ist nicht Teil des Verfahrens.

Mit dem Ablauf des Insolvenzgeldes bezahlt das Unternehmen wieder selbst Löhne und Gehälter. Dies werde bis zur Investorenentscheidung der Fall sein, teilte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage am Dienstagabend mit. Ein Teil der Belegschaft befindet sich nun auch wieder in Kurzarbeit.

Entscheidung nicht vor Jahresende

Wann eine Entscheidung getroffen wird, ist ebenfalls offen. Mitte November hatte der Rechtsanwalt Martin Mucha von der Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger der RHEINPFALZ auf Nachfrage mitgeteilt, dass mit einem Ergebnis im laufenden Investorenprozess nicht vor dem Jahreswechsel zu rechnen sei – daran hat sich laut Unternehmen auch noch nichts geändert. Mucha unterstützt als Generalbevollmächtigter die Geschäftsführer Stefan Frank und Manfred Klumpp bei ihrer Aufgabe, für die angeschlagene Damenschuhfabrik ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten.

Pandemie trifft Unternehmen hart

Der Ausbruch der Pandemie hat das Unternehmen besonders hart getroffen. Denn die jüngste Restrukturierung war dort noch nicht abgeschlossen. Seit Jahren gibt es Bemühungen, den deutschen Standort besser aufzustellen. Rund 200 Mitarbeiter verloren allein zwischen 2012 und 2019 ihren Arbeitsplatz. Die letzten 40 Kündigungen gab es Anfang 2019, damals wurden weitere Kapazitäten aus Pirmasens nach Portugal verlagert.

Anfang 2020 gab es jedoch erste Lichtblicke. Das Ergebnis habe sich verbessert und für 2020 hätten sie mit positiven Zahlen geplant, stellte Geschäftsführer Stefan Frank im Mai fest. Verkäufe und Nachbestellungen seien gut gewesen. Bis Corona kam.

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